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Ohne Bier und Dosen-Ravioli geht’s nicht

Was Rock-im-Park-Camper in ihren Rucksäcken und Reisetaschen alles dabei haben - 31.05.2012 20:18 Uhr

Pünktlich um sieben Uhr morgens stehen zahlreiche Rock-im-Park-Besucher bereits vor den Eingängen zu den Campingplätzen Schlange.

Pünktlich um sieben Uhr morgens stehen zahlreiche Rock-im-Park-Besucher bereits vor den Eingängen zu den Campingplätzen Schlange. © Wiersch, Fengler


Das geht ja gut los. Keine hundert Meter karren die Rock-im-Park-Fans aus Aschaffenburg ihr schweres Gepäck über den harten Asphalt, schon haben die sechs jungen Leute einen Platten. Unzählige Bierdosen, zwei Paletten mit Ravioli und mit Klebeband festgezurrte Schlafsäcke zwingen das kleine Ziehwägelchen in die Knie.

„Ach, Mist. Aber bis zum Campingplatz schafft er’s scho’ noch“, gibt sich der 20 Jahre alte Felix optimistisch. Der Aschaffenburger behauptet zwar, für das Festival benötige er nur „einen Campingstuhl, einen Löffel und ein Taschenmesser“, auf den Wageninhalt will er aber trotzdem nicht verzichten. Wofür auch einen Löffel, wenn die Dosen-Ravioli auf der Strecke bleiben? Nein, lieber einmal richtig schleppen, dafür dann für das gesamte Rock-Wochenende versorgt sein.

Der Grill bleibt liegen

„Dosenfutter“ hat Jochen aus Schwäbisch Hall nicht im Gepäck. Diesmal nicht. Auch er gehört zu den zahlreichen Campern, die seit sieben Uhr morgens vor den Toren Schlange stehen, damit sie ihr Lager rechtzeitig auf dem Festival-Gelände aufschlagen können.

 

Der größte Teil des Gepäcks besteht auch bei den Baden-Württembergern aus Bierdosen, dem „Grundnahrungsmittel“ für die kommenden drei Tage. „Und dann haben wir die Erstverpflegung gesichert“, sagt der 29-Jährige mit zehn Jahren Rock-im-Park-Erfahrung. Seine Erkenntnis: „Wer öfter kommt, hat weniger im Gepäck.“ Er und seine Freunde haben beispielsweise keine Konserven mehr dabei. „Wir grillen — und ab morgen versorgen wir uns an den Buden oder kaufen frisch ein.“ Den Grill wollen sie später übrigens zurücklassen. „Kost’ ja nur sieben Euro.“

Rucksack ausmisten

David (18) aus dem Allgäu hat ebenfalls in diesem Jahr seinen Rucksack ausgemistet. „Die ersten Jahre hatte ich viel zu viele Klamotten dabei.“ Die liegen jetzt zu Hause im Schrank. Das schafft Platz für ein rosafarbenes Hasen-Kostüm, das förmlich aus dem Rucksack quillt. Ein wichtiges Utensil? „Ja, weil’s geil ist.“

Noch wichtiger sind laut David nur „Bier und Zigaretten“. Die Meinung hat er allerdings nicht exklusiv. Glimmstängel und Gerstensaft stehen bei fast allen Campern ganz oben auf der Packliste. Das Bier natürlich in Dosen, sonst bekommt man es nicht mit auf den Platz.

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Die Party beginnt: Campingauftakt bei Rock im Park 2012

Wer sich auf dem Rock im Park-Campingplatz einen guten Platz für sein Zelt sichern wollte, musste früh aufstehen. Bereits um sieben Uhr stürmten die ersten Fans das Gelände.


Diese Regel stoppt — trotz der reichlichen Erfahrung — den Schwäbisch Haller Jochen am Eingang abrupt. Jägermeister-Flasche und Nutella-Glas müssen draußen bleiben. Er ärgert sich weniger über die Sicherheitsleute als über sich selber. „Das hätte ich besser verstecken müssen.“

Achtung, Trolley

Das wird Alois Raza nicht gern hören. Er ist Sicherheitschef bei Rock im Park. 150 Securitys hat er heute auf dem Gelände im Einsatz, die meisten davon an den Eingangskontrollen. Zwar ist der Anreisetag für die Kontrolleure der stressigste, trotzdem zieht er ein positives erstes Fazit: „Es bessert sich jedes Jahr.“ Das heißt: „Die Camper wissen, was sie mitbringen dürfen und was nicht.“ Eine entsprechende Auflistung finden die Festival-Fans im Netz.

...und sogar ein rosa Hasenkostüm.

...und sogar ein rosa Hasenkostüm.


Einpack- und Platzprobleme hat der 46 Jahre alte Markus nicht. Er reist schon im dritten Jahr in Folge mit dem Wohnmobil an — samt fünfköpfiger Familie und einer Freundin seiner Tochter. Campen? Lieber nicht. „Schlepp’ mal die Sachen für sechs Leute auf den Campingplatz.“

Ganz bequem

Ganz schön bequem, der Rocker. Und damit ist der 46-Jährige nicht allein. Die Rock-im-Park-Gänger achten auf Komfort. Der Beweis sind die unzähligen Trolleys, die anstatt der Reisetaschen über das Zeppelinfeld rollen. Jörg (30) aus Nürnberg hat seine Utensilien für das dreitägige Zeltlager schon an den Platz gebracht. Nun bringt er noch schnell sein 2x1,50 Meter großes

Luftbett ins Gelände. Bei allem Rock‘n‘Roll will er trotzdem bequem schlafen. Aufgepumpt ist das Ungetüm im Übrigen auch schon — elektrisch, direkt am Auto. „Das mache ich doch nicht mit der Hand...“ 

VON TIMO SCHICKLER - Lokales Nürnberg

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