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Mittwoch, 13.12. - 08:21 Uhr

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Tipps zum Lebenslauf

Richtig bewerben © dpa


Haben Sie erst einmal mit dem Anschreiben und Ihrem Foto das Interesse geweckt und damit die erste Hürde genommen, wird im zweiten Schritt Ihr Lebenslauf geprüft. Zusammen mit dem Anschreiben ist dieses Dokument der wichtigste Teil in Ihrer Bewerbung. Hier müssen Sie deutlich machen, dass Ihre Qualifikationen und Erfahrungen zur ausgeschriebenen Stelle passen. Sie können dabei in der Gestaltung des Lebenslaufs durchaus etwas kreativ sein und Akzente setzen.

Ein Tipp: Schreiben Sie keinen Standardlebenslauf. Wenn Sie sich für verschiedene Stellen mit unterschiedlichen Tätigkeiten bewerben, können Sie auch unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Beachten Sie aber, dass die Angaben im Anschreiben, Lebenslauf und in den Zeugnissen übereinstimmen müssen.

Der Inhalt des Lebenslaufs

Sehen Sie hier, welche Daten auf jeden Fall in einen Lebenslauf gehören und was Sie bei der Darstellung Ihres beruflichen Werdegangs berücksichtigen sollten.

Persönliche Daten

Vor- und Familienname, Adresse (die Anschrift kann auch im Anschreiben stehen.) Kontaktdaten (Festnetz- und Mobilnummer, E-Mail-Adresse). Freiwillige Angaben sind: Geburtsort, Geburtsdatum, Familienstand und Anzahl der Kinder. Ein Bewerbungs-Foto ist in den Lebenslauf einzufügen, falls es nicht auf das Deckblatt der Bewerbung geklebt wurde.

Schul-Ausbildung

Besuchte Schulen und Abschlüsse, Angabe in Jahren. Wenn Sie schon viele Jahre Berufserfahrung haben, reicht es aus, nur den letzten Schulabschluss zu nennen. Wehr- und Ersatzdienst, freiwilliges soziales, kulturelles oder ökologisches Jahr Diese Zeiten gehören alle in den Lebenslauf. Berufsausbildung Berufsausbildung: Ausbildungsberuf, Ausbildungsfirma, Abschluss

Berufspraxis

Zählen Sie alle beruflichen Stationen mit Position und Firma auf, jeweils mit Angabe von Monat und Jahr. Hier darf es ein bisschen ausführlicher sein. Bemerkenswertes wie übertragene Verantwortung, Projekterfahrung, besondere Leistungen usw. können stichpunktartig erwähnt werden.

Betreuungs- und Erziehungszeiten

Führen Sie ggf. Zeiten der beruflichen Weiterbildung während der Elternzeit an.

Sonstiges, Weiterbildung

Nennen Sie alles, was mit Ihrer beruflichen Tätigkeit zu tun hat, heute aktuell ist und zu Ihrer Stelle passt.

Besondere Kenntnisse und Fähigkeiten (ohne Sonstiges)

Dies können z. B. sein: EDV-Anwendungen, Sprachen, handwerkliche Fertigkeiten. Treffen Sie eine Auswahl, die mit dem angestrebten Job harmoniert – also nicht einen Töpferkurs angeben, wenn Sie sich als Sekretärin bewerben. Vorsicht bei der Auswahl: Fallschirmspringen und Psychokurse bitte nicht aufführen!

Hobbys, Interessen, ehrenamtliches und soziales Engagement, Sport, Politik

Allgemein gilt: Nennen Sie nur Wichtiges, zusätzlich alles, was im Zusammenhang mit der Stelle Sinn macht.

Beispiele:

  • Mannschaftssport, wenn es auf soziale Kompetenz ankommt (Sportler gelten als sozial befähigt)
  • Kassenwart in einem Verein, wenn es (z.B. kaufmännisch) um Zuverlässigkeit, Genauigkeit, Vertrauenswürdigkeit geht.


Form und Aufbau des Lebenslaufs

Zwei Formen des Lebenslaufs sind zu empfehlen. Sie können Ihre Berufserfahrung chronologisch darstellen, indem Sie bei der Darstellung Ihrer Tätigkeiten der zeitlichen Entwicklung folgen. Bei der antichronologischen Darstellung beginnen Sie umgekehrt mit Ihrer letzten beruflichen Position und gehen dann rückwärts bis zu Ihrer Berufs- und Schulbildung. Die chronologische Form des Lebenslaufs tritt immer mehr in den Hintergrund, eine antichronologische Darstellung wird zum Standard.

