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Familienfest vor Radsportkulisse

Rennen rund um die Altstadt - 15.09.2008 17:51 Uhr

Zuschauen ist schön. Selber machen ist besser. Während die Besucherzahlen beim Radrennen rund um die Altstadt in den letzten Jahren zurückgegangen sind, sind die Teilnehmerzahlen bei den Jedermann-Rennen gestiegen.

Zuschauen ist schön. Selber machen ist besser. Während die Besucherzahlen beim Radrennen rund um die Altstadt in den letzten Jahren zurückgegangen sind, sind die Teilnehmerzahlen bei den Jedermann-Rennen gestiegen. © Icks


Sicherlich wäre es eine Herausforderung gewesen, die Menschen, die teils in kleinen Grüppchen teils in großen Trauben die Rennstrecke rund um die Alstadtmauer säumten, zu zählen. Wer sich die Mühe gemacht hätte, wäre aber wohl kaum auf die „knapp 100000 Zuschauer“ gekommen, die das Büro der Veranstalter noch am Abend schätzte.

Nichtsdestotrotz besteht für das verantwortliche Team um Sportservice-Chef Jürgen Thielemann kein wirklicher Grund, Trübsal zu blasen. Haben sie ihr Rennen doch einigermaßen heil durch die größte Krise im Radsport navigiert. Eine Krise, die für zahlreiche andere Veranstaltungen dieser Art das Ende bedeutete.

„Natürlich werden wir nicht mehr die Aufmerksamkeit erreichen, die wir hatten, als hier Marco Pantani oder Jan Ullrich starteten, aber darum geht es uns auch gar nicht“, versuchte  Horst Förther zu relativieren, nachdem er dem unter Fachfremden nach wie vor unbeschriebenen Blatt André Greipel zum Sieg gratuliert hatte. Noch vor wenigen Jahren hatte Nürnbergs „Sportbürgermeister“ an gleicher Stelle Erik Zabel die Hand geschüttelt. Große Namen, sagt Förther heute, bedeuteten im Radsport der Dopingskandale allerdings immer auch große Gefahren. „Sicher könnten wir versuchen, mit viel Geld einen Lance Armstrong hierher zu locken. Aber was bringt uns das, wenn keiner genau weiß, ob der nicht doch gedopt ist. Wir wollen ein Rennen, das von den Nürnbergern als ,ihr Rennen‘ akzeptiert wird.“

Das Konzept auf dem Weg zu diesem Familienfest vor Radsportkulisse könnte man überspitzt mit den Schlagworten „Masse statt Klasse“ umreißen. Während nämlich die klangvollen Namen erneut ausblieben, erfreut sich das Jedermann-Rennen immer größerer Beliebtheit. Fast 1000 mehr oder weniger ambitionierte Hobby-Radler machten sich gestern bereits ab acht Uhr morgens in den verschiedenen Kategorien auf die Strecke.

Thielemann: Greipel wird ein ganz Großer

Hinzu kommt das hochklassige UCI-Weltcupfinale im in Sachen Doping – bislang – noch relativ unbehelligten Frauenradsport. Bei der Elite der Männer, die  weiterhin das Zugpferd bleiben soll, will Sportservice-Chef Thielemann auch künftig auf den hoffnungsvollen Nachwuchs setzen. Sieger Greibel sei da bereits ein Beispiel. „Er gehört zur neuen Generation“, sagt Thielemann über Greipel, „er fährt sensationell, ist sauber – und er hat das Zeug dazu, ein ganz Großer zu werden.“

Während die Profis allesamt sturzfrei ins Ziel kamen, ging es bei den Jedermännern etwas rauer zur Sache. Fünf relevante Stürze zählten die Einsatzkräfte. Zwei Schlüsselbeinbrüche, einen Oberschenkelbruch und zwei leichtere Verletzungen.
„Ansonsten verlief alles reibungslos“, erklärte Detlef Lutz von der Polizei. Auch die Halteverbote seien in diesem Jahr weitgehend beachtet worden. Nur zwölf Autos wurden abgeschleppt, so Lutz gegenüber der NZ. Die vom Veranstalter übermittelte Zuschauerzahl wollte der Polizist indes nicht kommentieren.
 

Christian Rothmund

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