Donnerstag, 22.11.2018

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Echt tierisch: Jeder Stups ein Treffer!

Treibball als artgerechte Beschäftigung für Hunde — Teamarbeit zählt - 15.06.2018 20:47 Uhr

Hund in Aktion: „Treibball ist gelenkschonend, es macht Dooly viel Spaß“, weiß das Frauchen. © Günter Distler


Einen Hund, der einem Tennisball hinterherjagt oder einen Softball im Maul spazieren trägt, kennt man. Aber Vierbeiner, die mit großen Gymnastikbällen spielen, das ist doch ein recht ungewöhnliches Bild. Den bunten Kugeln begegnet man sonst eher in der Turnhalle und nicht auf einem Hunde-Übungsplatz. Auf dem Trainingsgelände des "Franken Schnauzen e. V." in Lauf liegen gleich mehrere davon in einem durch Planen abgesteckten Feld. Auf jeder Seite gibt es eine größere Ausbuchtung, die Tore. Das Runde muss ins Eckige, das ist auch beim Treibball so. Aber nicht mit den Füßen — Pardon – Pfoten, sondern mit der Schnauze, dem Kopf oder auch dem ganzen Hundekörper.

"Ursprünglich wurde Treibball für arbeitslose Hütehunde entwickelt", erklärt Trainerin Laura Baierlein. Als Ersatz, damit sie ihren natürlichen Jagdtrieb kontrolliert ausleben können. Die Gymnastikbälle, die dabei zum Einsatz kommen, werden deshalb auch "Schafe" genannt. Treibball sei eine artgerechte Beschäftigung, die sich ebenso für alle anderen Rassen eigne, so die Nürnbergerin. Zum einen, weil alle den Instinkt zum Jagen in sich tragen. Zum anderen, weil Größe oder Alter eines Hundes dabei keinerlei Rolle spielen.

Trainerin Laura Baierlein mit ihrem Hund Duke. © Günter Distler


Ja, aber wie funktioniert das Ganze nun? Um eines vorwegzunehmen: Die Vorstellung, dass sich hier mehrere Hunde fröhlich eine Art Fußballmatch liefern, ist komplett falsch! Im Trainingsfeld ist immer nur ein Vierbeiner mit seinem Herrchen oder Frauchen zugange. Denn darum geht es beim Treibball vor allem: um Teamarbeit zwischen Tier und Mensch. Durch Gesten und Kommandos lernt der Hund, welchen Ball er in welches Tor befördern soll. Höchste Konzentration ist auf beiden Seiten gefragt.

Kerstin Jaud macht mit ihrer Gelbbacke — eine Altdeutsche Hütehundrasse — den Anfang. Mit langgestrecktem Arm zeigt sie Mara die Richtung an, mit einem lauten "Stopp", vor welchem Ball sie halten soll. Dann stellt sich Frauchen in eines der vier Tore und signalisiert damit: Hier soll der Ball rein. Mara senkt den Kopf und stupst die Kugel geschickt ins Ziel. Eine Beschäftigung für Mara, die sie auch kopfmäßig fordert, habe sie gesucht, erzählt Jaud, wie sie zum Treibball kam. Stephanie Mang dagegen macht mit ihrer Französischen Bulldogge Dooly mit, weil diese Rückenprobleme hat, aber trotzdem genug Bewegung haben soll. "Treibball ist gelenkschonend und macht Dooly sehr viel Spaß", verrät sie. Anders als beispielsweise beim Agility, müssen die Tiere hier nicht über Hindernisse springen.

Trainerin Laura Baierlein hat selber zwei Border Collies. Welpe Abby ist mit seinen zehn Monaten noch Treibball-Anfänger. Der drei Jahre alte Duke hingegen schon Vollprofi. Wenn er und sein Frauchen das Feld bespielen, sieht man, was mit Teamarbeit gemeint ist. Jedes "Stups"-Kommando ein Treffer! Die 22-Jährige hat Treibball zunächst als Alternative zu bekannten Hundesportarten für ihre Vierbeiner entdeckt. "Ich war auf der Suche nach etwas, das mehr Abwechslung bietet", meint sie. Seit knapp einem Jahr ist sie Trainerin, seit März gibt sie bei den "Franken Schnauzen" Kurse nach der Methode von Bärbl Runggaldier. Die aus dem Raum Bamberg stammende Runggaldier betreibt dort eine Treibballschule und hat eine eigene Trainingslinie entwickelt.

Mehr Infos unter www.franken-schnauzen.de/?treibball 

MANUELA PRILL

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