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Altstadtfest: Gründer wollten Kirchweih ins Zentrum holen

Im Jahr 1970 startete die erste Veranstaltung auf der Insel Schütt - 18.09.2012

Nürnberg  - Die Stadt in der Stadt: Seit 42 Jahren existiert das Altstadtfest. Doch in den Annalen ist kaum etwas über seine Entstehung zu finden. Eine fast vergessene Chronik des Gründers Horst Volk und ein Zeitzeuge helfen weiter.

Ein kühles Bier und eine Portion Schäuferla: Das Altstadtfest zieht immer mehr junge Menschen an. Die Gründungsmitglieder wollten vor 42 Jahren mit der Veranstaltung eine Kirchweih in der Innenstadt etablieren.
Ein kühles Bier und eine Portion Schäuferla: Das Altstadtfest zieht immer mehr junge Menschen an. Die Gründungsmitglieder wollten vor 42 Jahren mit der Veranstaltung eine Kirchweih in der Innenstadt etablieren.
Foto: Uwe Niklas
Ein kühles Bier und eine Portion Schäuferla: Das Altstadtfest zieht immer mehr junge Menschen an. Die Gründungsmitglieder wollten vor 42 Jahren mit der Veranstaltung eine Kirchweih in der Innenstadt etablieren.
Ein kühles Bier und eine Portion Schäuferla: Das Altstadtfest zieht immer mehr junge Menschen an. Die Gründungsmitglieder wollten vor 42 Jahren mit der Veranstaltung eine Kirchweih in der Innenstadt etablieren.
Foto: Uwe Niklas

Das Altstadtfest baut auf Tradition, ist aber selbst erst 42 Jahre alt. Mit seinen typischen Holzhütten, den weiß-roten Tischdecken, schweren Bierkrügen und dem Festumzug vom Jakobs- bis zum Hans-Sachs-Platz scheint auf der Insel Schütt ein alter Brauch gefeiert zu werden.

Das jährliche Ereignis ist die Antwort auf eine Frage, die sich einst SPD-Stadtrat Horst Volk und andere Gründungsmitglieder gestellt haben: Warum gibt es im Umland und in den Stadtteilen so viele Kirchweihen, nur in der Innenstadt nicht. „Berühmte Kirchen stehen in der Altstadt, aber es gab keine Kirchweih“, sagt Michael Hagl vom Förderverein. Den Worten folgten Taten.


Die Initiatoren um den im September 2001 verstorbenen Horst Volk bildeten eine Interessen-Gruppe. Das war 1970. Und bereits im September desselben Jahres wurde im Eiltempo das erste Fest, ein Vorläufer, aus dem Boden gestampft. Es war ein Erfolg. 1973 wurden für das Altstadtfest ein Verein und eine GmbH gegründet.

Hagl, der seit 1977 Mitglied im Verein ist, erinnert sich: Anfangs wurden tatsächlich Kirchweihbäume nahe am Schuldturm aufgestellt. Auch ein Bierzelt gab es und diverse Fahrgeschäfte standen auf der Insel Schütt. Selbst das Fischerstechen, das in Anlehnung an die mittelalterliche Tradition seit 1964 wieder regelmäßig auf der Pegnitz ausgetragen wird, wurde dem zweiwöchige Festprogramm einverleibt.

Rund 200 Fähnchen, 40 mal 40 Zentimeter groß, so Hagl, zogen die Mitglieder jedes Jahr auf Leinen, die von Haus zu Haus hingen. „Unsere Frauen haben die Stoffe vor dem Fest gebügelt“, sagt er. Doch wer heute nach Flaggen mit den Schembartläufern darauf sucht, wird enttäuscht: Der Verein verzichtete schon vor Jahren, die Fähnchen, die regelmäßig geklaut wurden, zu erneuern.

Lange Bauarbeiten

Doch diese Form des Volksfestes mitten in Nürnberg währte nicht lange. Genau genommen bis 1985. Denn 1980 startete eine Großbaustelle auf der Insel Schütt, die sich fünf Jahre lang hinzog: eine Tiefgarage für Innenstadtbesucher entstand. Und die brachte auch die Wende für das Erscheinungsbild des Altstadtfests. Das musste bis 1985 erst einmal auf einen anderen Standort ausweichen — die Stadt bot dem Verein eine Fläche im Kreuzgassenviertel an. Dann war klar: Die alten Lagepläne mussten überarbeitet werden, denn die tonnenschweren Fahrgeschäfte durften nach städtischer Auflage nicht auf das Dach der neuen Garage, das bis heute den Boden der Insel Schütt bildet.

Der Verein musste handeln: Die Fachgruppen besuchten verschiedene, großangelegte Feste in anderen Städten — ihr Weg führte sie bis nach Stuttgart. Dort, in Anbetracht der „kleinen Häusla“ des dortigen Weinfestes, keimte schließlich die Idee einer Stadt in der Stadt — ein Spiegelbild der Altstadt mit hölzernen Fachwerkhäusern schwebte den Machern vor.

Eine Schreinerei in Hetzles im Landkreis Forchheim wurde beauftragt, ein Modell zu bauen. Zwei der Häuschen wurden aufgebaut, der damalige Stadtbaumeister Otto Peter Görl gab dem Verein und den Wirten, die die Häuser kauften und einlagerten, grünes Licht. Michael Hagl: „So war die Hütten-Stadt mit dem Namen ,Markt der Gastlichkeit‘ entstanden.“
  

VON ALEXANDER BROCK


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Zum Thema
2909_Fotogalerie_Altstadtfest - altstadtfest_0068.jpg
Seit:
1971
Termin:
12.9. bis 23.9.2013


Kurzbeschreibung:
Jedes Jahr im September wird in Nürnberg das Altstadtfest gefeiert - unter anderem mit traditionellen Veranstaltungen wie Fischerstechen, Hans-Sachs-Spielen und Festumzug mit Trachtenkapellen.

Infografik zum Altstadtfest 2012




Bars & Restaurants in der Nürnberger Altstadt

Gastrokarte.
Besucher:
eine Million Besucher