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In Fürth entstehen ganze Wunderländer

Dekorationsfiguren von Stühler locken Kunden an - 04.02.2013 12:20 Uhr

NÜRNBERG  - Immer wieder bleibt jemand stehen. Viele schauen zweimal hin, so echt sieht der Bär aus. Er liegt am Messestand der Firma Stühler im Watte-Schnee und schnarcht. Sein flauschiger, weißer Bauch hebt und senkt sich, die Tatzen gehen leicht mit, und ab und zu zuckt der Schwanz, als träumte der Eisbär vom Nordpol.

Vom Nordpol nach Fürth-Poppenreuth: Der Eisbär liegt nur da und schnarcht.
Vom Nordpol nach Fürth-Poppenreuth: Der Eisbär liegt nur da und schnarcht.
Foto: Stefan Hippel
Vom Nordpol nach Fürth-Poppenreuth: Der Eisbär liegt nur da und schnarcht.
Vom Nordpol nach Fürth-Poppenreuth: Der Eisbär liegt nur da und schnarcht.
Foto: Stefan Hippel

„Unter dem Fell steckt ein Elektromotor, viel Mechanik und Gestänge, das durch Hubbewegungen den Bauch rauf und runter bewegt“, erklärt Horst Baumann und zerstört die schöne Illusion. Der gelernte Kfz-Mechaniker hat in das Familienunternehmen Peter Stühler aus Fürth eingeheiratet und konstruiert seitdem Reklame- und Dekorationsfiguren. „Das Künstlerische musste ich erst lernen“, gesteht Baumann, der den Betrieb mit seiner Frau in zweiter Generation leitet.

Besonders in der Vorweihnachtszeit beliebt

Neben der Werkstatt, in der geschweißt und gebohrt wird, gibt es ebenso ein Stoff- und Plüschlager. Auch Horst Baumann kann inzwischen Puppenkleider nähen. In Fürth-Poppenreuth baut die Familie Weihnachtsmänner, die Husky-Schlitten lenken, oder Bäckermeister, die Plätzchenteig ausrollen.

Fast alle Figuren bewegen sich und stehen in der Vorweihnachtszeit in Schaufenstern und Ladenräumen, um Kundschaft anzulocken. „Ein Apotheker erzählte mir, dass er jeden Tag seine Scheibe putzen musste, weil die Kinder sich die Nasen daran plattdrückten“, sagt Baumann.

Einen Engelschor mit Trompeten hat Stühler schon seit 39 Jahren im Sortiment. „Der wird immer wieder nachgefragt“, sagt Baumann. Dagegen sind inzwischen Wintertiere beliebter als Nikoläuse. „Wahrscheinlich, weil man genug hat von den Weihnachtsmännern, die schon im August in den Läden stehen.“ Tiere seien da neutraler.

Schlafende Eisbären und turnende Clowns


Um den schlafenden Eisbär herum stehen Pinguine und ein Rentier, eine Robbe balanciert einen Schneeball auf der Schnauze. Darüber auf einem Seil radelt ein Teddybär entlang, und ein Clown schlägt an einer Stange Purzelbäume.

Denn die Stühlers statten neben Dekorateuren auch Schausteller und ihre Karussells aus. Die Figuren auf den Budendächern der Kinderweihnacht am Nürnberger Hans-Sachs-Platz stammen ebenfalls aus Fürth.

Für Ostern hat Baumann seit diesem Jahr eine Hasenschule neu im Programm – mit Lehrer, Schülern, Tafel und Pult. Auch Igel gibt es, die ihre Nasen aneinanderreiben. Wenn der Stoff einmal abgewetzt ist oder die Sonne ihn ausgeblichen hat, repariert Baumann die Figuren auch oder näht neue Kleider.

Kuschelig, aber nicht zum Spielen da

Ins Kinderzimmer seiner 15-jährigen Tochter durfte bislang keines der Tiere. „Das sind Dekorationsfiguren, keine Kuscheltiere“, betont Baumann. Auch wenn mancher Messebesucher den Eisbär gerne streicheln würde. In Fürth erfreut Baumann trotzdem viele Kinder. „Im Advent bauen wir für unsere Nachbarn immer eine neue Weihnachtsszene vor unserem Haus auf “, erzählt er.

Sogar aus den nahegelegenen Kindergärten kommen dann ganze Gruppen, um sich das Spektakel anzusehen. „Das ist dann meine Belohnung. Wenn sich die Leute freuen, freut mich das auch.“ Mehr zum Thema Spielwarenmesse finden Sie hier

Christina Merkel


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Zum Thema
Spielwarenmesse Nürnberg
Seit:
1950
Turnus:
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Termin:
29.1. bis 3.2.2014
Zeiten:
Nur für registrierte Fachbesucher
Kurzbeschreibung:
Die Nürnberger Spielwarenmesse ist die weltweit größte Fachmesse der Spielwaren-Branche.
Veranstalter:
Spielwarenmesse eG, Nürnberg
Besucher:
73.500 Händler und Einkäufer im Jahr 2013 (76.000 im Vorjahr)
Teilnehmer:
über 2.700 Aussteller