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Die Ausschreibung des „Blaue-Nacht-Kunstwettbewerbs“ steht seit einem Monat im Internet und es kristallisiert sich heraus, dass das Interesse daran noch größer als in den letzten Jahren ist. Einsendeschluss für die Konzeptideen ist der 6. Januar. Damit vor allem auswärtige Künstler die Kunst-Orte kennenlernen, bot das Projektbüro am Samstag einen Rundgang an. Mit Stadtplänen sowie Informationsmaterial bewaffnet, wurden die über die Altstadt verteilten Orte besucht. Als Stadtführerin firmierte unter anderem Christel Paßmann, die Projektmanagerin der Blauen Nacht.
Souvenirjäger plünderten eine Installation
Ausgangspunkt ist die Ehrenhalle im Alten Rathaus: Ein zweischiffiger, neo-gotischer Raum mit drei großen Sandsteinsäulen. Auch die Wände sind aus Sandstein. Deshalb heißt es für die Künstler: Bohren und Dübeln strengstens verboten. An den Wänden angebrachte Leisten müssen für eine eventuelle Hängung genügen. Das gesamte Rathaus ist der beliebteste Anlaufpunkt im Rahmen der „Blauen Nacht“, so auch der historische Saal. „Strom ist da und machen kann man hier einiges“, erklärt Paßmann. Einschränkungen gibt es jedoch, wenn es um Installationen geht. Denn an den Wänden und an der Decke darf nichts befestigt werden. Auch eine Verdunklung des Rathaussaals gestaltet sich eher schwierig.
Und noch etwas bläut Paßmann den potenziellen Bewerbern ein: Der Abbau der Kunstwerke muss am Sonntag geschehen, denn „Montag fängt der Alltag wieder an.“ Neben lokalen Künstlern wie Anna Handick, Stefanie Miller oder der Klasse Kunst und öffentlicher Raum der Kunstakademie ist auch ein Trio aus Bremen anwesend. Die Installationskünstler nennen sich „Luminaten“ und Andreas Wiegand filmt die Räumlichkeiten mit einer Videokamera. „Die Blaue Nacht hat auch in Norddeutschland einen guten Namen“, erzählt Wiegand. Der Innenhof des Rathauses dient gemeinhin als Parkplatz für den Oberbürgermeister und die Stadträte. Doch in dieser einen Nacht ist er beleuchtet und autofrei. Die begehrte Örtlichkeit hat jedoch ihre Tücken, wie Paßmann weiß: „Im letzten Jahr gab es hier eine Installation mit Glühkörpern. Und trotz reichlich Wachpersonal: Ein Löwenanteil davon bekam im Laufe der Nacht Beine.“ Weit weniger stark hat man es im Krafft’schen Haus mit Souvenirjägern zu tun. „Kein verlassener Ort“, sagt die Projektleiterin, „aber im Vergleich zum Rathaus strömen hier nicht gerade die Massen.“ 2011 wird die Pegnitz zwischen Heubrücke und Liebesinsel in den Fokus gerückt. Dies beinhaltet somit auch die Museums- und die Fleischbrücke. Die Katharinenruine ist seit langem Spielort des Bardentreffens und des Sommernachtfilmfestivals. Das Fehlen der Decke eröffnet die Möglichkeit, den Nachthimmel mit in das Kunstprojekt einzubeziehen. Beim Motto „Fremde Welten“ sicher eine zu bedenkende Option.