Warm eingepackt ist die Kälte kein Problem
Sportarzt sieht keine grundsätzlichen Probleme - Fußballer trainieren auf dem Platz
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09.02. 13:06 Uhr
LAUF
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Bitterkalt ist es seit über einer Woche in ganz Europa, auch wenn das Thermometer heute im Nürnberger Land schon wieder etwas in Richtung der Nullgradmarke geklettert ist. Bewegung täte jetzt gut, doch ist es sinnvoll, derzeit an der frischen Luft Sport zu treiben?
Trainer Ziemer und die erste Mannschaft des SK Lauf beim Training. „Wenn die Spieler sich warm einpacken, geht das schon, nur wenn es zu kalt wird, brechen wir ab.“
Foto: L. Fischer
„Prinzipiell ja“, sagt Sportmediziner Reinhold Schneider aus Röthenbach, doch sollte man die Aktivitäten möglichst in die Mittagsstunden verlegen und sonnige Strecken wählen, „dann spricht etwa gegen eine Stunde Laufen oder Nordic Walking gar nichts“, sagt der Arzt. Reinhold Schneider empfiehlt „Zwiebellook“ für die kalten Tage, ansonsten gelte der alte Grundsatz: Kopf, Füße sowie Finger sollten warm eingepackt sein und die freien Gesichts- und Körperpartien mit dicken Fettcremes geschützt werden, „sonst bilden sich bei dieser Kälte schnell Blasen“. Nach dem Sport empfiehlt der Mediziner umgehend eine warme Dusche, nasse Kleidungsstücke sollten schnell gewechselt werden, um Muskelverspannungen vorzubeugen“.
Bisher hatte dem Mediziner der Winter nicht übermäßig viele Unfälle beschert, doch in den letzten Tagen musste der Röthenbacher Sportarzt vermehrt Stürze behandeln, „jetzt liegt vielerorts Schnee auf dem Eis und das ist schon gefährlich“.
Vorsicht ist angebracht, das sieht man bei der RSG Lauf ähnlich. Noch im Dezember haben die Radprofis mehr als 1000 Trainingskilometer zurückgelegt, in den vergangenen Tagen sei es jedoch zu gefährlich und zu kalt gewesen, um auf der Straße zu trainieren, sagt Vorstand Helmut Dietel, deshalb war Ausgleichstraining angesagt. „Skilanglauf und Joggen sind da wirklich hervorragend geeignet.“ Doch lange werden die Radprofis ihrer Fahrräder nicht im Schuppen lassen können, denn schon im März beginnt die neue Saison „und da müssen wir fit sein“, so Dietel.
Er spricht Trainerkollege Thomas Ziemer aus der Seele, der beim SK Lauf die erste Fußball-Mannschaft trainiert. „Wir müssen uns schon fit halten“, sagt der ehemalige Clubprofi, „die neue Saison beginnt bald.“ Deshalb gibt es trotz Kälte Training auf dem Platz, „die Jungs packen sich halt warm ein, dann geht das schon“. Wenn der Boden ein Spiel nicht hergebe, finde eben 90 Minuten Lauftraining statt, „und wenn es zu kalt wird, brechen wir halt ab“. Da es Amateure und keine Profis seien, habe er auch Verständnis, wenn Spieler bei dieser Kälte einmal pausierten.
Zurückhaltend, vor allem bei der Jugend, ist man bei der Spielvereinigung Hüttenbach-Simmelsdorf, „wir waren jetzt die ganze Zeit in der Halle“, sagt Perry Gumann. Der Gesamtjugendleiter hat seinen Trainern empfohlen, im Zweifel lieber noch eine Woche zu warten, bis sie die Jugendlichen auf den Platz schicken, „da liegen momentan auch fast zehn Zentimeter Schnee, man kann ohnehin nicht gut spielen“. Beim Spiel am vergangenen Wochenende gab es für alle warmen Tee, die Ersatzspieler warteten im Sportheim auf ihren Einsatz, „draußen stehen oder sitzen wäre zu kalt gewesen“.
Keine Probleme mit der Kälte haben offensichtlich Kinder und Jugendliche beim Schlittschuhlaufen, ganz im Gegenteil. Warm eingepackt und ständig in Bewegung haben sie, wie hier am Dienstagnachmittag auf dem Schnaittacher Bürgerweiher, richtig Spaß am Wintersport. Sie lassen sich die Gaudi auch vom Verbotsschild am Ufer nicht verderben.
Foto: Foto: Schuster
Wer klug ist, schützt sich also vor der Kälte und beschafft sich auch für den Sport die richtige Ausrüstung. Noppenschuhe fürs Laufen empfiehlt Sportmediziner Reinhold Schneider, da sei die Haftung auf Eis und Schnee schon deutlich besser, „und die Handschuhe sollten richtig warm sein“, so der Arzt, denn gerade an den Fingern gäbe es schnell Erfrierungen. Was den Fußballern die Wärmesalbe, der Nierenwärmer und die lange Unterhose unterm Trikot ist, ist den Fahrradfahrern bei dieser Kälte die Sturmhaube: „Die gehen zurzeit schon gut“, sagt Dietmar Horstmann von der Bikeboutique in Lauf, „es gibt auch welche, die kann man über den Helm stülpen und hat dann quasi zwei Mützen auf.“
Der begeisterte Radler will auch bei diesen Temperaturen nicht auf sein Zweirad verzichten und hat deshalb Spikeräder montiert. Mit denen fährt er auch mal über zugefrorene Weiher, „das ist eine Riesengaudi“, so Horstmann. Damit der Drahtesel nicht schlappmache, müsse er bei diesen Temperaturen gut gepflegt werden, sagt der Radfan: „Kette schmieren, Züge mit Öl behandeln, sind ein Muss.