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Es soll kein Abschied sein, sondern nur eine Zäsur. Wenn am Sonntag zum 22. Mal das Radrennen „Rund um die Nürnberger Altstadt“ über die Bühne geht, dann ist das allerdings sehr wohl der Abschied von einer Veranstaltung, die in den vergangenen Jahren eher ein Kessel Buntes war, denn ein hochwertiges und vor allem eigenständiges Radrennen. Genau diesem Konzept, das nach dem Ausstieg der Nürnberger Versicherung als Hauptsponsor auch aus der finanziellen Not heraus geboren wurde, wird man aber am Sonntag noch einmal treu bleiben.
Denn bis um 15 Uhr das Elitefeld der Männer mit rund 110 Fahrern auf die 22 Altstadtrunden (80 km) geschickt wird, gibt es eine Vielzahl anderer Veranstaltungen, die aber immerhin alle mehr oder weniger mit Radsport zu tun haben. Erstmals ist ein Triathlon-Teamwettbewerb integriert, der bereits um 8 Uhr mit dem Schwimmen im Freibad von Bayern 07 seinen Anfang nimmt (einen Extra-Bericht zum Triathlon lesen Sie in der morgigen Ausgabe). Auch die Jedermänner dürfen ab 9 Uhr über 21 und 42 Kilometer wieder ihr Können zeigen; und der ebenso kuriose wie anstrengende Run-and-Bike-Wettbewerb – jeweils zwei Starter eines Teams teilen sich ein Rad – soll ab 10.45 für Unterhaltung sorgen
Abgesehen vom Ziel des Jedermann-Rennens beginnen und enden alle Wettbewerbe diesmal am Hauptmarkt, was den bunten Sporttag für die Zuschauer deutlich übersichtlicher machen sollte. Weil es allerdings für die Elite-Radfahrer am Hauptmarkt für einen Endspurt keine richtige Zielgerade gibt, musste die Altstadtrunde ein wenig verändert werden. Die Profis fahren diesmal in jeder Runde eine Schleife rund um die Sebalduskirche und stoßen über die Winklerstraße wieder auf die kleine Altstadtrunde, die über Augustinerstraße, Maxplatz und Neutorgraben hinauf zum Tiergärtnertor führt. Das Ziel befindet sich unmittelbar hinter dem Hauptmarkt in Richtung Sebalduskirche.
Jürgen Thielemann vom Nürnberger Sportservice, der sich von Beginn an um das Altstadtrennen kümmerte und zuletzt viel Energie und Herzblut ins Überleben des Rennens gesteckt hat, betonte mehrfach, dass die 22. Auflage nicht der Endpunkt des Franken-Klassikers sei. „Veränderungen gab es in der Vergangenheit schon einige und so wird auch die Einbettung in die Bayern-Rundfahrt eine wichtige Veränderung sein“, sagte er. Das Altstadtrennen findet nämlich ab dem nächsten Jahr Ende Mai als Finale der Schluss-Etappe der fünftägigen Tour durch den Freistaat statt. Der Termin für 2013 ist ebenfalls schon bekannt: Es ist der 26. Mai, an dem das Altstadtrennen in seine zweite Lebenshälfte startet, die dann wieder von Spitzen-Radsport geprägt sein soll.
Ob das Rennen am Sonntag einen würdigen Abschluss für das doch etwas in die Jahre gekommene Altstadtrennen bietet, wird stark vom Engagement der Fahrer abhängen. Große Namen sind – wie schon in den Vorjahren – nicht mehr dabei, aber das recht kompakte Feld könnte durchaus spannenden Radsport bieten. „Da wird bestimmt von Beginn an am Anschlag gefahren“, meinte Grischa Jarnoschke, der bei der Pressekonferenz zum Radrennen die Werbetrommel rührte. Der in Lauf lebende Fahrer des deutschen Pro-Continental-Teams NetApp kann selbst allerdings nicht in die Pedalen treten, weil er sich noch von den Folgen zweier schwerer Stürze erholen muss. Aber seinen Teamkollegen Andreas Schillinger (Amberg) und dem sprintstarken André Schulze traut er einiges zu.
Die beiden Nutrixxion-Profis Holger Burkhardt und Sebastian Körber bilden ein waschechtes Nürnberger Duo und können sich vielleicht ein wenig mit ihrem Trainingspartner René Weissinger zusammenspannen. Gleich mit 13 Fahrern kommt das LKT-Team Brandenburg, und im Team Baier Landshut will Vorjahressieger Helmut Trettwer wieder zeigen, was er kann. Obwohl die Distanz mit 80 Kilometern für Profis, die es gewohnt sind, 200 Kilometer und mehr zu fahren, eher nach einem Sonntagsausflug aussieht, warnt Jarnoschke davor, das Rennen zu unterschätzen. „22 Runden heißt auch 22-mal über den Burgberg zu fahren“, sagt er, und wenn da richtig aufs Tempo gedrückt werde, „dann tut das am Ende richtig weh.“
Ob der Abschied vom alten Veranstaltungsformat auch richtig wehtun wird, das ließ der NetApp-Profi nicht durchklingen. Nur viel Vorfreude für den Neustart. „Die Bayern-Rundfahrt 2013 steht schon in meinem Kalender“, sagt er, „da möchte ich wirklich gerne dabei sein.“

Do. 23.05.13
Do. 23.05.13
Mi. 22.05.13
Mi. 22.05.13
Mi. 22.05.13