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"Dürers Triumphzug" wird durch Projektion lebendig

Ausstellung im Historischen Rathaussaal geht bis zum 12. August - 03.08.2012 21:30 Uhr

Ab Freitag, 3. August, wurde im Historischen Rathaussaal der Stadt Nürnberg "Dürers Triumphzug" per Projektion wieder zum Leben erweckt. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Wandmalereizyklus, mit dem Dürer 1521 beauftragt wurde, zerstört.

Ab Freitag, 3. August, wurde im Historischen Rathaussaal der Stadt Nürnberg "Dürers Triumphzug" per Projektion wieder zum Leben erweckt. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Wandmalereizyklus, mit dem Dürer 1521 beauftragt wurde, zerstört. © Michael Matejka


Am Ende blieben nur einige Fotos und Stiche übrig: Im Zweiten Weltkrieg brannte der Nürnberger Historische Rathaussaal komplett ab - und mit ihm auch Zeichnungen und Malereien von Albrecht Dürer (1471-1528). Seit Freitag lässt die Stadt das wohl wichtigste Werk ihres berühmtesten Sohnes mit der Ausstellung "Dürers Triumphzug" wieder aufleben. Dabei werden mit Hilfe von sieben Projektoren die Zeichnungen, 14 Original-Fresken und 109 historische Kopien zusammengelegt und als Film auf die Wand des Saales übertragen.

Dies sei einer der Höhepunkte des Dürer-Jahres, sagte Kulturreferentin Julia Lehner bei der Präsentation der multimedialen Zeitreise. "Ein Film sagt mehr als 1000 Worte." Die Installation soll einen Überblick über die Geschichte der Verzierungen geben. Lehner sprach von einer Art "Dürer-Archäologie". Die Verzierung sei zwar 1943 in Farbe abfotografiert worden - aber so schlecht, dass immer noch Teile fehlten und nicht mehr rekonstruiert werden konnten.

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Streit um Dürers "Triumphzug" im Nürnberger Rathaus Streit um Dürers "Triumphzug" im Nürnberger Rathaus Streit um Dürers "Triumphzug" im Nürnberger Rathaus
Streit um Dürers "Triumphzug" im Nürnberger Rathaus

Auf dem Höhepunkt seiner Karriere bekam Albrecht Dürer den Auftrag, den Nürnberger Rathaussaal auszumalen. Das Ergebnis wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. In den 1980er Jahren endete die Frage, ob das Werk wieder auferstehen soll, in einem bitteren Streit. Jetzt wird wieder darüber diskutiert.


Dem Film zufolge bekam Dürer den Auftrag, da der Saal für den bevorstehenden Reichstag in Nürnberg mit dem neuen Kaiser Karl V. nicht repräsentativ genug gewesen sei. Also zeichnete er dessen Vorgänger Maximilian I. auf einem Wagen in einem Triumphzug sowie eine Federzeichnung der "Verleumdung des Apelles". Letzteres zeigte einen Richter mit Eselsohren, der über den Maler Apelles urteilt. Damit habe sich Dürer quasi selbst verewigen wollen, heißt es in dem Film. Ein drittes Motiv zeigt den sogenannten Pfeifersaal.

Auch das Schicksal des Kunstwerkes in den vergangenen knapp 500 Jahren wird kurz erzählt, bis zu dem Versuch, es durch den Maler Michael Mathias Prechtl in den 1980er Jahren neu entstehen zu lassen. Die Vorlage habe aber eine "beispiellose Diskussion" ausgelöst, bis der Künstler sein Werk zurückzog. Die Wand blieb bis heute weiß.

Der oft als Universalgenie bezeichnete Dürer steht heuer im "Jahr der Kunst" in Nürnberg im Mittelpunkt. Neben einer große Ausstellung im Germanischen Nationalmuseum über das frühe Werk des Malers ging es im wiedereröffneten Albrecht-Dürer-Haus um die Hauptphase seines Schaffens. Im Rathaus stehen nun die letzten Lebensjahre des Nürnbergers im Fokus.

Für Besucher öffnen die Ausstellungsräume am 3. August von 18.00 bis 21.00 Uhr, am 4. August von 11.00 bis 21.00 Uhr, am 5. August von  11.00 bis 18.00 Uhr und von 6. bis 12. August jeweils von 10.30 bis 16.30 Uhr. Der Eintritt beträgt zwei Euro, Kinder, Schüler und Studenten sind kostenlos.

Begleitend zur Zeitreise im Rathaussaal verwandelt sich das Rathaus während des Auftaktwochenendes der Ausstellung von Freitag, 3. August, bis Sonntag, 5. August, in einen Ort der Kunst und Kultur. Die erste "RathausART" präsentiert Nürnberger Galerien und deren Künstler. Renommierte Dürer-Forscher geben ihr Wissen in Vorträgen weiter, ein Mitmachprogramm für Jung und Alt rundet die Veranstaltung ab. 

dpa/pm

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