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Nürnbergs Rad-Klassiker wird neu erfunden

Das populäre Altstadtrennen lebt, findet am 12. September aber mit stark verändertem Gesicht statt - 26.07.2010 13:00 Uhr

Fototermin am Schönen Brunnen: Fahrrad-Taxis, Derny-Rennen und ein neuer Bike-and-Rund-Wettbewerb werden symbolisch  präsentiert. Nur echte Rennräder fehlen auf dem Bild, aber auch die wird es am 12. September geben.

Fototermin am Schönen Brunnen: Fahrrad-Taxis, Derny-Rennen und ein neuer Bike-and-Rund-Wettbewerb werden symbolisch präsentiert. Nur echte Rennräder fehlen auf dem Bild, aber auch die wird es am 12. September geben. © Daut


So laut und mit so viel Nachdruck hat man Jürgen Thielemann bei der Pressekonferenz zum Radrennen „Rund um die Nürnberger Altstadt“ lange nicht mehr reden gehört. Während der Mann vom Nürnberger Sportservice in den vergangenen Jahren immer eher defensiv, wie auf dem Rückzug wirkte, sprach er gestern vehement von einem Neuanfang. „Das Rennen gibt es noch“, schmetterte er in den Raum.

Das war die wichtigste Botschaft, denn nach dem Rückzug der Nürnberger Versicherungsgruppe als Hauptsponsor stand die Traditionsveranstaltung lange auf der Kippe. Aber Thielemann, der das Rennen von Beginn an betreute, wollte nicht aufgeben. „Er hat um sein Baby richtig gekämpft, obwohl wir uns finanziell sehr nach der Decke strecken mussten“, lobte Nürnbergs Sportbürgermeister Horst Förther seinen Mitarbeiter.

Treu geblieben sind dem Rennen Sponsoren wie die Brauerei Tucher oder die Wohnungsbau-Gesellschaft der Stadt, und so dachte man sich mit professioneller Beratung ein neues Konzept aus, das Kosten spart, aber dennoch attraktiv ist. Die Mühe scheint sich auf den ersten Blick gelohnt zu haben. Der Radsport hat mit zwei Jedermannrennen (65 und 100 km), die erstmals in den Landkreis Erlangen-Höchstadt führen, sowie einem Männerrennen über 65 km und einem für Frauen (50 km) zwar Vorrang, bekommt aber gleichzeitig interessante Begleitung.

Auf die Verpflichtung teurer Profis will man diesmal verzichten. Continental-Mannschaften mit dem bayerischen Team Heizomat an der Spitze sollen den Radsport-Nachwuchs präsentieren. Bei den Frauen hofft Rennleiter Herbert Oppelt auf acht bis 10 Top-Teams, auch seine Nürnberger Equipe soll am Start sein, „wenn wir bis dahin finanziell überleben“ (Oppelt). Gestartet werden alle Rennen diesmal am Hauptmarkt, danach geht es über die Augustinerstraße und den Maxplatz auf den bewährten Altstadtring. Oben am Burgberg wird wie früher das Ziel sein.

Während man bei der Streckenwahl zurück zu den Wurzeln des Rennens geht, gibt es als Begleitmusik viel Neues. „Ein fröhliches Derny-Knattern“ erwartet Bürgermeister Förther, wenn 15 Gespanne aus einem flotten Moped und einem Radrennfahrer den Kurs ähnlich wie beim Steherrennen umkreisen. „Run and Bike“ ist der Titel eines neuen Wettbewerbs, bei dem Zweierteams (Männer, Frauen und Mixed) über 4,5 und 8 km ihre Kondition zeigen können.

Die Duos teilen sich ein Rad, einer läuft, der andere „ruht“ sich auf dem Bike aus. Gewechselt werden darf beliebig oft. Nur Radfahren müssen die Jungen und Mädchen, die sich zur Nürnberger Stadtmeisterschaft anmelden. „Wir wollen die Bevölkerung aktiv in das Programm einbinden“, sagt Thielemann, „Bewegung und Sport sollen im Vordergrund stehen, nicht teure Rad-Stars.“ Auf fünf eng vernetzten Aktionsflächen soll es wieder ein umfangreiches Angebot für die ganze Familie geben, eine Stärke, die schon die alte Veranstaltung ausgezeichnet hatte.

Anmeldungen für das Jedermannrennen sind bis 31. August möglich. Formulare gibt es in örtlichen Radsportgeschäften, im Rathaus und im Sportservice (Hauptmarkt 17). Auch online kann man sich für die Wettbewerbe eintragen. 

Thomas Scharrer

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