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Porsche-Azubi im Gefühlstaumel

Lokalmatador Elia Erhart erlebte Höhen und Tiefen - 02.07.2012

Elia Erhart bekam die ganze Bandbreite von dem zu spüren, was Motorsport so spannend und so unberechenbar macht. Der einzige mittelfränkische Starter durfte sich bei seinem Heimspiel am Norisring zunächst über die beste Platzierung in dieser Saison freuen, ehe er nicht einmal 24 Stunden später seine Enttäuschung nur schwer verbergen konnte.

„Das war von beiden doof“: Elia Erhart blickte nach dem Aus wegen eines Remplers eines Konkurrenten wehmütig auf das vorbeifahrende Feld. Zuvor aber hatte er mit Platz sieben sein bislang bestes Ergebnis eingefahren.
„Das war von beiden doof“: Elia Erhart blickte nach dem Aus wegen eines Remplers eines Konkurrenten wehmütig auf das vorbeifahrende Feld. Zuvor aber hatte er mit Platz sieben sein bislang bestes Ergebnis eingefahren.
Foto: Sportfoto Zink
„Das war von beiden doof“: Elia Erhart blickte nach dem Aus wegen eines Remplers eines Konkurrenten wehmütig auf das vorbeifahrende Feld. Zuvor aber hatte er mit Platz sieben sein bislang bestes Ergebnis eingefahren.
„Das war von beiden doof“: Elia Erhart blickte nach dem Aus wegen eines Remplers eines Konkurrenten wehmütig auf das vorbeifahrende Feld. Zuvor aber hatte er mit Platz sieben sein bislang bestes Ergebnis eingefahren.
Foto: Sportfoto Zink

Der Österreicher Philipp Engel hatte ihn im zweiten Rennen des Wochenendes beim Überrunden regelrecht abgeschossen. „Kamikaze“ heißt so eine reichlich ruppige Fahrweise im Rennjargon, wobei sich Erhart später eine Teilschuld gab. „Zu langsam“ sei er gewesen und der Österreicher eben „ein wenig zu übermütig“. Erhart verbuchte es als normalen Rennunfall, ärgerlich zwar, aber eben ein weiteres Kapitel seiner gerademal ein paar Monate währenden Laufbahn im Porsche Cup.

Erhart hat vieles, was einen guten Rennfahrer auszeichnet, sagt auch Teambesitzer Thomas Marschall. „Er macht einen guten Job, er geht an alles sehr professionell heran“, urteilt der ehemalige Mister Markenpokal, der selbst so ziemlich alles gewonnen hatte, was es zu gewinnen gab. Der junge Franke ist auf einem guten Weg, nur Erfahrung ist selbst durch viel Arbeit nicht wettzumachen, muss der 24-Jährige dieser Tage immer wieder feststellen. Das Rennen am Sonntag im Regen hatte er schon vor dem Rempler des Österreichers abgeschenkt, weil er viel zu zaghaft unterwegs war. Und mangelnde Aggressivität kostet im Motorsport Zeit. Doch viele Regenrennen hat Erhart im Porsche noch nicht bestritten, es fehlten Glaube, Zuversicht und Vertrauen – in das Auto und das eigene Können.


„Das ist für Normalautofahrer so, als würden sie mit Sommerreifen bei Glatteis mit 250 Sachen durch die Stadt jagen“, beschreibt Erhart eine Ausnahmesituation, der er schlichtweg noch nicht gewachsen war. Grämen musste sich der ehemalige Streckenposten am Norisring, für den sich als Fahrer jedes Jahr aufs Neue ein Traum erfüllt, aber wirklich nicht. Im ersten Rennen war es nahezu perfekt gelaufen, mit Platz sieben ordnete er sich so weit vorne ein wie noch nie zuvor in dieser Saison.

Da wurde klar, welches Potenzial in Erhart schlummert: Von Platz 15 war er nach einer wenig berauschenden Qualifikation ins Rennen gegangen, hatte als bekannt guter Starter noch vor der ersten Kurve gleich drei Konkurrenten hinter sich gelassen und dann in der Grundig-Kehre eine clevere Linie gewählt. Während sich das Gros des Feldes auf der Innenspur balgte und einen Massen-Crash produzierte, fuhr Erhart von außen an und schlüpfte dann genau in die Lücke, die sich plötzlich vor ihm auftat.

So ein Näschen ist unbezahlbar, entweder man hat es oder nicht. Der Porsche-Azubi weiß genau, dass es im Kampf um Zehntelsekunden und Sponsoren „keinen Welpenschutz“ gibt und er Leistung bringen muss, um sich für ein weiteres Jahr im Porsche zu empfehlen. „Ich bin jetzt jedes Jahr einen Schritt nach vorne gekommen“, blickt er auf seine Lehrzeit im Polo und Seat zurück, aber gleich wieder nach vorne, weil sein großes Ziel ja ein Cockpit in der DTM ist: „Da muss ich hoffen, genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.“ Eine realistische Einschätzung für einen Haufen Zufälle – auch deshalb ist Motorsport so unberechenbar. 

F.P.


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Zum Thema
Steintribüne Norisring
Seit:
1947
Turnus:
jährlich

Termin:
12. bis 14.7.2013
Kurzbeschreibung:
Das Norisring-Rennen ist das Saison-Highlight im Deutschen Tourenwagen Masters (DTM). Die Rennstrecke verläuft rund um die Zeppelintribüne am ehemaligen Reichsparteitagsgelände.

Fahrer, Strecke, Fakten - Alles zum Norisring 2012


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