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Der Leitenwanderweg bei Thuisbrunn ist mit Sicherheit eine der schönsten Touren in der Fränkischen Schweiz, und da der Ort in diesem Jahr mit einer Vielzahl von interessanten Veranstaltungen sein tausendjähriges Bestehen feiert, dürfte der Ausflug dorthin zu einem ganz besonderen Erlebnis werden.
Start ist am Parkplatz neben der St. Katharinen Kirche. Der Wandertafel ist zu entnehmen, dass es zwei Touren gibt, beide mit dem Thuisbrunner Ortswappen - zwei schwarze und weiße Felder, darüber ein goldener Quaderturm - gekennzeichnet. Der etwa 15-minütige Burgweg verläuft unterhalb des Burgbergs und bietet einen herrlichen Ausblick auf die umliegenden Höhenzüge. Der enge Trampelpfad kann nach Regenfällen sehr glitschig sein, also Wanderstöcke und festes Schuhwerk mitbringen.
Die Burg, erstmals 1338 in einer Nürnberger Chronik erwähnt und im Laufe der Geschichte mehrmals niedergebrannt und danach stets wieder aufgebaut, ist in Privatbesitz und deshalb nicht zugänglich. Offen dagegen ist, zumindest am Wochenende, die 150 Jahre alte Katharinenkirche.
Zu den acht Leiten
Wesentlich interessanter und anspruchsvoller als der Burgweg ist die Wanderung zu den acht Leiten rings um Thuisbrunn. Zunächst ein Stück den Burgweg entlang und dann gleich rechts hinunter zur Schmiedleite. Wir orientieren uns am Thuisbrunner Ortswappen, ergänzt durch Wegweiser mit den Namen der jeweiligen Leite.
Wie auf den Hinweistafeln zu erfahren ist, sind Leiten steil abfallende Trockenhänge, und auf dem Kalkmagerrasen haben sich Lebensräume für spezielle Tier- und Pflanzenarten gebildet. Früher nutzte man die an Nährstoffen kargen Hänge als Weideland für Schafe und Ziegen. Sollen diese blütenreichen und ökologisch außerordentlich wertvollen Standorte erhalten bleiben, müssen die Leiten sorgfältig gepflegt werden, und das ist rund um Thuisbrunn offenbar der Fall.
Die Schmiedleite ragt steil nach oben, gekrönt von einem gewaltigen Felsmassiv. Der Ort mit seinen zwei Wahrzeichen, der Burg und dem Turm der Kirche, ist von hier aus optimal zu sehen. Schöner kann eine Landschaft nicht sein. Also ein Plätzchen suchen und die herrliche Aussicht genießen. Anschließend weiter zur Seeleite. Beim Erreichen der Verbindungsstraße Egloffstein-Thuisbrunn links halten, bis die Markierung rechter Hand zur Knockleite führt. Danach kommen wir zur Hirtnleite. Ständig ändert sich das Panorama, Burg und Turm von St. Katharina bleiben aber stets in Sichtweite.
In einem großen Bogen umkreisen wir nun Brennbühl, wo vor Jahren ein Hockergrab aus der Jungsteinzeit gefunden wurde, und stoßen nach Durchschreiten eines größeren Waldstücks auf die Pinselleite. Der Blick von hier auf Thuisbrunn und seine Wahrzeichen wird zu einem letzten Höhepunkt. Kurz darauf erreichen wir den Parkplatz neben der Kirche. Zum Abschluss dann sicherlich die Einkehr im Gasthof Seitz in der Ortsmitte.
Wer die einmalige Schönheit der Landschaft in sich aufnehmen möchte, braucht für die rund fünf Kilometer gut eineinhalb Stunden. Vor dem Start empfiehlt es sich, die Wandertafel am Parkplatz sorgfältig zu studieren, da es zurzeit keine Wandkarte für den Rundweg gibt und die Markierung mitunter fehlt. Verlaufen kann sich gleichwohl niemand, da man sich immer am Kirchturm orientieren kann, und sollte jemand vom Weg abgekommen sein, einfach zurück ins Dorf gehen.
Wie kommt man nach Thuisbrunn? Mit dem Pkw auf der B 2 kurz hinter Gräfenberg in Richtung Egloffstein abbiegen, anschließend links nach Hohenschwärz. Thuisbrunn liegt nur noch ein paar Kilometer weiter.