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"Extreme Entscheidung": U3 fährt zukünftig bis Gebersdorf

Ausschuss segnet Erweiterung ab - Kosten belaufen sich auf 128 Millionen Euro - 25.04.2018 08:20 Uhr

Noch heißt die Endstation der U3 "Gustav-Adolf-Straße", doch in spätestens sechs Jahren soll sich das geändert haben. © Roland Fengler


Soll die U-Bahn bis nach Gebersdorf gebaut werden? Ja! Darüber sind sich im Bau- und Vergabeausschuss des Stadtrats alle einig. Christian Vogel spricht von einer "extremen Entscheidung". Seit er den Vorsitz im Ausschuss innehat, habe dieser noch keinen Beschluss dieser Größenordnung gefasst, so der Bürgermeister. Die gut zwei Kilometer Strecke, um die es geht, seien schließlich ganz bedeutende Kilometer, so Vogel. Das betont auch Baureferent Daniel Ulrich.

Er spricht von einer "gewaltigen Infrastrukturleistung", bei der es nicht nur darum geht, den Gebersdorfer bequem per Pegnitzpfeil in die Innenstadt zu bekommen. Des Weiteren ist auf einem ehemaligen Kohlelager eine Parkfläche geplant, die Pendler davon abhalten soll, über die Rothenburger Straße und den Plärrer in die Stadt zu fahren.

"Wir verlassen uns auf das Geld"

Unsicher waren die Ausschuss-Mitglieder bei der Frage nach dem Geld. Die Erweiterung der U-Bahn soll schließlich 128 Millionen Euro kosten - 55 bis 80 Prozent davon seien förderfähig, so Ulrich. Eine breite Spanne, kritisierten einige Stadträte. Ulrich jedoch gibt Entwarnung. Man gehe davon aus, die Förderung nach Plan zu erhalten, also 80 Prozent der Ausgaben für die U-Bahn, 55 Prozent der Kosten für den Busbahnhof und 60 Prozent dessen, was der Betriebshof kosten soll. Das Problem: Bislang habe man noch keinen Beschluss auf dem Tisch liegen. Und dennoch: "Wir verlassen uns auf das Geld", beruhigt der Baureferent.

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Bis im kommenden Jahr mit den Bauarbeiten begonnen werden kann, ist jedoch noch einiges an Arbeit zu erledigen. Das städtische Liegenschaftsamt etwa ist bereits in Verhandlungen wegen der betroffenen Grundstücke getreten. Während einige Eigentümer bereits dem Verkauf zugestimmt haben, scheitert es bei anderen an unterschiedlichen Preisvorstellungen. Insbesondere die Deutsche Bahn weigert sich, ihre Grundstücke zu verkaufen. Sollte es nicht rechtzeitig zu einer Einigung kommen, werden die Eigentümer enteignet. "Das jedoch ist das letzte Mittel", betont Bürgermeister Vogel.

Ob die U-Bahn künftig sogar noch bis nach Stein fahren soll, ist indes unklar. "Die U-Bahn ist eine der Varianten, um Stein anzubinden", sagt Ulrich, "aber ob es die richtige ist, wissen wir nicht." 

jule

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