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Ersatzverkehr zur Gräfenbergbahn sorgt für Unmut

Für Heroldsbergs Bürgermeister sind Zustände "eine einzige Katastrophe" - 03.12.2017 18:25 Uhr

Das Glück des Pendlers: Ein Zug der Gräfenbergbahn-Linie, der tatsächlich fahrplanmäßig in den Bahnhof einfährt. © Karlheinz Daut


Breits am Mittwoch früh machte sich Schalwig vor Ort ein Bild von der Lage und musste feststellen, dass seine Befürchtungen bei weitem übertroffen wurden. Als er kurz nach 7.30 Uhr nach Kalchreuth kam, stand nach seiner Schilderung an der Straße in Richtung Käswasser ein normaler Bus, der schon zur Hälfte besetzt war, offensichtlich mit Schülern aus Kalchreuth. Wegen des Berufsverkehrs nach Nürnberg fuhren die Autos dort dicht hintereinander.

Als gegen 7.40 Uhr der Zug aus Heroldsberg ankam, stürmten aus diesem Zug mindestens 150 Schüler aus Heroldsberg, um noch einen Platz im Bus zu ergattern. Diese Schüler mussten zunächst den Bahnübergang und anschließend die stark befahrene Straße überqueren, um zum Bus zu gelangen. "Dadurch ergeben sich Situationen für die Schüler, die lebensgefährlich sind", hebt Schalwig hervor.

Der Bus sei sofort überfüllt gewesen, so dass die übrigen Schüler auf der Straße warten mussten. Weitere Busse waren nicht in Sicht. Da sich der Bus erst einige Minuten vor 8 Uhr in Bewegung setzte, konnten die Schüler im Bus unmöglich pünktlich zum Unterricht kommen - von den wartenden Jungen und Mädchen ganz zu schweigen.

"Dies ist untragbar"

Der Heroldsberger Bürgermeister: "Dies ist untragbar. Vor allem die gefährlichen Situationen, die sich für die Schüler ergeben, um den Bus zu erreichen, müssen unbedingt auf andere Weise geregelt werden." Johannes Schalwig schlägt vor zu überprüfen, ob man die Schüler nicht direkt von Heroldsberg mit dem Bus nach Eckental bringen könnte.

Zurzeit müsse die Bushaltestelle Nürnberger Straße/ Laufer Weg genutzt werden. Ab 11. Dezember wäre auch die Hauptstraße in Heroldsberg wieder durchgängig befahrbar, so dass dann die Bushaltestelle bei der Metzgerei Büttner wieder nutzbar wäre. "Es ist doch vollkommen schwachsinnig, dass die Schüler erst mit dem Zug nach Kalchreuth müssen und dann mit dem Bus nach Eckental", so Schalwig.

Verbesserungen hatte die Bahn Schalwig schon vor Tagen versprochen. Geändert habe sich nichts. Nicht nur der Heroldsberger Bürgermeister, sondern auch der Sonntagsblitz Regional Nachrichten hakte wegen der jüngsten Vorfälle noch einmal nach.

Die Bahn reagierte prompt. Ab vergangenen Donnerstag setzte sie statt bisher einem zwei Busse für den Transport der Schüler von Kalchreuth nach Eckental ein. Dadurch hoffe man, die aktuellen Probleme beheben zu können, betont ein Sprecher der Bahn.

Vor über einer Woche Woche verkündete die Deutsche Bahn als Betreiber der Gräfenbergbahn, dass der Bahndamm zwischen Kalchreuth und Eschenau auf einer Länge von etwa 100 Metern aufgeweicht sei. Der betroffene Abschnitt soll durch Aufschüttungen wieder stabilisiert werden, stellte die Bahn heraus. 

SCOTT JOHNSTON

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