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Das perfekte Licht für schillernde Stars

"Rock im Park" bedeutet für viele Menschen vor allem eine Menge Arbeit - 01.06.2012 21:15 Uhr

Metallica mit geballter Metalpower: James Hetfield und Bassist Robert Trujillo rocken die Bühne.

Metallica mit geballter Metalpower: James Hetfield und Bassist Robert Trujillo rocken die Bühne. © Ralf Rödel


Wenn Leiße um 18 Uhr seinen Dienst hinter der Centerstage beginnt, begrüßt er seine Kollegen von der Firma Soundtech erst einmal mit einem „Guten Morgen“. Denn für ihn fängt der Tag gerade erst an. Etwa zwölf Stunden Arbeitszeit liegen vor ihm, in denen er die Scheinwerfer der einen Band ab- und für den Headliner am nächsten Tag wieder aufbaut. Erst wenn die Sonne schon wieder aufgeht und die letzten Feierwütigen in ihre Zelte kriechen, ist auch für Leiße Schluss.

Während über ihm die Bässe wummern, überprüft Lichttechniker Frederik Leiße direkt unter der Centerstage die Scheinwerfer.

Während über ihm die Bässe wummern, überprüft Lichttechniker Frederik Leiße direkt unter der Centerstage die Scheinwerfer. © Roland Fengler


Sobald Metallica gegen 23 Uhr die Bühne verlässt, beginnt der Abbau der zwei großen LED-Wände, des Podiums auf der Bühne und des sogenannten Hufeisens, das ins Publikum ragt. Bei den Technikern werden solche Vorbauten gerne „Ego-Nasen“ genannt.

Der 33-jährige Nürnberger ist dann vor allem dafür zuständig, dass die von Metallica zusätzlich benötigten Scheinwerfer wieder verstaut werden. Ein Teil der aus etwa 250 Lampen und Scheinwerfern bestehenden Grundausstattung der Centerstage muss ebenfalls weg. „Die Toten Hosen“, der Headliner am Samstag, stattet die Hauptbühne vor allem mit eigener Ausrüstung aus. „Spätestens um drei Uhr morgens werden die Roadies von den Toten Hosen nervös mit den Hufen scharren und ihre Technik aufbauen wollen“, vermutet Leiße. Dann helfen alle zusammen, bis der letzte Scheinwerfer angebracht und das letzte Stromkabel verlegt ist.

Seit zehn Jahren arbeitet Leiße nun bereits bei „Rock im Park“. In dieser Zeit hat sich besonders die Technik weiterentwickelt. Das Programm für das Bühnenlicht wird am Computer erstellt und per USB-Stick übermittelt. Zudem werden immer mehr bewegliche Scheinwerfer eingesetzt „die gleichzeitig blinken, blitzen, ihre Farbe ändern und hin und her schwenken können“. Das bedeutet weniger justieren und klettern, weil ein starrer Scheinwerfer falsch ausgerichtet ist, dafür aber mehr Reparaturarbeiten. „Diese Lampen sind störanfälliger, weil nicht nur das Licht, sondern auch die Mechanik kaputt gehen kann“, sagt Leiße.

Bedauerlich finden er und seine Kollegen, dass der große Technikturm vor der Bühne abgeschafft und aufgrund des Sichtkomforts für die Besucher durch vier kleinere Aufbauten ersetzt wurde. Leiße pflegte bisher die Tradition, sich den Headliner für einige Zeit hoch über den Köpfen der Zuschauermenge anzusehen, bevor die anstrengende Arbeit hinter der Bühne begann. „Das ist nun leider nicht mehr möglich.“ Trotzdem liebt er die Arbeit bei „Rock im Park“. „Ich würde sogar Urlaub nehmen, wenn ich einen anderen Job hätte.“

 

Von Katrin Wiersch

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