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Trotz Hallentitels denkt Wettberg an Abschied

Trainer des SV Seligenporten möchte seinen Traumjob verwirklichen und Chefscout bei 1860 München werden - 28.01.2013 09:00 Uhr

VILSBIBURG/NÜRNBERG  - Dem Fußball-Regionalligisten SV Seligenporten ist vor 850 Zuschauern in Vilsbiburg die Titelverteidigung bei den Bayerischen Hallenmeisterschaften gelungen. Allerdings nutzte Trainer Karsten Wettberg den Moment auch, um laut über seinen Abschied nachzudenken.

Trainer Karsten Wettberg (re.) führte den SV Seligenporten wie schon 2012 zum Bayerischen Hallentitel.
Trainer Karsten Wettberg (re.) führte den SV Seligenporten wie schon 2012 zum Bayerischen Hallentitel.
Foto: BFV
Trainer Karsten Wettberg (re.) führte den SV Seligenporten wie schon 2012 zum Bayerischen Hallentitel.
Trainer Karsten Wettberg (re.) führte den SV Seligenporten wie schon 2012 zum Bayerischen Hallentitel.
Foto: BFV

Karsten Wettberg war sauer. Wer den Trainer des SV Seligenporten ein bisschen kennt, weiß, dass ihm wenig derart aufs Gemüt schlagen kann, wie die Leistung der von ihm betreuten Fußballmannschaft. Wenn es gut läuft, wie einst 1991, als er den TSV 1860 München in die zweite Liga führte, lässt er sich auf Händen tragen. Wenn, wie am Samstag, seine Seligenportener mit einem 1:1-Unentschieden in die Bayerischen Hallenmeisterschaften starten, ist er eben sauer.

Doch Wettberg wäre nicht Wettberg, würde ihn genau diese Szenerie reizen. „Wenn ich eine Truppe, die so unkonzentriert angefangen hat, so heiß machen kann, dann ist das für mich eine Genugtuung“, sagte er mit Medaille um den Hals hinterher im Interview mit bfv.tv.


Was Seligenporten nämlich nach einer deftigen Kabinenansprache folgen ließ, war die souveräne Titelverteidigung: Der Regionalligist marschierte mit Siegen gegen die Bayernligisten Memmelsdorf (2:1) und Haibach (3:0) ins Halbfinale. Die größte Überraschung spielte sich indes in der anderen Gruppe ab, in der Regionalligist FC Augsburg II nur auf Platz drei landete — unter anderem, weil die Bundesliga-Reserve gegen Bezirksligist Thalmässing (3:4) verloren hatte.

Im Halbfinale gewann Landesligist Waldkirchen gegen Raubling mit 2:1, Seligenporten schlug Thalmässing mit 6:3. Das Endspiel dominierte dann der Titelverteidiger aus der Oberpfalz, Christopher Schaab (2), Dominik Räder und Dominik Pöllet erzielten die Treffer zum ungefährdeten 4:1-Sieg. Mitspieler Dominik Stolz, der sich mit fünf Turniertoren später die Torjäger-Kanone abholen durfte, war im Endspiel leer ausgegangen — egal, Karsten Wettberg, sein Trainer, war wieder zufrieden. Er dämpfte aber die Euphorie mit der Aussage, in einem Jahr bei der erneuten Titelverteidigung wohl nicht mehr als Trainer von Seligenporten hinter der Bande zu stehen. „Ich sage niemals nie“, begann Wettberg, „aber eher nicht.“ Er wolle vielmehr endlich seinen „Traumjob“ erhalten, der da heißt: „Chefscout bei Sechzig, für die erste Mannschaft.“ Das sei ihm, Ex-Trainer und Ex-Vizepräsident von 1860, schließlich „schon x-mal versprochen worden“. Wenn er den Münchnern mit 80 Jahren irgendwann zu alt sei, könne er das verstehen. „Aber jetzt fühle ich mich fit“, sagte der 71-Jährige und lächelte: „Ich bin und bleibe eben ein Löwe.“

Der SV Seligenporten hätte es hingegen verdient, dass er mit ihnen als Erstes über seine Zukunft spreche, sagte Karsten Wettberg. Aber: „Es zehrt die Kraft und die A9 ist eine ewige Baustelle.“ Ins Training, so der pensionierte Postbeamte, brauche er manchmal deshalb drei Stunden für die 120 Kilometer aus Elsendorf in Niederbayern. Auch das wird sicher ein Grund sein, der ihn manchmal sauer werden lässt. 

CHRISTOPH BENESCH


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Mit der Neueinteilung der Amateurligen zur Saison 2012/13 gibt es fünf Regionalligen in der vierthöchsten deutschen Spielklasse. Neben den zweiten Mannschaften der beiden fränkischen Profivereine 1. FC Nürnberg und Greuther Fürth sind hier aus dem Großraum Nürnberg auch der SC Eltersdorf und der SV Seligenporten vertreten.


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