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Auf dem besten Weg zur Langeweile

Der 1. FC Nürnberg erfreut sich an einem unspektakulären Remis in Mönchengladbach - 24.08. 20:53 Uhr

NÜRNBERG  - Selten wurde ein Unentschieden im Umfeld des 1.FC Nürnberg mit so großer Erleichterung aufgenommen wie das in Mönchengladbach. Das 1:1 wird als Indiz dafür gedeutet, dass diese Saison genauso werden könnte, wie am Valznerweiher erhofft: spektakulär unspektakulär.


Dieter Hecking fand auch gegen Leverkusen die richtige Taktik.
Dieter Hecking fand auch gegen Leverkusen die richtige Taktik.
Foto: Wolfgang Zink

Es gab Lob vom Gegner — mal wieder. „Die Nürnberger haben das sehr gut gemacht“, sagte am Samstag Michael Frontzeck, Trainer von Borussia Mönchengladbach. Man hat das auch in der Vorsaison häufiger gehört: Die Trainer der anderen begeisterten sich an einer vornehmlich jungen Club-Mannschaft, sagten brav, dass die Nürnberger das gutgemacht hätten, meinten aber, dass sie es selten mit einer so naiven Mannschaft zu tun hatten. Nürnberg kickte mitunter spektakulär, vor allem aber häufig glücklos — das Lob gab es für den Club, die Punkte für den Gegner. So wollte man nicht mehr gelobt werden beim Club, auch deshalb trennte man sich von Oenning.

Jetzt kann man davon ausgehen, dass Frontzeck auch meinte, was er sagte. Es blieb ja nicht beim Lob für Nürnberg, diesmal gab es nach einem durchaus abwechslungsreichen 1:1 auch einen Punkt für eine immer noch vornehmlich junge Club-Mannschaft. Erwarten konnte man das so nicht unbedingt, eher musste man davon ausgehen, dass in dieser Spielzeit neben den Punkten auch häufiger die netten Worte ausbleiben würden.

„Irgendwann glaubt man das selbst“, sagte Dieter Hecking nach dem Remis über die vielen Prognosen vor Saisonbeginn. Dort war den Nürnbergern konstatiert worden, dass sie, wenn überhaupt, nur in zwei unbeliebten Nebenwettbewerben auf sich aufmerksam machen können: Hecking galt als Favorit auf den ersten Rausschmiss, seine Mannschaft als Top-Kandidat für den Abstieg. Gänzlich unbegründet war das nicht, zu schleppend verlief die Vorbereitung, zu zäh das erste Pflichtspiel in Trier.

Mit Glück und Schäfer

Gänzlich unbegründet ist zumindest die Sorge um den Klassenverbleib auch nach den 90 Minuten von Mönchengladbach noch nicht. Man darf skeptisch bleiben, schließlich verzagten die Gäste nach forschem Beginn, hatten den immer dominanter werdenden Gastgebern außer einer Großchance von Angreifer Julian Schieber wenig entgegenzusetzen.

Was über die Zeit half war Glück — und Raphael Schäfer. Der Torwart gehört zu denen, die sich im Vorjahr ignoriert fühlten, wenn tatsächlich zurecht gelobt wurde. „Wenn wir gewonnen haben, waren die Jungen die Besten“, drückte Javier Pinola im Interview mit dieser Zeitung die damalige Stimmungslage aus, „haben wir verloren, waren die älteren Spieler schlecht.“ Jetzt hatten sie zwar nicht gewonnen (weil der junge Spieler Schieber nicht getroffen hatte), sie hatten aber auch nicht verloren (weil der alte Spieler Schäfer kein weiteres Gegentor mehr zuließ). Sie hatten sich einfach gleich im ersten Spiel gemeinsam einen Punkt erkämpft.

Nun hofft man, dass dieser Punktgewinn ein Zeichen dafür ist, dass das nicht nur in der jüngeren Vergangenheit so unstete Nürnberg auf dem Weg zu einer ganz normalen, mitunter langweiligen Bundesliga-Mannschaft weiter ist, als erwartet. Es wird dann künftig vielleicht seltener Lob geben, aber genauso hatte man sich das beim Club ja gewünscht. 





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