Zwischen Katharinenruine und Hauptmarkt ist knapp zwei Wochen lang ein traditionell buntes Kulturprogramm geboten. Ob Varieté oder Ökumenischer Gottesdienst, ob Fischerstechen oder Talentshow – alle Veranstaltungen sind stets gut besucht. Doch mindestens ebenso gut besucht ist eben jener Markt der Gastlichkeit mit seinen 19 Hütten, die mit Innen- und Außenbereichen zum geselligen Zusammensein einladen, und den zahlreichen kulinarischen Angeboten. „Alle Hütten sind komplett ausreserviert“, weiß Christian Wagner, Gastronom und Sprecher der Altstadtfestwirte. „Wir haben hier ein Fest der Generationen, bei dem das Gespräch im Mittelpunkt steht.“
Doch nicht nur das Gespräch steht im Mittelpunkt, sondern vor allem auch das, was das gute Gespräch noch viel besser macht: ein feiner Tropfen und eine ordentliche Mahlzeit. Und von beidem gibt es reichlich. „Vor allem die Bratengerichte sind hier einfach sensationell“, schwärmt Wagner. „Dadurch, dass das Fleisch relativ lange warmgehalten wird, ist es am Ende butterweich.“
Die Entscheidung fürs Mittag- oder Abendessen wird dem Hungrigen nicht leicht gemacht, denn hier gibt es so ziemlich alles, was die fränkische Küche zu bieten hat. Beim Alten Brathaus brutzeln über offenem Feuer die Würste auf dem Riesengrill, besonders große Mägen lassen sich im Pyraser beim täglichen „Schälrippchen-All you can eat“ füllen. Beim Dampfnudelbäck duften die Dampfnudeln mit Kirsch- und Vanillesoße ebenso verführerisch wie die Crêpe-Variationen der Crêperie der Alten Küche, die nebendran noch knackig frisch frittierte Chips mit würzigen Dips anbietet. Und eine Neuheit, die sich erst auf den zweiten stutzigen Blick erschließt: Was da aussieht wie Sushi in der Bento Box, sind in Wahrheit kleine konditorische Süßigkeiten.
Chips und Crêpes schmecken besonders gut, wenn man sie am Tisch der Alten Küche verspeist, während man sich aus den hier angebotenen Drei-Liter-Zapfsäulen direkt am Tisch selbst Spritz und Bier ins Glas tanken kann.
Manch ein Besucher wird eine alte Institution auf der Insel Schütt vermissen: Erstmalig dreht die Ochsenbraterei nicht mehr den ganzen Ochsen am Spieß über dem Grill. Auf die Rindfleischsemmel verzichten muss man dennoch nicht, denn die gibt es dafür beim Alt Nürnberg.
Wem das alles zu fleischig ist, der könnte sich den Weg zum Kommunbrauhaus im Freilandmuseum suchen und dort ein feines Stück Zwiebelkuchen verputzen. Zu dem gehört natürlich unbedingt ein Glas fränkischer Federweißer. Um den ist es jedoch aufgrund des verregneten Sommers etwas schlecht bestellt, die meisten Wirte müssen sich mit Ersatz aus der Pfalz behelfen.
Aber nicht die Bürgerbräu-Hütte. Hier hat man ein Weingut in Ipsheim gefunden, das noch liefern kann.
Ein bisschen edler wird es bei Pillhofer. Zum ersten Mal in diesem Jahr gibt es eine Champagnerbar, die am Abend reichlich frequentiert wird. Nach all dem Bier kann man sich ein Gläschen Pommery Brut zu acht Euro ja mal gönnen. Oder gleich die ganze 1,5 Liter-Flasche für 155 Euro.
Was besonderes – weil so gar nicht Fränkisches – gönnen kann sich der schlemmende Besucher übrigens auf dem Hans-Sachs-Platz, denn hier feiert eine neue Hütte ihren Einstand im 41. Jahr des Festes. Gerhard Rippel, Chef des Erlenstegener Restaurants Goldener Stern, betreibt hier gemeinsam mit Thomas Dürsch vom Spalter Hopfenhaus den Goldenen Dürsch’n. Und verleiht dem Markt der Gastlichkeit ein wenig Wiener Schmäh mit echtem Wiener Schnitzel und Backhendl. Und Blunzngröstl. Doch um herauszufinden, worum es sich hierbei handelt, geht man am besten einfach selbst aufs Altstadtfest. Der Altweibersommer spielt ja am kommenden Wochenende wunderbar mit.

.
Di. 20.09.11
So. 18.09.11
Sa. 17.09.11
Sa. 17.09.11
Fr. 16.09.11