Donnerstag, 21.02.2019

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Der schwere erste Schritt ins Berufsleben

Nürnberger Zeitarbeitsfirma hilft jungen Ingenieuren - 27.02.2013 16:00 Uhr

Auch für junge Universitätsabsolventen gestaltet sich der Übergang ins Berufsleben nicht immer einfach – der Bewerbungsprozess kann mitunter zeit- und nervenaufreibend zugleich sein. © dpa


Sind die Unterlagen versandt, heißt es zum Teil, einfach nur warten auf eine Einladung zum ersten Bewerbungsgespräch und danach unter Umständen bis zum zweiten und eventuell auch noch bis zum dritten. Dann folgt in einigen Fällen noch ein Assessment-Center. Bei diesem Auswahlverfahren werden die Bewerber mit Problemen konfrontiert und ihr Umgang mit den Unwägbarkeiten bewertet. „Damit vergehen schnell ein paar Wochen; und wenn zu guter Letzt doch noch eine Absage kommt, dann ist die Enttäuschung groß und jede Menge Zeit verplempert“, weiß Werner Neumüller. „Bei uns hingegen läuft der Bewerbungsprozess anders, schneller, ab.“

Neumüller ist Inhaber der gleichnamigen Unternehmensgruppe mit Sitz in Nürnberg. Kerngeschäft von „Neumüller Ingenieurbüro“ ist es, Firmen über den Weg der Personalüberlassung bei der Rekrutierung von Technikern, Ingenieuren und Naturwissenschaftlern zu unterstützen. Der Personaldienstleister will die Personalabteilungen der Unternehmen entlasten, die ihn beauftragen. Das reduziere deren Aufwand und halte die Fixkosten niedrig.

„Je überlasteter die Personalabteilungen sind und je mehr Bewerbungen bei ihnen eingehen, umso länger dauert es, bis sie über die Bewerbungen entscheiden“, sagt Neumüller. Bei ihm dagegen würde innerhalb weniger Tage kurzfristig ein Termin für das Vorstellungsgespräch vereinbart. Dabei kämen auch Bewerber mit weniger guten Abschlüssen zum Zuge, die anderswo von vorneherein durchs Noten-Raster fielen und womöglich Absagen kassieren würden.

„Wir beschäftigen uns sehr intensiv mit jedem einzelnen Bewerber und versuchen, dessen Stärken herauszuarbeiten“, sagt Neumüller. Dabei entwickelten sich unter Umständen auch völlig neue Ideen für den künftigen Berufsweg. So könnte sich etwa bei genauerem Hinschauen herauskristallisieren, dass jemand, der sich als Verrechnungsingenieur beworben habe, viel eher im Vertrieb glücklich würde. Solche Möglichkeiten gelte es zu erkennen.

Wer bei Neumüller im Vorstellungsgespräch patzt, katapultiert sich nicht automatisch aus dem Rennen. Er bekommt Tipps, wie er es besser machen kann. Neumüller rät, den Lebenslauf tunlichst von hinten aufzurollen. Wenn man von vorne anfängt und zu ausführlich wird, kann es passieren, dass der Personaler das Gespräch abrupt beendet, weil bereits der nächste Termin ansteht.

W. Neumüller © OH


Neumüller, selbst Ingenieur, ist nach eigenen Angaben für circa 50 Firmen von ganz groß und Dax-notiert bis mittelständisch tätig. „Und ich kenne sie alle von innen und habe ihre Qualifikationsanforderungen genau im Kopf.“ Das sei wichtig, um Profile abgleichen und Bewerber und Firma passgenau zusammenbringen zu können. Die Ingenieursabsolventen werden bei Neumüller unbefristet angestellt – mit dem Ziel einer langfristigen Festanstellung auf einem Dauerarbeitsplatz bei dessen Kunden. Das geschieht laut Neumüller bei 93 Prozent seiner Mitarbeiter binnen 18 bis 24 Monaten.

In dieser Zeit habe er stets ein Auge auf sie. „Ich sehe meine Aufgabe darin, Coach zu sein für die beruflich noch unerfahrenen jungen Ingenieure, sie fortzubilden und ihnen zu helfen, eventuelle Defizite zu beheben.“ Arbeitsgebiete sind vorrangig Forschung und Elektronik-Entwicklung, die Projektierung von Kraftwerken oder Automatisierungstechnik, die Konstruktion und Inbetriebnahme in den Bereichen Automotive, Energie, IT, außerdem Medizintechnik, Pharmazie und Chemie sowie Luft- und Raumfahrt. Laut VDI (Verband Deutscher Ingenieure) bedeuten überzogene Gehaltsforderungen für den Bewerber schnell das Aus. „Neumüller Ingenieurbüro“ zahlt je nach Qualifikation auch übertariflich. „Es muss einfach fair zugehen, und man muss von seinem Verdienst auskömmlich leben können“, findet der Firmenchef. 

 

Uschi Assfalg

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