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Viel Ärger um den Spielabbruch in Muggendorf

Fußball, KK 3: Thuisbrunn muss erneut in Muggendorf antreten — Schwere Verletzung - 07.02. 08:15 Uhr

THUISBRUNN/MUGGENDORF  - Das Fußballspiel der Kreisklasse 3 zwischen Muggendorf und Thuisbrunn Ende November 2011 war in der 86. Minute längst entschieden, als sich ein Gästespieler schwer verletzte. Der Unparteiische brach die Partie daraufhin ab — nun sind alle Beteiligten überrascht, dass die Partie noch einmal gespielt werden muss.


„Für mich ist diese Neuansetzung die größte Idiotie, die es gibt“, sagt Markus Distler, Abteilungsleiter der SpVgg Neideck. Seine Mannschaft führte 3:0 und ein Thuisbrunner war obendrein bereits mit Gelb-Rot vom Platz geflogen, als sich nach einem unglücklichen Zusammenprall der FC-Spieler Matthias Ebenhack schwer an der Kniescheibe verletzte.

„Es war kalt, bis der Sanitäter da war drohte es dunkel zu werden, die Partie war entschieden — alle waren bereit, früher abzupfeifen“, erinnert sich Thomas Schütz, Thuisbrunns Abteilungsleiter. Schiedsrichter Werner Arneth sah es genauso: „Ich habe nach Rücksprache mit beiden Spielführern die Partie abgebrochen.“ So hat er es auch in seine Meldung geschrieben, die der Redaktion vorliegt. Auch die Nordbayerischen Nachrichten berichteten am Folgetag: „Im Einvernehmen mit beiden Spielführern pfiff der Unparteiische die Partie einige Minuten zu früh ab.“

Zum Jahreswechsel erhielt nun Markus Distler Post, in der stand, dass die Partie seiner Muggendorfer gegen das Schlusslicht neu angesetzt wurde. Sein Gegenüber, Thuisbrunns Thomas Schütz, wurde von Vereinskameraden darauf angesprochen, dass im Internet der FC ein Spiel weniger hätte und dass am 11. März um 15 Uhr, eine Woche vor Rundenbeginn, ein Spiel in Muggendorf anstünde. In der Vorschau auf der Website des Bayerischen Fußball-Verbandes ist, offenbar aufgrund eines technischen Fehlers, sogar noch ein drittes Spiel der beiden Kontrahenten terminiert: für 11. März, 14.30 Uhr.

Distler und Schütz haben Kontakt mit Max Habermann aufgenommen und den Kreisspielleiter gebeten, die Neuansetzung zurückzunehmen. „Habermann sagte, wir müssten uns ans Sportgericht wenden. Da aber die Aussichten auf eine Rücknahme der Entscheidung schlecht sind, haben wir davon abgesehen“, so Markus Distler. Auch Werner Arneth, der Unparteiische, kann die Sportgerichtsentscheidung nicht nachvollziehen: „Wenn die Herren Sportrichter trotz aller Tatsachen so eine Partie neu ansetzen — dann gute Nacht!“

Kurt Vogel, Vorsitzender des Kreis-Sportgerichts, beruhigt: „Bei einem Spielabbruch haben wir zwei Möglichkeiten: Wertung oder Neuansetzung. Für eine Wertung muss ein strafbares Verhalten vorliegen. Sind Verletzungen der Grund, kommt es immer zu Neuansetzungen.“

Ein Auge zudrücken könnte er bei bestem Willen nicht: „Wir sind Richter, die drücken kein Auge zu.“ Allerdings, so Vogl, hätte der Schiedsrichter die Partie aufgrund der vorgerückten Spielzeit einfach abpfeifen können. Das wollte aber Arneth nicht: „Am Ende gibt es einen Zuschauer, der mir was Böses will. Der zeigt mich an und ich habe den Schwarzen Peter.“ Auch hier beruhigt Vogl: „Den hätte der Schiedsrichter nicht. Denn er allein ist der Herr der Zeit. Wenn er sagt, die 90 Minuten sind rum — dann sind sie eben rum.“ 



CHRISTOPH BENESCH

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