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Attraktion Baustelle: Augustinerhof schon jetzt ein Hingucker

100-Millionen-Euro-Projekt: Passanten beobachten Bagger am Bauzaun - 22.09.2017 09:05 Uhr

Ein Vierteljahrhundert tat sich nichts auf dem Augustinerhof-Grundstück im Herzen der Stadt: Seit kurzem dominiert das Gelb der Baumaschinen — neben dem matschigen Rotbraun des Untergrunds — das Erscheinungsbild des 5200 Quadratmeter großen Areals. © Foto: Stefan Hippel


Ende 2019 sollen die Arbeiten auf der bis vor kurzem noch als Parkplatz genutzten Brachfläche abgeschlossen sein. Momentan geben die Tiefbohrer den Ton an: Riesige Baufahrzeuge rollen über den matschigen Boden des Grundstücks in Hauptmarktnähe.

Mit ohrenbetäubenden Lärm fräsen Bohrer in bis zu 17 Meter Tiefe, bis sie auf festen Fels stoßen. Der Durchmesser des Bohrgeräts beträgt 1,20 Meter. Es sind also gewaltige Löcher, in die anschließend Beton gegossen wird.

Die Pfähle stehen später dicht an dicht, so dass sie eine unterirdische Wand bilden. Knapp 400 Betonsäulen stecken nämlich rund um das gesamte Areal im Erdreich. Sie sollen das Eindringen von Grundwasser verhindern. Erst wenn der Zufluss von Grundwasser gestoppt ist, können die Raupen mit den riesigen Schaufeln insgesamt 35 000 Kubikmeter Erdreich ausbaggern - ohne dass die Baugrube wieder vollläuft.

"Erleichterung und Spannung"

Nach dem Ausbaggern sorgt eine zusätzliche Betonwand direkt an den Pfählen für Dichtigkeit, außerdem soll eine 70 Zentimeter starke Bodenplatte verhindern, dass Grundwasser herein drückt. In einer sogenannten weißen Wanne werden dann die Rohbauten hochgezogen.

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Der Augustinerhof: Die unendliche Geschichte

Der Augustinerhof spielt eine besondere Rolle in der Historie der Stadt. Der bisher erste und einzige Bürgerentscheid in der Nürnberger Geschichte fand wegen des Geländes an der Pegnitz statt. Doch auch mehr als 15 Jahre später ist, abgesehen von einem Parkplatz, dort nicht viel passiert. In unserer Bildergalerie gibt es einen Überblick über die Geschichte des Zankapfels.


Bei Bauherr Gerd Schmelzer löst das Gewusel auf dem 5200 Quadratmeter großen Grundstück im Herzen der Stadt ein erhebendes Gefühl aus: "Ich sehe es mit Erleichterung und Spannung. Es ist schließlich wie in einem Vierer-Bob: Wenn der Schlitten losfährt, ist er nicht mehr zu bremsen.

Es gibt jetzt kein Zurück mehr“, meint er am Bauzaun an der Winklerstraße.

Damit kommt nach einem Vierteljahrhundert Stillstand endlich Bewegung auf das Gelände. Abgehakt ist der Bürgerentscheid von 1996, der den monumentalen Glaspalast des Chicagoer Architekten Helmut Jahn verhindert hat. Vorbei auch der lange Rechtsstreit mit einem Anwohner, der das Vorhaben verzögert hat. Die Rohbauarbeiten sollen Anfang 2018 beginnen.

  

Hartmut Voigt

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