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Der Song ist aber auch gut, und vor allem anders als der große Rest der germanischen Rapmusic. Auf das zärtliche Sample des Soul-Klassikers "Sunny" reimt der Mittzwanziger verstörende Zeilen wie "Und wenn sie heiraten will und nach drei Tagen chilln schon dein ganzes Haus und deinen Leihwagen will, erschEasy".
Dass sich der Schwabe im zugehörigen Music-Video von einer dunkelhaarigen Schönheit vertreten lässt, zeigt, wie gut Cro das Spiel mit den Erwartungen seiner Zuhörer und Zuschauer versteht. Dem Erfolg des Videos tat dieses Versteckspiel keinen Abbruch - im Gegenteil: Bis heute wurde der Kurzfilm über 32 Millionen Mal bei You Tube angeschaut. Einzig die Atzen haben mehr Zugriffe auf ein deutschsprachiges Musikvideo generiert.
Auch bei seinen Nachfolgehits "Du" und "Einmal um die Welt" geht Cros Erfolgsrezept auf: Smarte Texte gerappt auf Produktionen, die auch Popsongs gut zu Gesicht stünden. "Cro, das Genie" bleibt dabei stets hinter seiner Pandamaske verborgen und wahrt so den Mythos des Unerkannten.
Er selbst bezeichnet seinen Stil als Raop, als Mischung aus Rap und Pop. Insofern ist der etwas weichgespülte Sound seines Debütalbums für Cro selbst mutmaßlich kein Problem, sondern Teil seines Konzepts.
Dass die Gangsterrapper der Republik ihn hassen, dass es die Idee mit der Maske auch schon vor ihm gab, dass in den ersten Reihen seiner Konzerte fast ausschließlich junge Mädchen zu finden sind - all das prallt an dem Typen mit der Pandamaske ab. Der Junge hat Erfolg, ohne sich zu verkaufen (trotz Angebote zahlreicher Majors blieb er beim Indielabel Chimperator). Außerdem kann er verdammt gut rappen, ohne in jedem zweiten Satz homophobe oder rassistische Pöbeleien von sich zu geben. Und ganz ehrlich: Gegen gutaussehende Mädchen in den ersten Reihen meiner Konzerte hätte ich auch nichts einzuwenden, wenn ich denn Rapstar wäre.
Und was den Cro-Sound angeht: Warten wir doch mal das zweite Album ab, da kann (und muss sich dann auch) was tun, wenn Cro sich denn als ernstzunehmender Rapper etablieren will.
Dass Cro aus der Gegend kommt, aus der ich auch stamme, macht ihn mir nicht gerade unsympathischer. In Schwaben muss man einfach nicht die ganze Zeit beweisen, was man für ein böser Kerl ist, um die schönsten Miezen klar zu machen. Hier zählt vor allem Köpfle - und das hat er, der Pandarapper.
Außerdem: Allein für "Easy" lohnt es sich schon, den Rapper zu sehen. Das war einfach der Megahit 2012. Ein Song für den deutschen Song-Olymp.
Genre: HipHop
Herkunft: Böblingen
Mixtapes:
Trash (2009)
Meine Musik (2011)
Easy (2011)
Aktuelles Album:
Raop (2012)
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