Wägner verlässt Kleinsendelbach
Fußball, Kreisliga 2: Spielertrainer will mehr Zeit für seine Tochter haben
-
17.02. 08:00 Uhr
KLEINSENDELBACH
-
David Wägner, Spielertrainer der Kreisliga-Fußballer des SV wird seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag nicht verlängern. Das bestätigte der 31-Jährige den Nordbayerischen Nachrichten. Am Donnerstagabend informierte der ehemalige Bayernliga-Fußballer die Mannschaft über seinen Entschluss.
David Wägner (li., hier im Zweikampf gegen Ermreuth), wird kommende Saison nicht mehr Spielertrainer des SV Kleinsendelbach sein.
Foto: Rudolf Maxbauer
David Wägner (li., hier im Zweikampf gegen Ermreuth), wird kommende Saison nicht mehr Spielertrainer des SV Kleinsendelbach sein.
Gern hätte der SV Kleinsendelbach weiter mit Wägner zusammengearbeitet, Fußball-Abteilungsleiter Gerd Schaffelhuber wollte den Vertrag mit seinem Spielertrainer auch verlängern. „Ich habe aber um ein Gespräch mit den Verantwortlichen gebeten und sie darüber informiert, dass ein Traineramt aus familiären Gründen bei mir momentan nicht möglich ist“, so Wägner.
Der 31-Jährige lebt getrennt und hat eine kleine Tochter. „Bislang war es immer schwierig, jemanden zu finden, der auf Marlena aufpasst, während ich spiele oder trainiere. Zudem würde ich in Zukunft gern mehr Zeit mit ihr verbringen.“ Als Trainer, so David Wägner weiter, sehe er es aber als seine unbedingte Pflicht an, bei jedem Training und jedem Spiel dabei zu sein.
Gern würde der ehemalige Bayernligaspieler, der sich für Erlangen-Bruck und Schwabach die Schuhe schnürte, weiter Fußball spielen. „Ich brauche einen Verein, bei dem es kein Problem ist, wenn ich mal ein Training oder Spiel verpasse.“
Schaffelhuber habe ihm bereits angeboten, diese Rolle in Kleinsendelbach einzunehmen. „Ich weiß aber nicht, ob es so gut ist, wenn man zuvor noch Trainer dieser Mannschaft war“, sagt Wägner, der sich Bedenkzeit erbeten hat.
Gefallen hat es ihm in Kleinsendelbach jedenfalls gut, daran liege es nicht: „Ich musste wirklich lange überlegen; die Jungs sind top, es macht viel Spaß. Aber, so abgedroschen es klingt, es sind wirklich einzig und allein familiäre Gründe.“
Kommt Staudinger zurück?
Diese Entscheidung seines Trainers akzeptiert Abteilungsleiter Schaffelhuber: „Die Resonanz in der Mannschaft war zu einhundert Prozent: weitermachen mit dem Dave. Aber es ist eine private Entscheidung, hinter der wir jetzt genauso stehen und die wir voll akzeptieren.“ Auch habe er natürlich die Situation Wägners mit seiner Tochter mitbekommen, so dass die Entscheidung jetzt nicht völlig überraschend für die Kleinsendelbacher gekommen sei.
Ein Nachfolger ist beim Kreisligaklub momentan noch nicht in Sicht. Eine Möglichkeit wäre sicherlich, Ex-Torjäger Steffen Staudinger – momentan Spielertrainer des SV Hetzles in der Kreisklasse – als Nachfolger zu holen. „Mal sehen. Es gibt drei, vier Überlegungen, wir schauen dabei in alle Ligen. Auch wieder in die Bayernliga“, sagt der Abteilungsleiter. Nur eines sei ihm wirklich wichtig: „Es muss ein Spielertrainer sein.“
Bis zum Ende der Saison heißt es in Kleinsendelbach ohnehin noch: „Mit dem Dave Gas geben“, so Schaffelhuber. Auch Wägner versichert, er wolle nun unbedingt noch das Bestmögliche rausholen aus den letzten Spielen.
Auch wenn es zwischenzeitlich einige Kritik vor allem von den Zuschauern gegeben hatte. „Das nervt! Ich bin sehr zufrieden mit dem Abschneiden bislang. Man muss doch sehen, wie viele Verletzte wir hatten und dass wir mit Geyer und Staudinger zwei schwerwiegende Abgänge vor der Saison verkraften mussten. Trotzdem haben wir die gleiche Punktzahl, wie letztes Jahr zur Winterpause“, sagt Gerd Schaffelhuber. Die Mannschaft hat Spaß und entwickele sich weiter, das sei das Wichtigste.