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Gerade ist Johanna Heller aus Eltville am Rhein nach Salzburg zurückgekehrt, wo sie elementare Musik- und Tanzpädagogik studiert. „Mehr als drei Tage am Stück war ich in der vergangenen Zeit nirgendwo“, erzählt Heller. Der Weihnachtsmarkt in Eltville in der Nähe von Wiesbaden war der vorläufig letzte Termin als „Auslands-Christkind“ für die 20-Jährige. Zwei Jahre Christkind, zwei Jahre „Auslands-Christkind“, danach ist die Amtszeit vorbei. „Manchmal muss man auch noch im fünften und sechsten Jahr bei Terminen einspringen. Das kommt aber eher selten vor“, sagt Heller.
Beim Einsatz in Eltville wartete auf die 20-Jährige das typische Programm: der Prolog, mit den Besuchern plaudern und die Fragen der Kinder beantworten. „Das ist ganz anders als in Amerika. Dort bringt der Weihnachtsmann die Geschenke und wenn der irgendwo aufgetaucht ist, konnte ich als komischer Engel einpacken“, lacht Heller. Hier in Deutschland sei das Christkind die Hauptperson und bringe nicht nur Kinderaugen zum Strahlen, sagt die 20-Jährige. Was ihr an den vergangenen vier Jahren auch am meisten gefallen habe: „Man kann so viel geben und bekommt noch viel mehr zurück“, schwärmt Heller.
Als „Auslands-Christkind“ hatte die 20-Jährige ihren ersten Einsatz in diesem Jahr schon Mitte Oktober in London. Kein Weihnachtsmarkt, sondern eine Art Pressekonferenz mit Reiseveranstaltern und Journalisten. „Wir haben Plätzchen gebacken und unsere Region vorgestellt“, erzählt Heller. Nach London ging es dann für etwas mehr als eine Woche weiter in die USA. Erst Chicago, dann Philadelphia. Obwohl der „Christkindlmarket“ in Chicago dem Nürnberger Christkindlesmarkt nachempfunden ist, könne man beide nicht vergleichen, sagt Heller: „Die Kulisse ist eine ganz andere, der Markt in Chicago liegt zwischen riesigen Hochhäusern und die Frauenkirche fehlt!“ Und Nürnberger Bratwürste suche man ebenfalls vergeblich: „Die sind den Amerikanern einfach zu klein“, lacht Heller.
Auch den Weihnachtsmarkt in Chicago und das „Christmas Village“ (Weihnachtsdorf) in Philadelphia musste die 20-Jährige mit einem etwas abgewandelten, englischen Prolog eröffnen. Danach stand — wie in Deutschland — ein „Meet and Greet“ mit den Besuchern auf dem Programm. „Das war richtig nett. Ich habe ganz viele Amerikaner kennengelernt, deren Vorfahren aus Deutschland kommen oder die schon als Kinder ausgewandert sind, sich aber noch immer an die Weihnachtsmärkte in ihrer alten Heimat erinnern.“
Mit einem Termin in Zürich und dem „Bayerischen Weihnachtsabend“ in Brüssel ging es danach für das „Auslands-Christkind“ weiter, bevor in der vergangenen Woche Eltville als letzter Termin anstand. Nach zwei Jahren endet nun auch diese Zeit für Heller:
„Natürlich ist viel Wehmut dabei. Ich werde nie wieder die Weihnachtszeit verbringen, ohne ein bisschen sehnsüchtig an das Christkind zu denken, das jetzt zu einem der vielen Termine muss. Aber ich bin auch froh, dass ich etwas abschließe und dass etwas Neues kommt. Und ich freue mich, dass ich jetzt wieder nur Johanna sein kann!“

Mo. 24.12.12
Mo. 24.12.12
So. 23.12.12
So. 23.12.12
So. 23.12.12