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Wettberg holt den Spaß zurück in die Wintervorbereitung

Klosterer-Coach geht mit seinen Spielern zum Alpin-Höhentraining — Zwei Testspiele am Wochenende angesetzt - 11.02. 10:04 Uhr

PYRBAUM/SELIGENPORTEN  - Rund 120 Kilometer Anfahrt für ein Training. Und dann auch noch ohne Ball. Die Kicker des Bayernligisten SV Seligenporten waren unter der Woche beim Höhentraining in Bad Gögging. Zur Abwechslung.

Er ist ein geselliger Kollege. Der Spaß. Überall wo er auftaucht, verbreitet er gute Laune. In feierlicher Runde sorgt er gern für kurzweilige Abende und lässt die Anspannung verfliegen, die sein Kollege, der Ernst, im Arbeitsalltag oft verbreitet.


Scherze über den Frost: KlostererTrainer Karsten Wettberg.
Scherze über den Frost: KlostererTrainer Karsten Wettberg.
Foto: Etzold
Scherze über den Frost: KlostererTrainer Karsten Wettberg.
Scherze über den Frost: KlostererTrainer Karsten Wettberg.
Foto: Etzold

Doch genau hier liegt das Problem: Denn während Kollege Ernst mit preußischer Disziplin eine unbefristete Festanstellung samt Immunität genießt, arbeitet der Spaß sozusagen auf freiberuflicher Basis. Er lässt sich, im wahrsten Sinne des Wortes, nur dort blicken, wo es ihm Spaß macht. Beim Spielen zum Beispiel. Vor allem, wenn ein Fußball dabei ist.

Aus diesem Grund haben Fußballspieler und der Spaß ein Abkommen geschlossen: Immer wenn die Kicker sich die Schuhe anziehen, schaut auch der Spaß in der Kabine mal vorbei. Bei Spielen kommt er gleich direkt mit auf den Platz.

Im Training ist er oft dabei. Doch während der Vorbereitung bleibt der Spaß häufig mal in der Kabine. Manchmal, wenn die Spieler nur die Laufschuhe anziehen, fährt der Spaß sogar noch vor dem Training wieder nach Hause. Da bleibt dann nur der Ernst. Und wenn es ganz bitter kommt, bringt er sogar noch einen ungeliebten Kollegen mit: den Frust. „Du kannst die Spieler nicht ewig hinhalten mit Einheiten zur Grundlagenausdauer, oder im Kraftbereich“, sagt SVS-Trainer Karsten Wettberg.

Inniges Verhältnis

Der „Klosterer“-Choach hat ein besonders inniges Verhältnis zum Spaß. Nimmt der 70-Jährige doch nur dank ihm nach wie vor die Trainerstrapazen bei einem Bayernligisten auf sich. Die Wintervorbereitung aber stellt da seit jeher eine besondere Herausforderung an alle Beteiligten.



Schnee und Kälte haben Spielern, Trainer und Spaß mehr als seit zwei Wochen ordentlich zugesetzt. Während aber Wettberg und seine Kicker versuchen, den Bedingungen zu trotzen, kommt der Spaß immer seltener. „Für mich ist es wichtig, den Spielern auch Abwechslung zu bieten. Sonst lässt die Motivation sehr schnell nach“, so Wettberg.

Und deshalb fuhr der Coach samt Mannschaft und Spaß nach Bad Gögging. Die ortsansässige Limes-Therme ermöglicht unter künstlich erzeugten Umständen ein Alpin-Höhentraining. Mit den „künstlichen Bergen Niederbayerns“ wirbt die Einrichtung. „Wir haben unter wissenschaftlicher Aufsicht Zustände simuliert, die auf 2600 bis 3000 Metern herrschen“, erklärt Wettberg. „Die Spieler waren begeistert und fasziniert, welche Möglichkeiten es gibt.“

Das beeindruckte auch den Spaß und so überredete er kurzerhand Wettberg selbst, am Training auf einem Spinning-Rad teilzunehmen. „Man schwitzt schneller“, so der 70-Jährige über die Einheit. „Aber sonst hatte ich keine Probleme. Im Grunde fühle ich mich ja wie ein 40-Jähriger“, sagt Wettberg. Im Spaß.

Vorsichtiger Zweikampf

Die restlichen Einheiten der Woche – vier an der Zahl – verbrachte der SVS zumeist im Kraftraum oder beim Laufen. „Am Donnerstag konnten wir dann zum ersten Mal auf dem Kunstrasenplatz in Ochenbruck traineren. Dort war erstmals – freilich sehr vorsichtig – Zweikampftraining möglich.“

Und dort soll heute um 12.30 Uhr das erste Testspiel der Vorbereitung gegen Jahn Regensburg II stattfinden. „Ich hoffe wirklich, dieses Spiel findet statt. Die Spieler brauchen das jetzt endlich mal.“ Ein zweiter Test ist für Sonntag, 14 Uhr, angesetzt. Da soll es auf einem normalen Platz gegen den Landesligisten SV Buckenhofen gehen. „Eine solche Ansetzung ist aber am Freitag immer mit Vorsicht zu betrachten.“ Der Spaß jedenfalls, so heißt es, sei informiert. 



mem

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