Samstag, 16.02.2019

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BRK-Tag in Fürth: Warnung vor dem Kollaps

Der Fachkräftemangel trifft das Rettungswesen mit voller Wucht - 05.10.2017 18:20 Uhr

Zellner wörtlich: "Wir lassen keinen Patienten unversorgt, bangen aber um die dauerhafte Besetzung jeder Schicht im Rettungsdienst." Am Rand des "Starttags Ausbildung im BRK" mit Berufsanfängern aus dem ganzen Freistaat sagten Zellner und Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk, dass die Zahl der Notfalleinsätze landesweit in fünf Jahren "um drei bis fünf Prozent" zugenommen habe.

Auch Kreisgeschäftsführer Thomas Leipold (Fürth) sprach vom ständigen Ringen um die Dienstpläne. "Die personell angespannte Lage ist bei uns inzwischen Alltag." 90 Haupt- und rund 200 Ehrenamtliche, Tendenz fallend, bewältigten in und um Fürth pro Jahr 50 000 Einsätze, Tendenz steigend. Landesweit sind es rund 10 000 ehrenamtliche Einsatzkräfte, die sich mit 5000 Hauptamtlichen in der Lebensrettung engagieren.

Binnen zwölf Minuten vor Ort

Damit im Freistaat jeder Verletzte oder Kranke binnen zwölf Minuten Hilfe erhält, entstehen laut Stärk pro Jahr zehn neue Rettungswachen in ländlichen Gegenden. Als Gründe für diese Entwicklung nannte Zellner die Konzentration von Kliniken, die zunehmende Überalterung der Gesellschaft und nicht zuletzt unnötige Notrufe. Hinzu kommen seit Jahren Nachwuchsprobleme im Rettungswesen, die Schicht- und Bereitschaftsdienste mit sich bringen. Diese fordern die Helfer oft auch physisch und psychisch stark.

Den neuen Hauptberuf im Rettungsdienst, Notfallsanitäter, gibt es erst seit 2014. Die Ausbildung dauert drei Jahre. Ab dem Jahr 2021, erklärte Stärk, dürfe kein Rettungsfahrzeug mehr ohne Notfallsanitäter an Bord zum Einsatzort. Anders als den teils ehrenamtlichen Rettungsassistenten eröffnen sich Notfallsanitätern laut Stärk nicht nur berufliche Aufstiegschancen: Sie dürfen auch "heilkundlich" tätig werden, also Spritzen, Infusionen und Medikamente verabreichen. 

BIRGIT HEIDINGSFELDER

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