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Vorbei sind die Zeiten, in denen Saunen rechteckige Schwitzkästen waren und die Schwimmbäder nach Chlor und Schulstunden rochen. Heute sind die 14 fränkischen Heilbäder und etliche andere Thermen in der Region wahre Erholungsoasen, die vor allem zwei Dinge versprechen: Gesundheit und Wohlgefühl. Der Kunde wird umworben wie nie zuvor: Massage hier, Aqua-Cycling dort, Südsee-Erlebnis im Salzsee oder Saunieren in der Finca. Der Kampf um den Tagesgast auf der Karte zwischen Treuchtlingen und Obernsees hat längst begonnen. Weil der Kunde es wert ist.
Rund 3,7 Milliarden Euro an Bruttoumsatz machten die bayerischen Heilbäder und Kurorte im vergangenen Jahr dank der Gesundheitstouristen. Doch die wenigsten waren Kurgäste. Die Mehrzahl der Kranken erholt sich mittlerweile in Tschechien, Polen oder Ungarn. Oder aber sie bleibt gleich zu Hause: „Die Kassen informieren gar nicht mehr richtig“, kritisiert Klaus Holetschek, Vorsitzender des Bayerischen Heilbäder-Verbandes anlässlich dessen Mitgliederversammlung am Montag in Bad Windsheim. Stattdessen würden die Kassenpatienten durch bürokratische Hürden und Widersprüche am laufenden Band von ambulanten Kuren abgehalten.
Also müssen die Badbetreiber vermehrt Selbstzahler anziehen. Und — auf lange Sicht mit Blick auf die Zunahme psychosomatischer Erkrankungen — Unternehmensmitarbeiter durch Präventionsprogramme gewinnen. Im Konkurrenzkampf untereinander überbietet man sich zwangsläufig, mit Attraktionen, Rabatten und Extras wie Mitternachtssauna, Tauchkurs, FKK-Baden oder Wohnmobil-Stellplätzen neben dem Kurpark.
„Natürlich haben wir die Konkurrenz gespürt, die Thermen in Fürth und Bad Windsheim haben uns Kunden gekostet“, sagt Hermann Wißmüller, Geschäftsführer der Altmühltherme in Treuchtlingen. „Der fränkische Markt ist gesättigt“, erklärt er. So setzt jedes Bad auf Besonderheiten. In Treuchtlingen planscht der Gast in staatlich anerkanntem Heilwasser, in acht Thermalbecken mit bis zu 36 Grad. In Bad Windsheim verspricht Geschäftsführer Hubert Seewald dem Badegast ein „einmaliges Erlebnis im Salzsee, so wie im Roten Meer“. Seit Dezember gibt es dort außerdem eine Panoramasauna mit 70Plätzen. „Seitdem haben wir acht Prozent mehr Saunagäste“, freut er sich.
Im Fürthermare hat soeben ein Fitnessclub eröffnet, in Forchheim gibt’s ein neues Ganzjahresbad, im Palm Beach in Stein soll die größte Rutsch-Anlage Deutschlands entstehen, die Fackelmann Therme in Hersbruck will 2012 die Saunalandschaft erweitern und selbst im städtischen Südstadtbad in Nürnberg lockt ein Hamam. „Wir müssen uns bemühen ein Riesenmaß an Qualität und Neuem zu bieten, wir tun alle gut daran in die Infrastruktur zu investieren“, betont Holetschek vom Heilbäder-Verband. Der Trend sei schließlich eindeutig: „Der Mensch will etwas für seine Gesundheit tun und dies mit einem Erlebnis verbinden.“
In unserer Fotoserie "Mittags in der Stadt" finden Sie an den fünf Werktagen ein aktuelles Foto aus Nürnberg.
In unserer Fotoserie "Auf Pirsch im Tiergarten" finden Sie tierische Fotos.
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