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Wundern über Freystadt in jeder Hinsicht

Sportlich stark, emotional außer Rand und Band: A-Klassist sorgt in der Halle für Furore - 16.01. 10:57 Uhr

Freystadt  - „Es wird sich mancher wundern über den kleinen A-Klassisten“, hatte Mustafa Yilmaz im Vorfeld der Hallenkreismeisterschaft im Fußballkreis Neumarkt/Jura angekündigt. Der Abteilungsleiter des Underdogs Türkspor Freystadt, der zum ersten Mal in einer Hallen-Endrunde stand, sollte gleich in mehrfacher Hinsicht Recht behalten.

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Der neue Hallenkreismeister kommt aus dem Altkreis Jura: Kreisligist DJK Schwabach gewann das Finale gegen Bezirksoberligisten SC Feucht mit 3:2. Robert Gerner und Mark Johnston fotografierten: Endrundenspiele, Halbfinale, Finale und Fans.

Zunächst wunderten sich Gegner und Zuschauer über die sportliche Klasse des Außenseiters. Nach einem 0:2-Fehlstart gegen den Bezirksligisten Solnhofen setzte der einzige A-Klassist im Feld der acht Endrundenteilnehmer mit einem 2:2 gegen den Bezirksoberligisten BSC Woffenbach ein erstes Ausrufezeichen. Und es wurde noch besser: Den Bezirksligisten TSV 60 Weißenburg schickten die giftigen und bissigen Türken mit einer 7:3-Packung auf die Heimreise und qualifizierten sich damit sensationell fürs Halbfinale. Vor allem in der zweiten Hälfte war praktisch jeder Schuss ein Treffer.

Freystadts lautstarker Anhang war aus dem Häuschen, und das sollte er auch nach dem Halbfinale gegen Feucht sein, allerdings anders als geplant. Die Emotionen kochten nämlich hoch, als Schiedsrichter Matthias Schwarz (Burgsalach) gegen Freystadt beim Stand von 2:0 für Feucht einen umstrittenen Siebenmeter verhängte (den Schulig zum 3:0 verwandelte), auf der anderen Seite beim Zwischenstand von mittlerweile 3:2 aber weiterspielen ließ, als ein Feuchter mit gestrecktem Bein im eigenen Torraum klärte.



Der Außenseiter fühlte sich verschaukelt, bei manchen brannten die Sicherungen durch. Torjäger Ünal kommentierte eine Zwei-Minuten-Strafe mit dem Scheibenwischer und sah „Rot“. Ein Mannschaftskamerad folgte nur wenige Sekunden später nach einer Verwechslung der Sportart (Kung-Fu statt Fußball).

Erstaunlich, dass Freystadt trotz zweifacher Unterzahl das Spiel offen hielt, Feucht rettete sich mit einem 4:3 ins Finale. Nachzutragen wäre noch die dritte Rote Karte des Spiels für den Freystädter Torhüter nach Spielschluss wegen Schiedsrichterbeleidigung.

Schnell wieder abgekühlt

Bis zur Siegerehrung war aber alles wieder vergessen. Artig bedankte sich der Rangdritte Freystadt (4:3 im Siebenmeterschießen gegen den Verlierer des zweiten Halbfinales Solnhofen) bei den anderen Teams, bei Schiedsrichtern und Kreisspielleitung. Der Frust war vergessen, die Weltverschwörung ausgefallen.

Insofern: Mustafa Yilmaz hatte Recht: Man wunderte sich in jeder Hinsicht über die spielstarken Türken. Und die meisten in der Halle in Neumarkt waren sich einig: Ohne sie wäre es erstens viel leiser und zweitens viel langweiliger gewesen. 



ROBERT GERNER

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