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Werden Sie initiativ!

Werden Sie initiativ! © dpa


Wer nicht warten will, bis der Ideal-Job in einer Stellenanzeige erscheint, kann sich mit einer Initiativbewerbung zielgerichtet auf eine Wunschposition bewerben. Die Vorteile: Sie beweisen die von Arbeitgebern geschätzte Eigeninitiative und stoßen dabei auf wenig Konkurrenz.

Direktvermarktung birgt Chancen – auch für Ihre Arbeitskraft

Ihr Vorteil: Sie konkurrieren nicht mit vielen anderen Bewerbern und können von daher mit einer größeren Aufmerksamkeit rechnen. Eigeninitiative bei der Jobsuche wird grundsätzlich positiv bewertet. Im günstigsten Fall ist gerade eine offene Stelle zu besetzen. Wenn Ihre Anfrage gut ankommt, können Sie aber auch in eine interne Bewerberliste aufgenommen werden. Bei Bedarf spricht die Firma Sie dann an, vielleicht ohne eine Stellenausschreibung zu veröffentlichen. Ihr Nachteil: Sie wissen nicht, ob die Firma tatsächlich gerade jetzt eine Ihnen entsprechende Stelle zu besetzen hat. Eine Initiativbewerbung kann deshalb unter Umständen erst mit einer größeren Zeitverzögerung zum Ziel führen.

Adressen recherchieren

Zuerst einmal müssen Sie Adressen von Firmen finden, die entsprechend Ihrer persönlichen Zielsetzung für eine Bewerbung in Frage kommen:

  • Gelbe Seiten
  • Telefonbuch
  • Internet
  • Wirtschafts-Nachschlagewerke
  • Industrie- und Handelskammer oder Handwerkskammer Messe-/Ausstellerkataloge (häufig im Internet bei den jeweiligen Messeveranstaltern zu finden)

Telefonisch oder schriftlich

Sicher kostet es am Anfang Überwindung, zum Telefonhörer zu greifen. Aber Sie werden sehen, nach einigen Gesprächen gewinnen Sie an Sicherheit. Manchen liegt das Telefonieren gar nicht, dann sollten Sie sich auf die schriftliche Bewerbung beschränken, die Sie in Ruhe erstellen können. In manchen Bereichen, zum Beispiel im Vertrieb, kann ein telefonischer Erstkontakt günstig sein, weil Sie Ihre freundliche Überzeugungskraft gleich demonstrieren können.

Telefonische Kontaktaufnahme

Gesprächsvorbereitung: Beschreiben Sie auf einem Notizblatt in 2 bis 3 knappen Sätzen, welche Tätigkeiten Sie ausüben wollen und was Sie der Firma zu bieten haben. Lebenslauf und persönliches Leistungsprofil halten Sie bereit.

Ansprechpartner/-in ermitteln

Gehen Sie über die zentrale Rufnummer der Firma und fragen Sie, wer für den Personalbereich (beziehungsweise die Produktion, den Verkauf …) verantwortlich ist. Bei Rückfragen antworten Sie: „Ich möchte einen Brief adressieren."

Hürde Sekretariat nehmen

Sie verlangen Ihre/-n Ansprechpartner/-in. Bei Rückfragen antworten Sie: „Es handelt sich um ein persönliches Anliegen" oder „Es geht um die Stelle als … (Bezeichnung der Tätigkeit, für die Sie sich bewerben wollen)."

Ansprechpartner/-in kontaktieren

Tragen Sie Ihr vorher formuliertes Angebot in wenigen Sätzen vor (siehe Gesprächsvorbereitung) und schlagen Sie einen persönlichen Gesprächstermin vor.

Keine Zeit

Wenn Sie signalisiert bekommen, dass Ihr Gesprächspartner unter Termindruck steht: Fragen Sie, wann der Zeitpunkt günstiger ist. Rufen Sie pünktlich wieder an. Am Ende bedanken Sie sich für das Gespräch.

Schriftliche Kontaktaufnahme

Bei einer Inititiativbewerbung erhöhen Sie Ihre Chance auf Erfolg durch eine Argumentation, die aufzeigt, für welche Aufgaben im Zielunternehmen Sie besondere Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten haben und inwieweit dies für den zukünftigen Arbeitgeber einen zusätzlichen Nutzen bringen wird. Legen Sie also großen Wert auf die Argumentation im Bewerbungsschreiben, die Aufbereitung der Fakten im Lebenslauf und die Zusammenstellung der sonstigen Dokumente. Eine Initiativbewerbung ist keine „Blindbewerbung“, sondern eine durch Recherche gut vorbereitete Aktivität! Eine besondere Form der Initiativbewerbung ist die „zielgrupppenspezifische Kurzbewerbung“. Sie kontaktieren durch den Versand Ihres Bewerbungsschreibens und Ihres Lebenslaufes eine größere Anzahl von Unternehmen einer Region oder einer Branche, die über für Sie interessante Aufgaben verfügen. Wenn Sie damit Erfolg haben wollen, müssen Sie für den Text und die Gestaltung des Lebenslaufes ebenfalls die oben geschilderte Sorgfalt aufbringen. In der Regel wird der Versand Ihrer Unterlagen per E-Mail (möglichst pdf-Format) akzeptiert. In Zweifelsfällen fragen Sie beim Unternehmen nach.

Vorher telefonieren?

Auch bei der schriftlichen Bewerbung kann sich ein telefonischer Erstkontakt günstig auswirken. Sie gehen vor wie oben beschrieben und schlagen anstelle eines Termins vor: „Ich würde Ihnen gerne aussagekräftige Unterlagen zusenden, aus denen Sie erkennen können, was ich für … (die Firma beim Namen nennen) leisten kann."

Informelle Wege nutzen

Wer schneller an Informationen über freie Stellen kommt, verschafft sich einen Wettbewerbsvorteil. Besonders interessant sind in diesem Zusammenhang die intern vergebenen Jobs, also immerhin fast die Hälfte. Es ist nicht leicht, an diese Informationen zu kommen, und normalerweise erfahren Sie es nur durch Zufall. Aber Sie können Ihrem Glück auf die Sprünge helfen. Erinnern Sie sich: Laut Angaben der Firmen selbst werden 15 % der Stellen durch Mitarbeiterhinweise vergeben. Sie sollten deshalb anderen erzählen, dass Sie einen Job suchen. So erhalten Sie vielleicht den entscheidenden Tipp: Lassen Sie sich durch den Kopf gehen, wer in Ihrem Bekanntenkreis oder in der Verwandtschaft in Firmen arbeitet, die für Sie interessant sind. Gibt es jemand, der in Ihrer Ziel-Branche im Vertrieb arbeitet? Außendienstler haben Kontakt zu vielen Firmen. Vielleicht hat ein Firmeninhaber kürzlich erzählt, dass er dringend eine Kraft sucht. Bei der Standortbestimmung haben Sie sich Namen von Kollegen/-innen oder Vorgesetzten in früheren Firmen notiert. Lassen Sie alte Kontakte aufleben, die können Ihnen jetzt helfen.

(Quelle: Bundesagentur für Arbeit) 

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