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Hoffentlich gibt es die Fiesta!

Charly Fischer organisiert das Bardentreffen am Wochenende - 29.07. 07:33 Uhr

Nürnberg  - Überall in der Altstadt werden schon die Bühnen aufgebaut und die Absperrzäune gezogen. Von heute Abend an gehört Nürnberg für drei Tage den Barden und ihren Fans. Charly Fischer vom Kulturreferat organisiert das Festival seit Jahren, die NZ sprach mit ihm über die heiße Phase vor dem Start.


Charly Fischer, Ober-Barden-Organisator
Charly Fischer, Ober-Barden-Organisator
Foto: Mark Johnston
Charly Fischer, Ober-Barden-Organisator
Charly Fischer, Ober-Barden-Organisator
Foto: Mark Johnston

NZ: Wo kommen Sie denn gerade her?

Charly Fischer: Ich war beim Aufbau der Bühne am Sebalder Platz und bei der Eröffnung der Fotoausstellung, die sehr schön wird. Jetzt schau ich dann zum Lorenzer Platz. Die Puzzleteile finden sich zusammen, das, was wir monatelang vorbereitet haben. Dazu gehören die ganzen Abrechnungen, den Pressespiegel erstellen, die Probleme aufarbeiten vom Vorjahr, damit es beim nächsten Mal besser klappt, neue Bewerbungen bearbeiten. Dann machen wir das Programm, das Heft, die ganze Vorbereitung eben, und organisieren zig Dinge. Und gestern waren meine Kollegen beim Großeinkauf und haben kistenweise Süßigkeiten, Obst, Milch, Tee und Kaffee für die sieben Spielstätten eingekauft. Man kann den Mitarbeitern ja nicht jeden Tag nur ein Weckla geben, sondern muss auch organisieren, dass ordentliches Essen gekocht wird. Es gibt insgesamt 1500 Essensportionen, die wir zuteilen müssen, wer was bekommt. Wenn das Bardentreffen losgeht, dann läuft alles wie am Schnürchen.

NZ: Was passiert jetzt in den letzten Stunden, bevor es losgeht?

Fischer: Jetzt kommen noch die letzten Mails, in denen jemand schreibt, dass er noch eine Übernachtung mehr braucht. Oder er braucht noch ein Instrument, viele fliegen her und da kann man ja das Zeug nicht mitnehmen. Man sieht die organisatorischen Probleme und den Aufwand nicht mehr, wenn die Musiker auf der Bühne stehen, aber bei 66 Gruppen will jeder noch eine Kleinigkeit. Und wenn jeder nur vier Wünsche hat, dann kann man sich das ausrechnen, 66 mal vier und dann die Überlegung, braucht man eine Minute oder fünf Minuten für die Lösung – dann erschließt sich auch die zeitliche Dimension.

NZ: Worauf freuen Sie sich besonders?

Fischer: Ich bin gespannt auf die La Banda del Surdo, diese Straßenmusiker, die durch die Fußgängerzone ziehen – wie das wohl wirkt? Dann will ich sehen, wie es bei Heinz Rudolf Kunze wird, wie der Freitagabend überhaupt läuft. Der Auftakt ist ein außergewöhnliches Programm in der Ruine mit Mercedes Peón, die alleine in Variationen ihre Sachen spielt. Am Samstag kommt dann spanische Stimmung auf, wenn abends die Nachfahren der Gipsy Kings am Hauptmarkt spielen. Da stellt sich dann die Frage: Wird es eine richtige Fiesta oder nicht?


NZ: Wie stattet man sich denn vernünftig aus?

Fischer: Mit dem Wetter schaut’s jetzt ja gut aus, aber Zwiebeltechnik bei den Klamotten ist schon gut. Winddicht sollte es sein, Regen ist ja keiner angekündigt. Vielleicht gibt es mal ein Gewitter, aber das gehört doch zum Sommer dazu wie Lebkuchen zu Weihnachten! Kulinarisch gibt es internationale Spezialitäten, nicht nur spanisch, sonst bräuchten wir eine andere Ausstattung. So wie es in Spanien keinen echten Nürnberger Bratwurstgrill gibt, haben wir halt keine richtige Paella-Pfanne.

NZ: Wo finden wir Sie am Wochenende?

Fischer: Ich gehe von einer Bühne zur nächsten und schau rum, aber unbedingt sehen will ich am Sonntagabend den Juan Marcos auf dem Hauptmarkt und die kubanische 16-Mann-Band. Außerdem gibt es am Sebalder Platz am Sonntag folkorientierte Musik, Gruppen aus Wales, aus Island und die Band Kara, die sonst vor 130000 Leuten in den USA spielt.

NZ: Und die Straßenmusiker?

Fischer: Die melden sich nicht an, aber da können schon hundert kommen. Ich mach da gern einen Bogen rum, weil manche meinen, wenn man ein bisschen Schlagzeug spielen kann, reicht das. Oder seine achtjährige Tochter mit der Flöte hinzustellen, das find ich schon grenzwertig. Das ist einer der negativen Auswüchse, aber auch da gibt es richtig tolle Gruppen. Und am Samstagmittag singt der Kinderchor St. Lorenz aus Oberasbach in der Kaiserstraße beim Kugelbrunnen, den würde ich mir auch anhören.

NZ: Sind Sie jetzt aufgeregt?

Fischer: Für mich ist das technische Abwickeln zwar anstrengend, aber Routine. Die spannende Frage ist, ob es funktioniert, wie man es sich vorstellt. Es gibt schon Bands, da denk ich mir, hab ich mir besser vorgestellt, oder andere, wo man sagt: toll! Auch wenn ich die meisten vorher schon live gesehen habe. 



Sabine Göb

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Zum Thema
Bardentreffen: Kreuzigungshof am Sonntag
Seit:
1976
Turnus:
jährlich

Termin:
27.07 bis 29.07.2012
Kurzbeschreibung:
Das Nürnberger Bardentreffen ist ein Liedermacher-Festival, auf dem jedes Jahr bekannte und unbekannte Musiker aus Rock, Pop, Blues, Jazz, Folk etc. auftreten. Es ist kostenlos und findet nur draußen statt.
Auch außerhalb der Bühnen ist eine Vielzahl von Musikern in der Innenstadt anzutreffen - meist von Zuhörern dicht umringt.
Veranstalter:
Stadt Nürnberg
Besucher:
170.000 im Jahr 2011; 200.000 im Jahr 2010
Teilnehmer:
fast 70 Konzerte