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Cyber-Attacke auf Bahn: Ausfall in Nürnberg dauert an

Anzeigetafeln bleiben auch am Sonntag gestört - Züge nicht beeinträchtigt - 14.05.2017 12:36 Uhr

Seit der Cyber-Attacke auf die Deutsche Bahn sind die Anzeigetafeln am Nürnberger Hauptbahnhof gestört. © Isabel Lauer


Nach dem weltweiten Cyber-Angriff werden die betroffenen Anzeigetafeln der Deutschen Bahn noch "einige Zeit gestört bleiben". Das teilte ein Bahnsprecher am Sonntag auf nordbayern.de-Anfrage mit. Techniker müssten die Software in den betroffenen Bahnhöfen an jedem einzelnen Rechner, der die Anzeigetafeln steuert, reparieren. "Es gibt keinen zentralen Server, der die Tafeln steuert", sagte der Sprecher.

Auch die Technik zur Videoüberwachung war einem Sprecher des Bundesinnenministeriums zufolge betroffen. Am Nürnberger Hauptbahnhof herrschte auch am Sonntag noch tote Hose auf den Anzeigetafeln. Reisende mussten sich am Infopoint der Deutschen Bahn, online oder über die klassischen Fahrplanaushänge informieren, auf welchem Gleis ihr Zug abfuhr.

Die Bahn war zunächst das einzige Unternehmen in Deutschland, von dem bekannt wurde, dass es von der Attacke betroffen war. Nach Angaben des Konzerns war der bundesweite Zugverkehr allerdings nicht beeinträchtigt. Das Bundeskriminalamt nahm Ermittlungen auf. Netze der Bundesregierung seien nicht betroffen gewesen, teilte das Innenministerium mit.

Der globale Cyber-Anriff hatte am Freitag schätzungsweise 75.000 Computer in fast 100 Ländern lahmgelegt. Die Software der Hacker verschlüsselt die Daten auf dem befallenen Rechner. Am Freitag hatten die Folgen der Attacke viel Aufsehen erregt. In Großbritannien wurden Krankenhäuser lahmgelegt, in Spanien war der Telekom-Konzern Telefónica betroffen und in den USA den Versanddienst FedEx. Renault stoppte am Samstag die Produktion in mehreren französischen Werken - um die Ausbreitung der Schadsoftware zu verhindern, wie es hieß.

Die europäische Ermittlungsbehörde Europol sprach von einem "beispiellosen Ausmaß" der Attacke und regte ein internationales Vorgehen der Behörden an, um die Hintermänner zu finden. 

sh, dpa E-Mail

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