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Kein Wunder, dass nach der Rede des Bürgermeisters jedes Jahr erst einmal Schweigen herrscht, ehe die Röthenbacher mit ihren Anregungen und Wünschen loslegen: Rund eine Stunde war sie diesmal lang – und die Zuhörer erfuhren praktisch alles, was es über Röthenbach zu wissen gibt. 609 Menschen haben im vergangenen Jahr das Stadtmuseum besucht, 70244 Bücher, CDs und DVDs sind aus der Stadtbücherei ausgeliehen worden, die an 301 Tagen geöffnet war, das Hallenbad hatte rund 8000 Besucher.
Doch Günther Steinbauer blickte auch auf das große Ganze, den neuen Flächennutzungsplan zum Beispiel, das Stadtentwicklungskonzept oder den Marktplatz: „Welches Gesicht er einmal haben wird, kann niemand mit Sicherheit sagen.“ Auf jeden Fall versprach er in diesem Punkt eine Bürgerbeteiligung. Die Bürger waren dann auch in der Karl-Diehl-Halle gefragt, selbstverständlich erst nach der obligatorischen Ermahnung durch den Rathauschef, Hundehäufchen zu beseitigen und die Straße immer schön zu kehren, auch am Neujahrstag. Vor allem ging es in der Fragerunde um den Verkehr.
Einen Übergang zum neuen Lidl-Markt wünschte sich ein Anwohner der Ohmstraße. Die Stadtverwaltung, genauer gesagt Michael Lechner vom Tiefbau, antwortete so: „Sobald es die Witterung zulässt, werden wir diesen Übergang bauen.“ Problem erledigt. Genauso leicht zu klären: Die Beschwerde einer Anwohnerin der Seespitzstraße über Unkraut im Rinnstein. Der Bauhof schaut dort nach dem Rechten. Richtigen Ärger gibt es dagegen in der Frankenstraße. Dort, glaubt ein Hausbesitzer, befinde sich die „schlechteste Straße von Röthenbach“, der Asphalt sei „vom Bauhof auf das Primitivste zusammengepatscht“ – also nur notdürftig geflickt – worden.
Auch in der benachbarten Eigenheimstraße, musste der Bürgermeister zugeben, sieht es mit dem Belag nicht gut aus. Der Empfehlung, lieber solche Schlaglöcher auszubessern statt Radwege zu bauen, wollte er zwar nicht folgen, dem Fragesteller allerdings konnte er mitteilen, dass diese Ecke bereits „Priorität 1“ habe. Will heißen: Bevor andere Straßen saniert werden, rücken die Bauarbeiter in die Frankenstraße aus.
Eine Tempo-30-Zone in der Bahnhofstraße, vom Rathaus bis zur S-Bahn-Haltestelle: das war ein weiterer Wunsch, der an diesem Abend geäußert wurde. Allerdings dürfte die Stadt hier eher schlechte Karten haben, entscheiden muss das Staatliche Bauamt, das für die Strecke zuständig ist.
Und diese ist immerhin eine Staats- und noch dazu eine Hauptstraße durch den Ort. „Haarsträubende Sachen“ ereignen sich indes im Speckschlag. Dorthin werden viele Lastwagenfahrer von ihren Navigationssystemen gelotst, wenn sie unterwegs zum Gewerbegebiet HD2 sind. Mit dem Resultat, dass die breiten Fahrzeuge in den engen Straßen des Wohngebiets stecken bleiben und dabei Gartenzäune sowie Autos demolieren. Dabei wäre das Gewerbegebiet ganz einfach von der Staatsstraße aus zu erreichen, nur eben nicht über den Speckschlag. Die Verwaltung versprach, über das Aufstellen eines Hinweisschilds nachzudenken, muss darüber aber zuerst mit dem Staatlichen Bauamt sprechen.
Noch im Frühjahr sollen dagegen Hindernisse in der Speckschlagstraße aufgebaut werden, etwa kleine Bäume in Kübeln. Sie sollen dafür sorgen, dass Autofahrer in dieser Tempo-30-Zone auch wirklich nur mit 30 Stundenkilometern fahren. Hinweisschilder auf die Häuser mit den Nummern 2 bis 10 in der Donauschwabenstraße – für Ortsunkundige schwer zu finden – versprach der Bürgermeister ebenfalls. Warum die Rechnungen der Stadtwerke so spät kommen, wollte ein Bürger wissen. Dafür gibt es eine Erklärung: Vier von acht Mitarbeitern waren krank. Und dann doch noch ein Vorschlag zur neuen Mitte: Dort könnte man doch markante Häuser aus den Partnergemeinden nachbauen, etwa aus dem französischen Les Clayes und dem österreichischen Bad Gleichenberg. Schließlich fehlt noch immer ein Investor. Der Bürgermeister nahm es schlicht zur Kenntnis.
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