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,Wegen Rummenigge saß ich drei Wochen auf der Tribüne‘

Ex-Fußballprofi Norbert Hofmann kämpfte sich durch sämtliche Ligen — Heute wohnt er in Ebermannstadt und trainiert einen Kreisligisten - 19.01. 17:00 Uhr

FORCHHEIM  - Auch sie machten einst mit dem großen Traum „Profifußball“ ihre ersten Schritte auf dem Rasen. Doch während andere am Fleiß, am Talent oder wegen Verletzungen scheiterten, wurde für sie der Traum Wirklichkeit. Die NN werfen in einer unregelmäßigen Serie einen Blick auf aktuelle und ehemalige Fußballprofis aus Stadt und Landkreis Forchheim.

Der pfeilschnelle Norbert Hofmann (re.) im Dress von Bayer Uerdingen in der Bundesligasaison 1983/84. Hier verfolgt er Stuttgarts Nationalspieler Bernd Förster.
Der pfeilschnelle Norbert Hofmann (re.) im Dress von Bayer Uerdingen in der Bundesligasaison 1983/84. Hier verfolgt er Stuttgarts Nationalspieler Bernd Förster.
Foto: imago
Der pfeilschnelle Norbert Hofmann (re.) im Dress von Bayer Uerdingen in der Bundesligasaison 1983/84. Hier verfolgt er Stuttgarts Nationalspieler Bernd Förster.
Der pfeilschnelle Norbert Hofmann (re.) im Dress von Bayer Uerdingen in der Bundesligasaison 1983/84. Hier verfolgt er Stuttgarts Nationalspieler Bernd Förster.
Foto: imago

An eine Geschichte erinnert sich Norbert Hofmann noch wie gestern: Beim DFB-Pokalspiel 1984 mit Bayer Uerdingen gegen Bayern München misslang dem Verteidiger ein Abspiel; Karl-Heinz Rummenigge schnappte sich den Ball und stürmte allein auf das Uerdinger Tor zu. Zwar blieb der Fehler ohne Konsequenzen – die Partie endete 0:0 –, dennoch wurde Hofmann für die folgenden Begegnungen von seinem Trainer auf die Tribüne verbannt. „An dieser Entscheidung hatte ich damals schon zu knabbern“, sagt Norbert Hofmann heute noch.

Begonnen hatte seine Karriere zuvor völlig untypisch: Als 15-Jähriger fing Hofmann, der später in 74 Bundesligaspielen 15 Tore erzielen und in der 2. Liga 238 Mal (30 Tore) auflaufen sollte, in Autenhausen bei Coburg überhaupt erst an mit Vereinsfußball. Von dort ging es zum Nachbarn Dietersdorf, der ebenfalls in der untersten Liga vertreten war. Aber nicht mehr lange: Gleich zwei Mal hintereinander gelang mit Hofmann der Aufstieg und größere Vereine wurden auf den schnellen Angreifer aufmerksam.



„Ich hatte mich gerade beim Bundesgrenzschutz für acht Jahre verpflichtet und war in Coburg stationiert. Da hat es genau gepasst mit dem Wechsel zum VfB“, erinnert sich der heute 60-Jährige. Mit Coburg ging es in die Bayernliga, ehe er zum Ligakonkurrenten FC Bayreuth wechselte und prompt Torschützenkönig wurde.

Beim Stadtrivalen, der SpVgg, erlebte er dann seine „schönsten Jahre“, obwohl oder vielleicht gerade weil er beim damaligen Zweitligisten zum Außenverteidiger umgeschult wurde. „Meine Tätigkeit beim Bundesgrenzschutz fiel genau in die Baader-Meinhof-Zeit. Aber um die heiklen Einsätze kam ich dank eines Freundes herum. Um wenigstens mein schlechtes Gewissen den Kameraden gegenüber zu erleichtern, hab’ ich freiwillig sonntags Wache geschoben.“

Stolz auf Aufstieg


Norbert Hofmann heute: Der 60-Jährige führte Buckenhofen in die Landesliga und trainiert seit dieser Saison Weingarts in der Kreisliga.
Norbert Hofmann heute: Der 60-Jährige führte Buckenhofen in die Landesliga und trainiert seit dieser Saison Weingarts in der Kreisliga.
Foto: Ralf Rödel
Norbert Hofmann heute: Der 60-Jährige führte Buckenhofen in die Landesliga und trainiert seit dieser Saison Weingarts in der Kreisliga.
Norbert Hofmann heute: Der 60-Jährige führte Buckenhofen in die Landesliga und trainiert seit dieser Saison Weingarts in der Kreisliga.
Foto: Ralf Rödel

Aufgrund seiner starken sportlichen Leistungen hagelte es bald Angebote aus der Bundesliga, unter anderem von Leverkusen und 1860 München. Schließlich entschied sich der 28-Jährige für Uerdingen, gegen das er kurz zuvor das „Spiel meines Lebens“ gemacht hatte. „Dass ich es aber ohne klassische Ausbildung in die höchste Liga geschafft habe, darauf bin ich am meisten stolz“, so Hofmann, der heute selbstständiger Versicherungsvertreter in seinem Wohnort Ebermannstadt ist.

In Uerdingen erlebte er allerdings auch sein sportliches Negativ-Ereignis: sein erster Bundesliga-Abstieg 1981. Auch neben dem Platz erlebte der Fußballprofi Kurioses: „Mit dem Leben fast schon abgeschlossen“ hatte Hofmann bei einer Saison- Abschlussfahrt nach El Salvador. Zu einem Testspiel flogen die Kicker mit einer in die Jahre gekommenen Propellermaschine. „Der Flieger machte sehr beunruhigende Geräusche und schaukelte stark.“

Kontakte nach ,Ebs‘

Bereits zu Bayreuther Zeiten war über einen Freund der Kontakt nach Ebermannstadt entstanden. „Mein Vertrag in Uerdingen war ausgelaufen, ein Grundstück in Ebermannstadt gekauft und die Zusage als Spielertrainer beim TSV gegeben, als Karl-Heinz Feldkamp, der neue Trainer in Uerdingen, anrief und mich unbedingt behalten wollte.“ Trotz eines attraktiven Angebotes kehrte Hofmann in die fränkische Heimat zurück.

„Mit dem TSV sind wir dann von der Kreisklasse bis in die BOL aufgestiegen, haben sogar um den Aufstieg in die Landesliga gespielt.“ Noch heute beobachtet er die Lage des Vereins, der mittlerweile in der A- Klasse spielt: „Der TSV hat zu lange ausschließlich auf die Jugend gesetzt. Erst jetzt beginnt wieder ein Umdenken hin zu einer Mischung aus jungen und gestandenen Spielern“, analysiert der 60-Jährige, der auch schon als DFB-Stützpunkt-Trainer im Dienste des Fußballnachwuchses in Forchheim tätig war.

Nach dem Aufstieg als Trainer mit dem SV Buckenhofen in die Landesliga coacht Hofmann nun Weingarts in der Kreisliga, wo sich der zweifache Vater wohlfühlt: „Unser Kader ist nicht der breiteste, bis Herbst mussten wir den Ausfall von Verletzten und Urlaubern kompensieren.“ Nach schlechtem Saisonstart und einer Leistungssteigerung steht die DJK nun auf Rang 5. Das Abschneiden der Forchheimer Landesligisten SpVgg Jahn und SV Buckenhofen, bei denen er auch schon Trainer war, beobachtet er gespannt. Beiden traut er den Sprung in die Bayernliga zu. 



VON DANIEL RUPPERT

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