17°

Donnerstag, 19.10. - 18:45 Uhr

|

Das Arbeitszeugnis

Arbeitszeugnis © dpa


Jedes Zeugnis liest sich positiv, das ist gesetzlich vorgeschrieben. Offen negative Worte oder vernichtende Formulierungen sind verboten. Deshalb kann sich hinter einer – vermeintlich – freundlichen Formulierung herbe Kritik verbergen. Bestandteile eines qualifizierten Zeugnisses:

  • Überschrift (Arbeitszeugnis, Zwischenzeugnis, Praktikantenzeugnis etc.)
  • Einleitung (Personalien sowie Dauer des Arbeitsverhältnisses)
  • Beruflicher Werdegang , sofern sich Position und Tätigkeiten änderten
  • Aufgabenbeschreibung (Position, Beschreibung der Kompetenzen in der Firma, detaillierte Aufgabenbeschreibung) – bis hierhin alles stets ohne Wertungen
  • Leistungsbeurteilung (Arbeits weise , Arbeitsleistung , Arbeits erfolge )
  • Verhaltensbeurteilung (Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen/innen, Geschäftspartner/innen etc.)
  • Schlusssatz (Beendigungsformel,
  • Dankes-/Bedauernsformel,
  • Zukunfts - und Erfolgswünsche)
  • Unterschrift mit Rang und Kompetenz des Zeugnisausstellers,
  • Ausstellungsdatum


Fehlt einer dieser Bereiche oder ein Teil davon, kann dies eine versteckte Warnung an potenzielle künftige Arbeitgeber sein.

Doch nicht jeder Chef weiß, wie ein professionelles Zeugnis erstellt wird: Bitten Sie ihn daher um Ergänzung, falls Sie einen Aspekt vermissen. Ein einfaches Zeugnis, z. B. bei Aushilfstätigkeiten, beschränkt sich auf Art und Dauer der Beschäftigung. Verlangen Sie stets ein qualifiziertes Zeugnis! Das Arbeitszeugnis

Für jeden der genannten Zeugnisabschnitte gibt es Standardformulierungen , vor allem aber für die Beurteilung von Leistung und Verhalten . Hier einige Beispiele zur Bewertung der Arbeitsleistung anhand einer Standardformulierung:

Der Arbeitgeber schreibt... Sie hat die ihr übertragenen Arbeiten stets zu unserer vollsten Zufriedenheit erledigt.

.... und meint damit... sehr gut, Note 1

Der Arbeitgeber schreibt... Sie hat die ihr übertragenen Arbeiten stets zu unserer vollen Zufriedenheit erledigt.

.... und meint damit... gut, Note 2

Der Arbeitgeber schreibt... Sie hat die ihr übertragenen Arbeiten stets zu unserer ( – ) Zufriedenheit erledigt.

.... und meint damit... befriedigend, Note 3

Der Arbeitgeber schreibt... Sie hat die ihr übertragenen Arbeiten ( – ) zu unserer ( – ) Zufriedenheit erledigt.

.... und meint damit... ausreichend, Note 4

Der Arbeitgeber schreibt... Sie hat die ihr übertragenen Arbeiten im Großen und Ganzen zu unserer ( – ) Zufriedenheit erledigt.

.... und meint damit... mangelhaft, Note 5

Der Arbeitgeber schreibt... Sie hat sich bemüht , die ihr übertragenen Arbeiten zu unserer Zufriedenheit zu erledigen.

.... und meint damit... ungenügend, Note 6

Die Note 1 für das Verhalten könnte lauten: Ihr Verhalten zu Vorgesetzten und Mitarbeitern war stets einwandfrei/vorbildlich. Bei der Note 2 fehlt das Wörtchen „stets“. Wird „Geselligkeit“ oder „...trug zur Verbesserung des Betriebsklimas bei“ angeführt, kann das auf Geschwätzigkeit oder Alkoholkonsum in der Firma hindeuten. Verabschiedet sich der Chef mit „Für Ihre Mitarbeit bedanken wir uns.“, heißt das im Klartext: „...und tschüss!“.

Selbst Kaffeeflecken, Eselsohren, vermeintliche „Ausrutscher“ vor der Unterschrift und viele kleine Zeichen mehr können geübten Zeugnislesern Hinweise auf die tatsächliche Wertschätzung der beurteilten Person geben.

Quelle: Arbeitsagentur.de 

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Name:

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Jobportal