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Im Nürnberger Zauberturm spielen sich unglaubliche Dinge direkt vor den Augen des Publikums ab. Close-up-Zauberei nennt man das Wechselspiel zwischen Magie und Interaktion mit dem Zuschauer. Alles scheint zum Greifen nah – und bleibt doch unbegreiflich.
«Mir macht es Spaß, andere Menschen zu begeistern, zum Lachen zu bringen, zu sehen, wie die Alltagslast von ihnen abfällt», erzählt Hobby-Zauberkünstler Peter Schramm. Er ist einer von 17 Mitgliedern des Magischen Zirkels Nürnberg, das jüngste ist gerade 22, das älteste 90 Jahre alt.
13 Zirkelfreunde zaubern aktiv und stellen im Wechsel das Programm im Zauberturm auf die Beine. Neun Vorstellungen pro Jahr waren geplant, als man die «Matineen im Zauberturm» 2002 aus der Taufe hob. Mittlerweile heißt das Programm schlicht «Zauber im Turm», findet nicht mehr nur am Vormittag und zudem auch wesentlich öfter statt. Peter Schramm kann nur vermuten, warum der Zuspruch so rege ist: «Weil wir so gut sind», sagt der 66-Jährige. «Die Mund-zu Mund-Propaganda läuft jedenfalls hervorragend und wir sind meist mehrere Monate im Voraus ausgebucht.»
Zweimal im Monat treffen sich die Zirkelfreunde, um sich auszutauschen, gegenseitig Kunststücke vorzuführen und sich zu verbessern. «Aber der Magische Zirkel ist keine Zauberschule», betont Schramm, «trotzdem können wir einem interessierten Menschen Tipps geben, wie er zur Zauberkunst kommt.» Das sei allerdings ein langer, steiniger Weg.
Wer in den Magischen Zirkel aufgenommen werden will, muss schon zaubern können. Der Magische Zirkel von Deutschland mit bundesweit 90 Ortszirkeln und insgesamt 2.800 Mitgliedern schreibt eine Aufnahmeprüfung in Theorie und Praxis vor. Erst wenn man die bestanden hat, entscheidet eine geheime Wahl darüber, ob man dazu gehört.
Wer es geschafft hat, wird eingeweiht. «Manchmal lässt man aber auch ein Zirkelmitglied ein wenig schmoren, bevor man sein Geheimnis lüftet», meint Peter Schramm. Die Zuschauer dagegen lässt man schmoren, bis sie schwarz sind. Weitere Infos und Anmeldung
Kerstin Wolters |