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Für die Blaue Nacht wird schon getüftelt

30.11.2010 08:02 Uhr

Nürnberg  - Der Termin steht längst fest: Die nächste Blaue Nacht wird am 28. Mai 2011 stattfinden. Schon jetzt werkeln die Verantwortlichen am Ablauf, auch weil es im kommenden Jahr erst­mals bei der Großveranstaltung einen mit 5000 Euro dotierten Publikums­preis geben wird. Ziel ist ein qualita­tiv hochwertigeres Außenprogramm im Rahmen der Nacht, die diesmal mit „Fremde Welten“ betitelt ist.

Die Ausschreibung des „Blaue-Nacht-Kunstwettbewerbs“ steht seit einem Monat im Internet und es kris­tallisiert sich heraus, dass das Inte­resse daran noch größer als in den letz­ten Jahren ist. Einsendeschluss für die Konzeptideen ist der 6. Januar. Damit vor allem auswärtige Künstler die Kunst-Orte kennenlernen, bot das Pro­jektbüro am Samstag einen Rundgang an. Mit Stadtplänen sowie Informati­onsmaterial bewaffnet, wurden die über die Altstadt verteilten Orte besucht. Als Stadtführerin firmierte unter anderem Christel Paßmann, die Projektmanagerin der Blauen Nacht.
 

Souvenirjäger plünderten eine Installation

  Ausgangspunkt ist die Ehrenhalle im Alten Rathaus: Ein zweischiffiger, neo-gotischer Raum mit drei großen Sandsteinsäulen. Auch die Wände sind aus Sandstein. Deshalb heißt es für die Künstler: Bohren und Dübeln strengstens verboten. An den Wänden angebrachte Leisten müssen für eine eventuelle Hängung genügen. Das gesamte Rathaus ist der beliebteste Anlaufpunkt im Rahmen der „Blauen Nacht“, so auch der historische Saal. „Strom ist da und machen kann man hier einiges“, erklärt Paßmann. Ein­schränkungen gibt es jedoch, wenn es um Installationen geht. Denn an den Wänden und an der Decke darf nichts befestigt werden. Auch eine Verdunk­lung des Rathaussaals gestaltet sich eher schwierig.


  Und noch etwas bläut Paßmann den potenziellen Bewerbern ein: Der Abbau der Kunstwerke muss am Sonn­tag geschehen, denn „Montag fängt der Alltag wieder an.“ Neben lokalen Künstlern wie Anna Handick, Stefa­nie Miller oder der Klasse Kunst und öffentlicher Raum der Kunstakade­mie ist auch ein Trio aus Bremen anwe­send. Die Installationskünstler nen­nen sich „Luminaten“ und Andreas Wiegand filmt die Räumlichkeiten mit einer Videokamera. „Die Blaue Nacht hat auch in Norddeutschland einen guten Namen“, erzählt Wie­gand. Der Innenhof des Rathauses dient gemeinhin als Parkplatz für den
Oberbürgermeister und die Stadträte. Doch in dieser einen Nacht ist er beleuchtet und autofrei. Die begehrte Örtlichkeit hat jedoch ihre Tücken, wie Paßmann weiß: „Im letzten Jahr gab es hier eine Installation mit Glüh­körpern. Und trotz reichlich Wachper­sonal: Ein Löwenanteil davon bekam im Laufe der Nacht Beine.“ Weit weni­ger stark hat man es im Krafft’schen Haus mit Souvenirjägern zu tun. „Kein verlassener Ort“, sagt die Pro­jektleiterin, „aber im Vergleich zum Rathaus strömen hier nicht gerade die Massen.“ 2011 wird die Pegnitz zwischen Heu­brücke und Liebesinsel in den Fokus gerückt. Dies beinhaltet somit auch die Museums- und die Fleischbrücke. Die Katharinenruine ist seit langem Spielort des Bardentreffens und des Sommernachtfilmfestivals. Das Feh­len der Decke eröffnet die Möglich­keit, den Nachthimmel mit in das Kunstprojekt einzubeziehen. Beim Motto „Fremde Welten“ sicher eine zu bedenkende Option.
 
 

Thomas Susemihl - NZ-Plus



Themen Infobox Blaue Nacht
Blaue Nacht 2010
Seit:
2000
Turnus:
jährlich

Termin:
4. Mai 2013
Kurzbeschreibung:
Anlässlich des Nürnberger Stadtjubiläums im Jahr 2000 und der Eröffnung der Kulturmeile fand erstmals eine "Blaue Nacht" in der Nürnberger Innenstadt statt. Seitdem wird sie jedes Jahr unter großem Publikumsandrang mit wechselnden Themen gefeiert. In Museen, Kultureinrichtungen und auf der Straße laufen Ausstellungen, Performances, Kunstaktionen und Lichtspektakel. Die Innenstadt wird an diesem Abend in blaues Licht getaucht.
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