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Alles im Druck

Medientechnologe als neues Berufsbild

Hunderttausende Zeitungen werden Nacht für Nacht in der Druckerei des Verlags Nürnberger Presse produziert. Medientechnologen sorgen dafür, dass alles glatt läuft. © Heinz Götz


Trotz aller Unkenrufe: Druckerzeug­nisse haben weiterhin einen wichtigen Platz in der Medienlandschaft und sie werden immer vielseitiger. Klein­ oder Kleinstauflagen werden ebenso vom Kunden geordert wie millionen­fach gedruckte Bestseller.

Dabei entscheidet häufig das end­gültige Erscheinungsbild einer Druck­sache über seine Wertigkeit für den Kunden. Ein vielgelesenes Buch sollte immer noch einen ansehnlichen Um­schlag haben und nicht in Einzelblät­ter auseinanderfallen, eine Zeitschrift beim Herausnehmen einer eingekleb­ten Werbung nicht zerreißen. Daher kommt der Druckweiterverarbeitung eine große Bedeutung zu. 

Vor über hundert Jahren musste sich der Buchbinder zunehmend von der handwerklichen Produktion ver­abschieden, er musste industriell ferti­gen, um den Anforderungen der Mas­senproduktion nachzukommen. Mit diesem Schritt setzte die Entwicklung von Druckverarbeitungsmaschinen ein und auch hier gilt: schneller und kostengünstiger.

Vielfalt und Individualität sind der Trend, dem auch das Finishing der Druckerzeugnisse nachkommen muss. Optik, Ausstattung, Funktionalität müssen stimmen, die Vielfalt der Materialkom­binationen gilt es zu erfassen, Flexibilität und einen hohen Grad an Service zu gewährleis­ten. 

Buchbinder reloaded

Zum 1. August 2011 wurde der bisherige Be­ruf Buchbinder in den Be­reichen Buchfertigung (Serie) und Druckweiter­verarbeitung durch den Beruf Medientechnologe Druckverarbeitung abge­löst. Den alten, hand­werklichen Buchbinder gibt es weiterhin.

Für die industrielle Druckverarbeitung und Buchproduktion sowie die Zeitschriftenherstel­lung bedeutet das neue Berufsbild, einen be­währten Weg weiterzu­entwickeln. Vor allem wurde der zunehmende Automatisierungspro­zess in den Druck­betrieben berücksich­tigt.

Zunehmend werden Kenntnisse aus den Berei­chen Mechanik, Elektro­nik und Pneumatik benö­tigt. Die Instandhaltung der Weiter­verarbeitungsanlagen hat hohes Ge­wicht — die Produktion muss schließ­lich jedem einzelnen Tag sicherge­stellt sein. Dazu bedarf es motivierter und technisch versierter Mitarbeiter.

Erstmals ist mit dem neuen Berufs­bild Medientechnologe jetzt eine Aus­bildung für den Versandraum der Zei­tungsproduktion möglich. In einem engen, feststehenden Zeitfenster müs­sen Produktionslinien mit Haupt­blatt, Regionalteilen, Beilagen und Zu­satzprodukten gesteuert werden. Es ist dabei der Einsatz des Personals zu koordinieren und zu gewährleisten, dass jede Zeitung dem entsprechen­den Zusteller zugeordnet wird. Die Ausbildung dauert drei Jahre, in einer praktischen Prüfung wird die Bedie­nung der Weiterverarbeitungsanla­gen, schriftlich werden Auftragspla­nung, Kommunikation und die Tech­nologie abgeprüft.
 
 

ERNST SOMMERFELD

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