Und die bekommen an der Museumsbrücke schon in den ersten Minuten die ganze Bandbreite zu sehen, die so ein Fischerstechen zu bieten hat. Während sich Roberto Ravanelli von den Pengertz-Ratz’n und Deniz Serhat (Fischerstecher-Freunde Bad Kreuznach) mit ihren gepolsterten Lanzen fast eine Viertelstunde lang beharken und belauern, muss Marcus Day (Bären vom Auwaldsee/Ingolstadt) gar nicht viel machen. Schon nach wenigen Sekunden ist er eine Runde weiter, weil sein Kontrahent Herbert Hacker (Alte Ochsen Worzeldorf) fast von alleine die Balance verliert und ins 18 Grad warme Wasser fällt.
Die freundlichen Zuschauer spenden viel Applaus für den eifrig jubelnden Day, zumal er und seine Crew – auf dem Boot befinden sich neben dem Stecher ein Ruderer und ein dritter Kollege, der am anderen Ende des Gefährts für das Gegengewicht sorgt – den schiffbrüchigen Hacker an Bord nehmen. „Wir wollten ihm Gelegenheit geben, mal in einem Siegerboot mitzufahren“, sagt Day schmunzelnd. In Runde zwei geht der 33-Jährige dann selbst unfreiwillig baden.
Doch zurück zu Serhat und Ravanelli – die sind mit allen Wassern gewaschen, nur nicht mit dem der Pegnitz. Letztlich geht nämlich keiner der beiden Kämpen über Bord, vielmehr wird Vorjahressieger Ravanelli wegen dreier Regelverstöße disqualifiziert. Und Serhat, Sieger von 2008 und 2009, muss auch in den folgenden Kämpfen nicht selbst ins Wasser, sondern bugsiert mit seiner Lanze die Kontrahenten gleich reihenweise von den Booten. Nach drei weiteren gewonnenen Duellen schickt der 28-Jährige im Endspiel auch noch Holger Ohlhaut von den Pengertz-Ratz’n ins kalte Nass.
Der hatte das Unheil schon kommen sehen. „Bei mir lässt langsam die Kondition nach“, sagte der 40-jährige Schwabacher vor den letzten Kämpfen. Auch die Pause wegen der heftigen Regenschauer, die das Kampfgericht (mit dem SPD-Landtagsabgeordneten Stefan Schuster) schon an einen Losentscheid über den Sieg nachdenken lässt, reicht nicht, um Ohlhauts Akku aufzuladen. Immerhin darf er sich über Platz zwei und den Mannschaftssieg für die Pengertz-Ratz’n freuen. Dritter der Einzelwertung wird Michael Heilmeier von den Alten Ochsen.
Zwei Stunden, bevor sie mit den Lanzen aufeinander losgingen, waren die Fischerstecher übrigens noch einträchtig nebeneinander hergelaufen – denn die Mannschaften sind Bestandteil des Festumzuges, der ebenfalls stets am ersten Samstag des Altstadtfestes stattfindet. Der hatte zahlreiche Attraktionen zu bieten – etwa die „Thalmässinger Goißlschnalzer“. Die ließen ihre Peitschen zur Musik einer steyrischen Quetsche derart schwungvoll knallen, dass mancher der vielen Spalier stehenden Zuschauer lieber mal vorsichtig den Kopf einzog.

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Do. 22.09.11
Di. 20.09.11
Sa. 17.09.11
Sa. 17.09.11
Fr. 16.09.11