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Mit grotesken Kostümen, aufwändiger Bühnengestaltung und Lichtshows, sowie etlichen Schockeffekten wie gelegentlichen Selbstverletzungen und Bibelverbrennungen eroberte Manson die Herzen düster gestimmter Teenager. Die Zeiten als Frontmann und Sänger Brian Warner alias Marilyn Manson sich manchmal auf der Bühne mit Rasierklingen die Brust aufschlitzte, sind allerdings lange vorbei, ruhiger oder gar brav ist die gleichnamige Band deshalb aber noch lange nicht geworden.
Warner, der die Gruppe 1989 in Fort Lauderdale/Florida unter dem Namen "Marilyn Manson & The Spooky Kids" gründete, begreift das Projekt schon seit Jahren als sein Gesamtkunstwerk: Seine düsteren Aquarelle waren 2010 in der Wiener Kunsthalle zu sehen, zum kommenden Album "Born Villain" drehte die Band im Voraus unter der Regie von Schauspieler Shia LaBeouf (ja tatsächlich, der milchgesichtige Hauptdarsteller aus "Transformers") einen siebenminütigen Kurzfilm, der in seinen drastischen, makabren Bildern von Avantgarde-Klassikern wie Luis Bunuel und Alejandro Jodorowsky inspiriert ist.
Vor lauter Selbstinszenierung rückt das Musikalische bei Marilyn Manson gerne etwas in den Hintergrund: Dem schwer einem Genre zuzuordnenden Mix aus Alternative, Heavy und lndustrial Metal mit manchen Elektro-Einflüssen ist die Band im Grundsatz bis heute treu geblieben. Was variiert ist oft der Schwerpunkt der jeweiligen Alben, etwa 2003 bei "The Golden Age of Grotesque", das musikalisch stark auf Industrial-Anleihen setzte, sich beim künstlerischen Konzept vor allem an die grotesk überzeichnete Kabarett-Kultur der Weimarer Republik anlehnte. Auch textlich bleibt Manson sich seit Jahren treu, widmet sich den Abgründen der Popkultur und des amerikanischen Alltages genauso wie seinen ganz persönlichen Neurosen, auch wenn das auf den letzten beiden Alben "Eat Me, Drink Me" (2007) und "The High End of Low" (2009) schon leichte Abnutzungserscheinungen zeigte.
Dennoch darf man sich vom neuen Album "Born Villain", für das sich die Band wohl wieder einem konzeptuellen Relaunch unterziehen wird, einiges erhoffen. Gitarrist Twiggy Ramirez hat es als eine Art Punkrock-Version des legendären "Mechanical Animals"-Album beschrieben, während Manson selbst von "Suicide Death Metal" sprach. Das klingt doch auch in Hinblick auf mögliche Live-Auftritte vielversprechend. Ob es das neue Album bei "Rock im Park" am Sonntag, 3. Juni, zu hören geben wird, ist allerdings noch nicht sicher. Von den Fans wurde es schon für den Start der Welttournee im Februar erwartet, ein offizieller Releasetermin steht aber weiter aus. Von 23.50 bis 1.00 Uhr ist er das Late-Night-Special auf der Alternatstage.
Genre: Alternative Metal
Herkunft: Fort Lauderdale (USA)
Aktuelle Besetzung:
Gesang: Marylin Manson (Brian Warner)
Gitarre: Twiggy Ramirez
Bass: Fred Sabian
Schlagzeug: Jason Sutter
Bisherige Alben:
Portrait of an American Family (1994)
Antichrist Superstar (1996)
Mechanical Animals (1998)
Holy Wood (2000)
The Golden age of Grotesque (2003)
Eat Me, Drink Me (2007)
The High End of Low (2009)
Zukünftiges Album:
Born Villain (erscheint 2012)
Alle Bands von RiP in der Bildergalerie.
Mo. 21.05.12
Mo. 21.05.12
Sa. 19.05.12
Sa. 19.05.12
Fr. 18.05.12