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St. Erhard: Fränkisches Bier in Indien und China

Von Oberfranken in die ganze Welt - 22.01.2013 15:52 Uhr

Bamberg  - Christian Klemenz (26) hat in den vergangenen zwei Jahren eine Menge erreicht. Der Bamberger Jungunternehmer baute ein international agierendes Unternehmen auf, das fränkisches Bier in Indien und China verkauft.

Die deutschen Gründer Vincent Osterloh, Christian Klemenz und Thies Dibbern (von links).
Die deutschen Gründer Vincent Osterloh, Christian Klemenz und Thies Dibbern (von links).
Die deutschen Gründer Vincent Osterloh, Christian Klemenz und Thies Dibbern (von links).
Die deutschen Gründer Vincent Osterloh, Christian Klemenz und Thies Dibbern (von links).

Der gebürtige Kulmbacher Christian Klemenz, der im März seinen 26. Geburtstag feiert, verbrachte schon 2008 ein BWL-Auslandssemester in China. Zwei Jahre später reiste er für mehrere Monate nach Indien. Dabei
fielen ihm vor allem zwei Dinge auf: In einigen Bundesstaaten dort herrscht noch Prohibition, das heißt, es gibt Alkohol nur in wenigen, offiziellen Verkaufsstellen, Ausländer erhalten Ausnahmegenehmigungen und nur wenige Hotels schenken Bier aus. Außerdem ist deutsches Bier an sich zwar bekannt, nicht aber bestimmte Marken. Deutsche Produkte genießen generell ein sehr hohes Ansehen im Land.

Ende 2010 begann Klemenz, mit einem indischen Kommilitonen seine Geschäftsidee im Detail zu planen. Der Name "St. Erhard“ setzt sich aus dem Namen des ehemaligen Wirtschaftsministers und Bundeskanzlers Ludwig Erhard, der als Vater des deutschen Wirtschaftswunders gilt, und des Heiligen Erhards zusammen. Von der Farbe her, waren sie sich schnell einig, musste es anders sein als das bekannte, helle Bier, also dunkel. Der Geschmack sollte eher malzig mit wenig Hopfen und Kohlensäure sein.

Zwei Partner aus Deutschland, einer aus Indien

Zurück in Deutschland holte er noch zwei weitere Partner mit ins Boot, einen Kommilitonen aus Kiel und einen Freund aus der Nähe von Esslingen. Zusammen mit dem indischen Partner gründeten die drei am 1. Juni 2011 ihre GmbH in Bamberg. Klemenz sieht sich als fränkischer Botschafter in Indien, wo sich die meisten Regionen über die jeweilige Hauptstadt definieren, und so nun "Bamberg Area“ als Heimat guten Bieres einen Namen bekommt.

Nach vielen Gesprächen mit verschiedenen Brauern wurden sich die vier mit Georg
Rittmayer aus Hallerndorf einig. Der findige und erfahrene Braumeister tüftelte an seinem Rezept. Weniger Hopfen, eine leichtere Mischung aus Wiener, Pilsener und Münchner Malz – Klemenz und seine Partner waren sofort zufrieden.

Im März 2012 wurde die erste Ladung St. Erhard von Hallerndorf nach Bamberg zum Verpacken und dann im Container nach Indien verfrachtet. Zum Verkaufsauftakt organisierten die vier ein "Launch Event“ im bekanntesten Bierlokal von Delhi. Mit dieser Veranstaltung war der Durchbruch geschafft.


Braumeister und Biersommelier Hans Wächtler von bierakademie.net und Brauer, Edelbrenner, Koch und Biersommelier Norbert Winkelmann vom Brauhaus am Kreuzberg in Hallerndorf beschreiben den Geschmack folgendermaßen: "Das Bier hat eine ansprechende, warme Bernsteinfarbe und einen ausgeglichenen Geruch mit Hopfen- und Malznoten. Einem leicht süßlichen Antrunk folgt ein rundes, volles Mundgefühl, an das sich ein angenehm bitterer Abgang anschließt. Insgesamt bringt dieses Bier perfekt das fränkische Bierkeller-Feeling rüber, ist süffig, vollmundig und rund.“ 

Markus Raupach/Tamara Elias - nordbayern.de


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