Mittwoch, 14.11.2018

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Bürger sind gegen Sandabbau am Birkensee

Bund Naturschutz kämpft gegen Zapf-Pläne - 08.05.2013 19:04 Uhr

Der Birkensee im Lorenzer Reichswald ist bei vielen Bürgern beliebt. © Fotos: PZ-Archiv, honorarfrei


Der Behringersdorfer Kalksandstein-Hersteller sieht keine Alternative zu dem rund zehn Hektar großen Abbau-Areal „Geißlach“ im Lorenzer Reichswald, zwischen dem Parkplatz an der Straße Schwaig-Diepersdorf und dem Birkensee.

Es ist bereits der zweite Vorstoß von Zapf innerhalb von wenigen Jahren: 2010 hatte sich allerdings der Planungsverband der Industrieregion Mittelfranken dagegen ausgesprochen, die „Geißlach“ als Vorbehalt- beziehungsweise Vorrangfläche für Sandgewinnung auszuweisen. Völlig zu Recht, meint der Bund Naturschutz, denn gleich mehrere gewichtige Argumente würden dagegen sprechen.

So handelt es sich bei dem Areal sowohl um Bannwald, als auch um ein Vogelschutzgebiet. Zudem sind die Flechtenkiefernwälder, die sich hier angesiedelt haben, gesetzlich geschützt.

Mitglieder des Bund Naturschutz und des Fränkischen Albvereins (in der Mitte Heide Frobel und Regionalreferent Tom Konopka) machten gestern am Birkensee mobil gegen den geplanten Sandabbau. © Buchner-Freiberger


BN-Regionalreferent Tom Konopka und Heide Frobel von der BN-Kreisgruppe Nürnberger Land erläuterten beim Ortstermin, warum: „Diese Wälder wachsen nur auf extrem nährstoffarmen Böden, und die sind bei uns selten.“ Der sandige, eigentlich lebensfeindliche Untergrund, der Albtraum jedes Bauern, biete Lebensraum für 14 verschiedene Flechten, sieben davon stehen auf der „Roten Liste“.

Alternativflächen

Nicht gelten lässt der Bund Naturschutz das Argument der Firma Zapf, es gebe keine Alternativen. „Allein im Lorenzer Reichwald sind 524 Hektar als Vorrang- und 366 Hektar als Vorbehaltsfläche für Sandabbau ausgewiesen“, rechnete Claus Bößenecker vom Fränkischen Albverein vor, einige davon im südlichen Landkreis, andere zum Beispiel bei Lauf und bei Schnaittach.

Freilich sei die Sanddüne am Birkensee „verlockender“: Beim Untergrund handelt es sich laut Tom Konopka um reinsten Quarzsand, der nicht einmal mehr gewaschen oder gesiebt werden müsste. „Statt Hunderttausende von Euro für Gutachten auszugeben und Raubbau an der Natur zu betreiben, sollte das Zapf lieber in Baustoffrecycling investieren“, meinte der BN-Regionalreferent.

Was den BN-Vertretern ebenfalls sauer aufstößt: Nicht der Planungsverband der Industrieregion Mittelfranken hat diesmal das letzte Wort. Selbst wenn sich dessen Mitglieder am Montag gegen den Sandabbau aussprechen, kann das Bergamt Bayreuth, bei dem Zapf einen entsprechenden Antrag gestellt hat, wohl anders entscheiden. 

Stefanie Buchner-Freiberger

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