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Der Karren steckt im Dreck

Auch die neue Baugenehmigung bringt den Augustinerhof nicht voran — 25 Jahre seit dem ersten Jahn-Entwurf - 01.04.2016 21:12 Uhr

Schon seit sieben Jahren ist das Areal im Herzen der Altstadt ein Parkplatz. Wann endlich gebaut wird, ist nach wie vor unklar. Ein Nachbar bremst das Vorhaben bis dato aus. © Foto: Harald Sippel


Auch die jüngst freudig begrüßte Annäherung zwischen Eigentümer Gerd Schmelzer und seinem klagenden Nachbarn Wolfgang Bühl hat bislang keine Früchte getragen. Es herrsche Schweigen, so ist zu hören. Zwar liegt jetzt die Baugenehmigung für abgesenkte Trauf- und Firsthöhen vor, mit denen Kläger Bühl zufriedengestellt werden sollte. Doch Baureferent Daniel Ulrich bremst verfrühte Hurra-Rufer. „Keinerlei Bedeutung“ habe diese zweite Genehmigung. Man müsse davon ausgehen, dass Bühl auch gegen den neuen Bescheid klagen werde.

Kein Freiluftmuseum

Blicken wir — notgedrungen — zurück. Der erste Akt des unsäglichen Dramas liegt genau ein Vierteljahrhundert zurück: Anfang 1991 nämlich erfuhr die staunende Nürnberger Öffentlichkeit von den Plänen des Eigentümers Mohammad Abousaidy. Er hatte Star-Architekt Helmut Jahn engagiert und ihn ein 100 Meter langes und 25 Meter hohes Gebilde entwerfen lassen. Sofort wogte der Streit zwischen der Bürgerinitiative „Rettet die Sebalder Altstadt“ und den Befürwortern hin und her. Die Altstadt sei kein Freiluftmuseum, wandten Letztere ein. Der Bürgerentscheid von 1996 erledigte das Jahn-Projekt für alle Zeiten.

Bilderstrecke zum Thema

25 Jahre Augustinerhof

Das Areal im Herzen der Altstadt bewegt die Stadtplaner seit einem Viertaljahrhundert.


Tragisch, auch der begeistert aufgenommene Entwurf des Berliner Architekten Volker Staab änderte nichts am Stillstand, siehe oben. Dass die Altstadtfreunde damals ein mittelalterliches Haus als Sperrgrundstück für das Jahn-Projekt erworben haben, rächt sich nun auf überraschende Weise. Nachbar Bühl hat genau diese Immobilie erworben und klagt gegen die Baugenehmigung der Stadt.

Es sieht so aus, als würde der Parkschein-Automat auf dem Areal noch viele, viele Tickets ausspucken. 

c.s.

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