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Mediengestalter bezähmen Daten

Ein Beruf, drei Fachrichtungen: Danach öffnen sich unendlich viele Möglichkeiten

Sarah Lochner, Auszubildende zur Mediengestalterin im Verlag Nürnberger Presse, bei einer Übungsarbeit: Sie entwickelt ein Werbemittel für ein Modellauto. © Matejka


Der Medienbereich ist ein riesiges Betätigungs­feld mit dem Zusammen­fügen von Text-, Bild­, Ton- und Grafikelemen­ten hin zu Online-Diens­ten, CD-ROMs und Da­tenbanken. Seit 1998 gibt es dafür den drei­jährigen Ausbildungsbe­ruf des Mediengestal­ters, nach der letzten Neuordnung 2007 mit dem Anhang Digital und Print. Mit der Neuord­nung wurde der Beruf auf den neuesten Stand gebracht, Fachrichtun­gen umorganisiert, neue Ausbildungsinhalte ange­fügt.
Der Andrang auf die begrenzte Zahl an Aus­bildungsplätzen in den Druck- und Medienbe­trieben ist weiter un­gebrochen. Neben den „traditionellen“ Ausbil­dungsstätten werden Mediengestalter-Azubis unter anderem in Ver­sandhäusern und sogar Bestattungsfirmen be­schäftigt
— überall, wo regelmäßig Drucksachen hergestellt werden.
Rund 50 Qualifizierungsschwer­punkte, Wahlmodule genannt, ermög­lichen eine Spezialisierung ebenso für Marketingagenturen wie Designstu­dios, für Mediendienstleistungsunter­nehmen, Verlage, Druckereien, aber auch für Landkarten- und Musikno­tenhersteller bis hin zu einem Einsatz im EDV-Bereich. Die neue Qualifika­tionseinheit Systembetreuung ermög­licht eine Ausbildung in der anwender­orientierten Systemadministration in
der Vorstufe.
 
Zeitungen wie Broschüren

Die ersten zwei Jahre wird vor allem Gestaltung, Typografie und der Umgang mit Daten vermittelt. Ent­sprechend der Fachrichtung kommen spezielle Kenntnisse der betrieblichen Ausrichtung hinzu. Die Aufgaben des Mediengestalters umfassen neben der Gestaltung klassischer Medien wie Zeitungen, Zeitschriften, Kataloge, Anzeigen, Broschüren, Geschäfts­drucksachen auch die Entwicklung von DVD- und CD-Applikationen, Internetauftritten und kurzen Filmbei­trägen.
Die immer stärker werdende Mehr­fachnutzung digitaler Daten spiegelt
sich in der Ausbildung wider. Neueste Technologien sind bereichsübergrei­fend zu vermitteln. Hinzu kommt die Notwendigkeit von Teamfähigkeit im Umgang mit Designern, Redakteuren, Programmierern.
 
Manager von Projekten

Die berufliche Ausrichtung unter­teilt sich in drei Fachrichtungen: Die Fachrichtung Beratung und Planung, die bisher Medienberatung hieß, ver­mittelt neben technischen Kenntnis­sen kaufmännische und Marketing­kompetenzen. Als zukünftige Kunden­berater und „Projektmanager“ erler­nen die Auszubildenden den Verkauf von Print- und Non-Print-Produkten und verfügen gleichzeitig über das technische Know-how, Daten auf ihre Verwertbarkeit zu beurteilen.
Konzeption und Visualisierung gibt es erst seit der Neuordnung. Vor allem in Agenturen und in den Werbeabtei­lungen der Verlage sind hier die Krea­tiven gefragt. Die Anforderungen des Kunden führen zu einer Gestaltungs­idee und der Entwicklung eines Medienprodukts, das dem Kunden präsentiert wird.
In der Fachrichtung Gestaltung und Technik wurden drei bisherige Fach­richtungen (Design, Operating, Tech­nik)
zusammengefasst. Hier wird als einziges in Print und Digital unter­schieden. Es werden Mediendaten unter Berücksichtigung gestalteri­scher und technischer Gesichtspunkte aufbereitet.
Wer sich schon frühzeitig für den Beruf Mediengestalter interessiert, der absolviert schon während der Schulzeit ein Praktikum in der Medienbranche. Durch Interesse am Beruf und entsprechendes Engage­ment
kann man dabei auf sich auf­merksam machen. Personalverant­wortliche greifen häufig auf Prakti­kanten zurück, mit denen sie gute Erfahrungen gemacht haben.
 
Glück gehört dazu

Wie schon festgestellt, es ist nicht einfach, einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Hilfreich ist es, sich über Fachrichtungen und Module genau zu informieren und dann mit etwas Glück im Bewerbungsgespräch seine Kompetenz zu beweisen.
Wie heißt es in einem Internetforum sinngemäß: Auch wenn der Markt von Idioten überlaufen ist, überall Preis­dumping herrscht und jeder denkt, dass alles am Computer nur Hobby ist, will ich trotzdem nichts anderes machen.
 

ERNST SOMMERFELD

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