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Fackelmann: Mit Haushaltswaren 330 Millionen Euro Umsatz

Hersbrucker Firma boomt mit ihren Produkten auf der ganzen Welt - 13.02.2016 19:01 Uhr

Alexander Fackelmann führt das erfolgreiche Unternehmen "Fackelmann GmbH + Co. KG" mit Sitz in Hersbruck. Mittlerweile hat die Fackelmann-Firmenfamilie 39 Niederlassungen auf der ganzen Welt.

Alexander Fackelmann führt das erfolgreiche Unternehmen "Fackelmann GmbH + Co. KG" mit Sitz in Hersbruck. Mittlerweile hat die Fackelmann-Firmenfamilie 39 Niederlassungen auf der ganzen Welt. © nb


"Wir haben im vorigen Jahr mit Haushaltswaren 330 Millionen Euro umgesetzt", sagte er. Dazu kommen weitere 50 Millionen Euro Umsatz mit dem zweiten Standbein Badmöbel. Nach der geglückten Übernahme des Marktführers für Haushaltsartikel "Prestige" in Südafrika ist das Unternehmen nun auf allen Kontinenten der Erde präsent und damit auch den Buchstaben nach ein Global Player. Alexander Fackelmann hat bei den Zukäufen die bekannten Markennamen beibehalten. So gehören Zenker, Dr.Oetker-Küchenhelfer, Stoha, Chef’n, FM Professional und Nirosta ebenso zu seiner Gruppe wie auf der anderen Seite des Globus´ die australischen Größen Wiltshire, Füri und Stanley Rogers.

"Wir machen anscheinend die besseren Produkte"

Die verschiedenen Fabrikate decken im Bereich Haushalt alle Ansprüche ab: von Otto Normalverbraucher bis zur Spitzengastronomie. Allein Dr.Oetker-Küchenhelfer verzeichneten 2015 ein Umsatzplus von an die 30 Prozent. "Wir machen anscheinend die besseren Produkte", nennt Alexander Fackelmann schmunzelnd einen Grund für den Erfolg.

Außerdem spielt der Zeitgeist dem 59-Jährigen in die Karten. Kochsendungen sind "in". Das wiederum gibt den Zuschauern einen ständigen Anreiz, die eigene Küche zu verbessern und neue Produkte zu kaufen. Aus England schwappt zudem der Trend zu uns, Backwaren zu dekorieren. Schließlich "isst" das Auge mit. Fackelmann bietet die passenden Utensilien, "Gadgets“ genannt.

Rubelverfall verdirbt Russlandgeschäft

Die Fackelmann Badmöbel verzeichneten im vergangenen Jahr ein Wachstum von 20 Prozent, die Lanzet-Badmöbel sogar einen Sprung von 40 Prozent. Hier macht sich das billige Baugeld bemerkbar. Dank der niedrigen Zinsen investieren die Deutschen in "Betongold" und in Renovierungen.

Die 380-Millionen-Euro Jahresumsatz bedeuten eine Steigerung um elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr und decken sich mit den Zielen. "Ordentlich bis sehr ordentlich, aber nicht best of class", kommentierte Alexander Fackelmann das Ergebnis. Weil es nicht überall rund lief, ist die 400-Millionen-Euro-Grenze nicht erreicht worden. Der Rubelverfall verdarb das Russlandgeschäft. Währungsturbulenzen gab es auch in Indonesien und Taiwan. Und das Chinageschäft ist rückläufig.

Intelligente Fertigungstechnik

"Ich weiß nicht, wo die in den Medien genannten sieben Prozent Wirtschaftswachstum im Reich der Mitte herkommen", sagte Alexander Fackelmann. Auf der anderen Seite boomt der Hersbrucker Global Player im zweitbevölkerungsreichsten Land: in Indien.

Bei den Investitionen stand 2015 Hersbruck an erster Stelle. Innerhalb von sechs Monaten wurde die Halle 11 zwischen Ostbahnstraße und Sebastian-Fackelmann-Straße erstellt. Das Logistikzentrum für Badmöbel kostete 4,5 Millionen Euro, hat über 33  000 Kubikmeter Rauminhalt und bietet Platz für 2650 Paletten und 1000 Blöcke.

Der Unternehmenschef setzt zudem auf eine intelligente Fertigungstechnik; Stichwort: "Industrie 4.0". "Wir dürfen diese Entwicklung nicht verschlafen!" Deshalb ließ er eine hochmoderne Plattenaufteilsäge anschaffen, die zwölf Tonnen am Tag verarbeitet.

"Wer Lebensmittel verarbeitet, braucht Fackelmann"

Die Mitarbeiterzahl in Hersbruck liegt konstant bei 450. Weltweit schrumpfte die Fackelmann-Belegschaft hingegen auf unter 3000. Der Grund ist der Personalabbau in China. "Made in China" ist durch explodierende Lohn- und Lohnnebenkosten teuer geworden. Statt dessen baute das Unternehmen eine neue Produktionsstätte in Polen. Nächstes Jahr soll dann Zenker in Aichach für rund sechs Millionen Euro erweitert werden.

Bei der "Ambiente" in Frankfurt stellt die Firma 230 Neuheiten nach dem Motto "Wer Lebensmittel verarbeitet, braucht Fackelmann" vor. Die Helfer werden zugleich immer raffinierter. So ist das Avocadotool "3in1" zum Aufschneiden, Aushöhlen und Stampfen geeignet. Was es nicht alles gibt, ist eine naheliegende Frage beim Anblick der Produkt-Vielfalt bei Fackelmann.

Aktuelle Beispiel sind: eine Dose mit Abtropfsieb, der Schokoladen-Schmelz-Spritzbeutel, der Ei-Trenner "Lady Gacker", ein ausfaltbarer Untersetzer, Edelstahl-Ess-Stäbchen, Muskatreibe samt Box, Kräuterabstreifer und ein Baguette-Backblech. 

Jürgen Ruppert

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