Ein Tipp: Falls Sie einmal arbeitslos waren, weisen Sie darauf hin, wenn Sie die Zeit genutzt haben, um sich fortzubilden. Sie können abschließend eine „Dritte Seite einfügen“, um sich von anderen Bewerbern und Bewerberinnen abzuheben. Auf ihr formulieren Sie einen Punkt, der Ihnen wichtig ist, z.B.: Zu meiner Person. Was Sie noch wissen sollten! Was mir wichtig ist! Warum ich?

Worauf Personalverantwortliche achten

Personalverantwortliche können geschönte Lebensläufe erkennen. Sie versuchen, biografische Grundlinien und Charaktermerkmale aus dem Lebenslauf „herauszulesen“.

Sehen Sie, was die Personalentscheiderin Kirstin Plaschke dazu sagt: „Darauf achte ich beim Lebenslauf besonders: Ist die Biografie geradlinig und logisch nachvollziehbar? Lässt sich eine Karriere- und Lebensplanung erkennen? Oder hat er ziellos mal dies, mal jenes probiert? Das sind so die typischen Punkte, die wir Personaler im Hinterkopf haben.“

Zwei Aspekte sind es vor allem, für die sich die Personalverantwortlichen interessieren: Zum einen: Lücken im Lebenslauf und Stellenwechsel. Zum anderen die Entwicklung Ihrer Karriere und Berufswechsel. Ein Tipp: Bleiben Sie ehrlich und machen Sie im Lebenslauf keine falschen Angaben.

Personalentscheider können Bluffs erkennen: • wenn die Angaben im Lebenslauf nicht mit den Zeiten in den Zeugnissen übereinstimmen. • wenn die Angaben zeitlich nicht plausibel sind, zum Beispiel was Sie in einem kurzen Zeitraum alles gemacht haben wollen. • durch Nachfragen bei Schulen, Ausbildungsstätten, Betrieben, Finanzamt und so weiter.

Übrigens: Fälschen von Zeugnissen ist eine strafbare Urkundenfälschung! Lücken in Ihrer Biographie sind nicht vorteilhaft. Bei den meisten Personalverantwortlichen erwecken sie Misstrauen. Sie sollten deshalb Lücken im Lebenslauf zwar angeben, aber möglichst plausibel erklären. Wichtig ist, dass Sie dabei immer bei der Wahrheit bleiben. Auch häufigere Stellenwechsel, oder eine sehr lange Verweildauer in derselben Firma können Sie im Lebenslauf vorteilhaft darstellen. Bei häufigem Wechsel: Begründen Sie jeden Arbeitswechsel kurz und stichhaltig z.B. indem Sie den neuen Aufgaben- oder Interessenbereich hervorheben. Bei sehr langer Verweildauer: Zeigen Sie z.B. Ihre Entwicklung in der Firma auf, stellen Sie Ihre verschiedenen Funktionen oder auch Veränderungen Ihres Einsatzortes dar. Geben Sie auch verschiedene und zusätzliche Aufgaben an, z.B. die zeitweilige Übernahme von Verpflichtungen in einer anderen Abteilung.

Unterbrechungen im Lebenslauf: Menschen verändern sich und das Leben verläuft nicht geradlinig. Trotz dieser Tatsache sehen viele Personalverantwortliche Unterbrechungen im Lebenslauf kritisch. Versuchen Sie deshalb, „Brüche“ in Ihrem Berufsleben zu „glätten“, und bereiten Sie sich darauf vor, Richtungswechsel im Bewerbungsgespräch verständlich zu machen. Auch gegen die „Arbeitslosigkeit“ in Ihrem Lebenslauf können Sie etwas tun. Eine Phase der Arbeitslosigkeit kann auch als eine Phase der Arbeitsuche oder als Bewerbungsphase beschrieben werden. Führen Sie sinnvolle Tätigkeiten während der Arbeitslosigkeit an, zum Beispiel: Fortbildungen, Praktika, freiberufliche Arbeit, ehrenamtliche Tätigkeit im Berufsfeld, Fremdsprachenanwendung. Aber achten Sie darauf, dass Sie diese auch belegen können. Familienphasen müssen Sie nicht erklären oder verstecken. Betonen Sie, was Sie zum Beispiel bezüglich Organisation und Zeitmanagement in der Arbeit mit Kindern geleistet und gelernt haben. Viele Unternehmer wissen das durchaus zu schätzen. Anführen sollten Sie nützliche Fortbildungen für die Stelle, die Sie während der Familienphase gemacht haben – auch dann zum Beispiel, wenn Sie sich Computer- oder Internetkenntnisse angeeignet haben, um Ihren Kindern besser bei den Hausaufgaben helfen zu können.

(Quelle: Bundesagentur für Arbeit) 

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