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Lili Marleen beendet die Bergkirchweih

In die Trauer über die Beerdigung des Bergs mischt sich die Vorfreude auf das 243. Volksfest 2013 - 06.06.2012 14:14 Uhr

Die  Stimmung war perfekt,  das Gedränge groß: Beim Zapfenstreich wird ein tiefes Loch  ausgehoben und das letzte Fass Bier darin begraben. Dann schütten die  Teilnehmer das letzte Bier darauf.

Die Stimmung war perfekt, das Gedränge groß: Beim Zapfenstreich wird ein tiefes Loch ausgehoben und das letzte Fass Bier darin begraben. Dann schütten die Teilnehmer das letzte Bier darauf. © Klaus-Dieter Schreiter


Der kräftige Regenschauer am frühen Abend hatte die Festwirte zunächst noch erschaudern lassen, aber als dann gegen 20 Uhr alles wieder trocken war, da füllte sich der Berg rasant. Jeder wollte dabei sein, wenn die 242. Bergkirchweih beerdigt wird und das letzte Mal „Lili Marleen“ aus den Lautsprechern ertönt. Ist der Fassanstich zur Eröffnung jedes Jahr auf einem anderen Keller, so wird bekanntlich das Begräbnis traditionell stets auf dem Erich-Keller gefeiert.

Dort war dann auch das größte Gedränge, in dem man viel Prominenz wie beispielsweise Innenminister Joachim Herrmann, Ex-Siemens-Chef Heinrich von Pierer, den Ex-Chef der Media-Saturn-Holding, Steffen Stremme, und natürlich Oberbürgermeister Siegfried Balleis ausmachen konnte. Bevor das Stadtoberhaupt aber die Kirchweih offiziell beendete, lief die Band „Pedro“ noch einmal zu Höchstform auf, ließ wunderbare La-Ola-Wellen durch die Mengen schwappen und heizte mit den Liedern „Highway to Hell“ und dem absoluten Berghit „Tage wie diese“ dem bierlaunigen Publikum so richtig ein.

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Das Fass ist begraben Das Fass ist begraben Das Fass ist begraben
In Erlangen wird das Fass begraben

Die Bergkirchweih geht zu Ende. Am letzten Tag wurde in Sachen Stimmung noch mal richtig aufgedreht: Die Band "Pedro" heizte ein, Bierwasser wurde mit der Klobürste verspritzt und zum Ende hin wurde es richtig traurig: Das Bierfass wurde feierlich begraben.


Es sind immer wieder dieselben Songs, die in jedem Jahr kurz vor dem Bergende gespielt werden: Die echten Bergfans erwarten das so. Sie erwarten auch, dass der Oberbürgermeister noch einmal eine halbe Stunde drauflegt – was er dieses Mal auch für die Geburtstagskinder unter den Gästen tat, zu denen auch Bergreferent Konrad Beugel gehörte.

Während der Verlängerung zog Festwirt Thomas Fischer, als Priester verkleidet und mit der Klobürste Bier spritzend, gemeinsam mit seinen Helfern durch die Menge; einer stemmte das letzte Fass, die anderen trugen die Werkzeuge. So ging es unter dem Gesang „Blutwurst und Sauerkraut“ frei nach „God save the Queen“ hinauf auf den Hügel, wo unter den Augen der traurigen Menschen ein tiefes Loch ausgehoben wurde.

Nachdem das Fass dort hineingelegt worden war, gab es noch ein paar kräftige Schlucke. Der Rest Gerstensaft wurde auf das zugeschüttete Grab gegossen, und damit waren die Zapfhähne endgültig geschlossen.

Während Festwirt Thomas Fischer, als Pfarrer verkleidet, das Bierwasser mit der Klobürste verspritzt, tragen seine Helfer das Fass  zu Grabe.

Während Festwirt Thomas Fischer, als Pfarrer verkleidet, das Bierwasser mit der Klobürste verspritzt, tragen seine Helfer das Fass zu Grabe. © Klaus-Dieter Schreiter


Unten wieder angekommen, wartete schon der Oberbürgermeister, schwenkte etwas ernst das weiße Taschentuch, die Menge winkte zurück, während die Band alle vier Strophen von „Lili Marleen“ spielte. Die Menschen lagen sich in den Armen, Tränen flossen. Den traurigen Bergfans gab der OB tröstende Worte mit auf den Heimweg: Nur noch 346 Tage dauere es, bis am 16. Mai 2013 die 243. Erlanger Bergkirchweih eröffnet wird.
  

kds

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