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Fast zwanzig Jahre ist das jetzt her. Kunze hatte damals gleich eine ganze Deutschlandtournee unternommen, bei der er ausschließlich in Schulen auftrat. Warum das? Ironie, vermutlich. Schließlich war Kunze in der Anfangszeit seiner Karriere notorisch als singender Deutschlehrer verschrien. Da hat er sich vermutlich gedacht: "Ja gut, dann singe ich halt gleich in der Schule".
Doch man tut diesem Ausnahme-Musiker sehr Unrecht, wenn man ihn auf seine durchaus vorhandene besserwisserische Seite reduziert. Das beschreibt ihn ebenso unvollständig wie jene paar Gitarren-Hits à la "Dein ist mein ganzes Herz", die er in den späten 80er und frühen 90er Jahren hatte.
Nein, der Punkt ist: Kunze kann beides. Wortgewalt und Rock'n'Roll. Es ist dies ein Spagat, der den meisten deutschsprachigen Künstlern äußerst schwerfällt, doch Heinz Rudolf Kunze schafft ihn mühelos. Songs wie das zynische "Männergebet", das weinerliche "Leg nicht auf" und vor allem seine Hymne "Brille" sind da gute Beispiele.
In "Brille" gibt es eine Zeile, die Heinz Rudolf Kunze besser charakterisiert als alle schlauen feuilletonistischen Betrachtungen, die in all den Jahren über ihn erschienen sind: "Du must besser sein, Brille/besser als der Rest/A-Dur und vier Viertel/Und Rock-n-Roll als Härtetest".
Ich freue mich auf Heinz Rudolf Kunze beim Bardentreffen 2011!
Mi. 15.05.13
Di. 30.04.13
Di. 16.04.13
Fr. 05.04.13
Mi. 06.03.13