Montag, 17.12.2018

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Ein Kleiner kommt groß raus

Für Basketball in Bamberg ein Glücksfall: Manager Wolfgang Heyder - 14.03.2011 13:36 Uhr

Wolfgang Heyder auf der Tribüne der Basketball-Arena in Bamberg. © dpa


Der Erfolg der Brose Baskets in Bamberg hat viele Väter. Einer von ihnen ist Manager Wolfgang Heyder. Er vereint sportliche Erfahrung als ehemaliger Spieler und Trainer mit wirtschaftlicher Kompetenz und Leidenschaft. Er ist ein Glücksfall für Bamberg.

Im Alter von 15 Jahren begann Heyder mit dem Basketballspiel. „Mit 1,78 Metern war ich aber auf Dauer zu klein für diesen Sport“, erinnert sich der 54-Jährige. Stattdessen betätigte er sich erfolgreich als Trainer. Dort coachte er die Zweitligamannschaften in Würzburg und Nürnberg. 2002 wurde er zum Jugendtrainer des Jahres gewählt.

Eigentlich wollte Heyder Pfarrer werden. Von der Theologie wechselte er dann ins Lehramt. „Meinen Beruf habe ich aber nie ausgeübt, genau so wenig wie meine Frau Gabi“, erzählt der Basketball-Freak. Beide gründeten eine Konzertagentur, die von Jahr zu Jahr besser lief.

„Deshalb haben wir uns entschieden, das weiter zu machen.“ „Durch die Organisation von größeren Veranstaltungen habe ich Dinge wie Budgetierung, Werbung und Planung gelernt“, betont der ehrgeizige Manager. „Das hat mir sehr geholfen, als ich 1999 das Amt des Geschäftsführers der damals neu gegründeten Basket Bamberg GmbH & Co. KG übernahm. Sportliche Leistungsfähigkeit lässt sich nur über wirtschaftlichen Erfolg erzielen.“ Teamfähigkeit, Motivationskraft und gegenseitigen Respekt bringt er als ehemaliger Spieler und Trainer mit in seinen Job.

In seiner mehr als elfjährigen Amtszeit stieg sein Budget von 800 000 Mark auf über sechs Millionen Euro. Zu seinen 35 festen Mitarbeitern gehören sieben Jugendtrainer und 25 Angestellte. Hinzu kommen 40 Honorartrainer, mit denen die Brose Baskets Nachwuchsarbeit an 65 Grundschulen in Ober-, Mittel- und Unterfranken betreiben. Die Förderung des Breitensports trägt auch dazu bei, Woche für Woche die 6800 Zuschauer fassende Stechert-Arena zu füllen.

An die Turbulenzen um die Hallengesellschaft in Bamberg vor einigen Monaten erinnert sich Heyder nur ungern. Er war damals nahe daran, ein Angebot des FC Bayern München anzunehmen, dessen Basketball-Team vor dem Aufstieg in die Basketball-Bundesliga steht. „Das Angebot, mit Uli Hoeneß und unserem ehemaligen Trainer Dirk Bauermann zusammenzuarbeiten, hat mich sehr gereizt – der FC Bayern ist ein Verein, bei dem man sich wiederfinden kann.“ Mittlerweile ist das Hallenproblem gelöst und Namensgeber Brose hat sein Engagement als Hauptsponsor verlängert. So blieb Heyder in Bamberg, auch aus Loyalität zu seiner fränkischen Heimat. Jetzt stehen wieder die sportlichen Ziele der Baskets im Vordergrund, die Verteidigung der beiden Titel und die erneute Qualifikation für die Euro-League. „Da wollen die Spieler alle hin.“

Und was kommt nach dem Basketball? „Ich habe noch zwei Lebensziele: Ich möchte ein Nachwuchszentrum aufbauen, das zu den besten der Welt gehört“, antwortet Heyder. „Persönlich möchte ich gerne eine Kabarett-Kneipe eröffnen, wo Menschen gemütlich ein Bier trinken“, erzählt der begeisterte Fan von Dieter Hildebrandt, Werner Schneyder und Gerhard Polt. 

Manfred Präcklein, dpa

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