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Was macht das Christkind gegen Weihnachtsstress?

"Letztes Jahr gab es einfach gar keine Geschenke" - 22.12.2016 06:58 Uhr

Christkind Barbara Otto ist vor Weihnachten im Stress. Damit der nicht Überhand nimmt, hat sie ihre ganz persönlichen Tipps. © Mark Johnston


Im Presseamt des Nürnberger Rathauses hat Christkind Barbara Otto gerade eine lange Mittagspause. Eigentlich eine Seltenheit, und ein Zeitfenster davon wird gleich für ein Interview mit uns genutzt. Die freie Zeit schrumpft also erneut. In Perücke und Jeans öffnet sie uns die Türe: "Ist es schlimm, wenn ich jetzt kein Kostüm anhab’?" Eigentlich nicht. Fürs Foto zieht sie es aber dann doch nochmal an.

Du bist zum zweiten Mal Christkind. Wie nervös ist man da noch beim Prolog?

Christkind: Ein bisschen nervös ist man natürlich. Es ist nochmal was ganz neues, wir haben nochmal ganz anders am Prolog gearbeitet. Es war nochmal was ganz besonderes, aber ich war nicht ganz so nervös wie letztes Jahr.

Die Christkinder werden gerne mit ihren Vorgängern verglichen und bewertet, unter anderem auf Facebook. Wie gehst du damit um?

Christkind: Ich lese es tatsächlich nicht. Letztes Jahr auf Facebook nach der Wahl gab es da ganz viel. Ich hab’s einfach nicht gelesen, hab’s mir wenn dann erzählen lassen. Aber mich berührt sowas eigentlich gar nicht. Jeder hat seine Art, wie er das macht und so habe ich auch meine eigene Art. Und dazu darf sich dann jeder seine eigene Meinung bilden.


Alle Infos zum Christkindlesmarkt finden Sie hier.


Was muss man als Christkind besonders gut können?

Christkind: Man muss gut auf Leute zugehen können. Man darf keine Berührungsängste haben. Man muss spontan sein, schlagfertig auf Menschen eingehen können, offenherzig sein. All so was.

Und was lernt man als Christkind?

Christkind: Man lernt schnell, wie man mit Kindern umgehen muss, wie man mit Alten umgehen muss, wie man auf Fragen von Kindern antwortet. Teilweise sind es doch ziemlich schwierige Fragen, wie man darauf dann reagiert. Da kann man sich auch viel von den Vorgängern abgucken, wenn die da mal was hatten.

Was sind die unangenehmen Teile deines Jobs?

Christkind: Unangenehme Angelegenheiten sind, wenn man man irgendwo ist, wo die Menschen nicht so freundlich sind, wo es viel Gedränge gibt. Rücksichtslosigkeit, weil die Menschen inzwischen sehr Ich-Bezogen sind und nicht mehr so viel Rücksicht auf andere nehmen. Dann ist es ganz schwierig, selber ruhig dabei zu bleiben.

Du bist ja eigentlich Studentin. Wie schaffst du es, beiden Verpflichtungen nachzugehen?

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Christkind: Indem man die Vorlesungen nicht besucht. (lacht) Ich kann gar nicht in Vorlesungen gehen, die Zeit habe ich nicht. Weil ich ja von morgens bis abends unterwegs bin. Wenn ich morgens mal Zeit hätte, in die Vorlesung von acht Uhr bis halb zehn zu gehen, schläft man lieber aus, weil man weiß, man hat noch drei stressige Wochen vor sich. Ich muss jetzt langsam anfangen, mit Stoff wiederholen, Stoff nachlernen erstmal, allein schon was in den letzten zwei Wochen passiert ist. Es wird ziemlich schwierig für die Prüfungen, ich hab am 26. Januar meine erste Prüfung und komme erst im Januar wieder in die Uni, keine Ahnung wie ich das mache. Wird schon irgendwie klappen.

Bei all dem Stress, schaffst du es dich irgendwie aus dem ganzen Trubel herauszunehmen?

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Christkind: Ja das geht schon, wenn man dann abends heimkommt. Unter die Dusche oder mal baden gehen, wenn’s ein anstrengender Tag war. Ins Bett legen, mit der Familie reden, mit Freunden reden, auch mal ein gutes Buch lesen, Serien schauen. Einfach mal was anderes sehen. Man ist den ganzen Tag von so vielen Menschen und so einer Geräuschkulisse umgeben, dass man dann auch im Auto sitzt und einfach froh ist, dass es mal still ist und dass gerade mal keiner mit einem spricht und ruft „Christkind, Christkind, schau mal hier hin, lächle mal.“ Da ist dann ein bisschen Ruhe ganz gut.

Bei dir kommt Uni, Christkind und ja auch der ganz normale Weihnachtsstress zusammen. Schaffst du es überhaupt Weihnachtsgeschenke zu besorgen?

Christkind: Ich hatte eigentlich versucht, bis zum Tag der Eröffnung alles zu haben. So Stück für Stück hab ich so langsam für jeden was. Teilweise hab ich schon sehr frühzeitig was besorgt, teilweise muss ich mal schauen, dass ich bis Weihnachten noch was finde. Letztes Jahr gab’s einfach keine Geschenke, da war’s ganz einfach. (lacht)

Was ist deine Lieblingserinnerung als Kind an den Nürnberger Christkindlesmarkt?

Christkind: Meine Lieblingserinnerung als Kind ist, wenn wir abends wenn es dunkel war, auf der Kinderweihnacht waren und Karussel gefahren sind oder Waffeln gegessen haben oder Crèpes. Oder auch die Kindereisenbahn mit der bin ich früher auch gerne gefahren. Und dann über den Markt gehen und den ganzen Trubel anschauen, das war schon toll damals.

Hat sich etwas verändert?

Christkind: Ja, es ist noch voller geworden. Damals war es schon voll, inzwischen ist es vom Gefühl her noch voller. Ich sehe es jetzt aber auch mit anderen Augen, weil ich vier Mal die Woche da bin. Damals war ich mal unter der Woche abends da und jetzt bekomme ich einfach den großen Trubel an Touristen mit, was ich damals als Kind gar nicht so bemerkt hab.

Würdest du die Entwicklung positiv oder negativ bewerten?

Christkind: Wie man selbst sehen will. Ich find’s natürlich gut, wenn viele Menschen da sind. Mich stört’s aber auch nicht, wenn mal wenige Menschen da sind, dann kann man auch mal über den Merkt schlendern und sich alles in Ruhe anschauen und wird nicht so durch die Gassen geschoben.

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Und was ist das besondere am Christkindlesmarkt?

Christkind: Einfach die Geschichte dahinter. Dass er schon so eine lange Tradition hat, dass es das Christkind gibt, das die Vertreterin des Christkindlesmarkt ist. Das macht den Markt so besonders, sein Charme. Er ist auch so vielseitig, es gibt den Markt der Partnerstädte, es gibt die Kinderweihnacht, es ist eigentlich für jeden was dabei. 

Sibylle Neumeier

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