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Taxi – Eine Nacht in Buenos Aires

Taxi, un encuentro

Taxi – Eine Nacht in Buenos Aires
Genre: Drama Land: Argentinien  2001
Von: Gabriela David
Mit: Diego Peretti, Josefina Viton, Miguel Guerberof
Buch: Gabriela David
URL zum Film: www.taxiunencuentro.com.ar

DAS MEINEN UNSERE KRITIKER
  

Blut auf dem Rücksitz

Schlaflos: „Taxi – Eine Nacht in Buenos Aires“
Filmkritik Logo NZEsteban (Diego Peretti – was für eine Nase!) ist ein Kleinkrimineller. Er knackt Autos und verscherbelt sie. Aber er ist inkonsequent. Wenn er einmal ein Taxi stiehlt, dann macht er gern auf Taxifahrer und kutschiert nichtsahnende Fahrgäste durch Buenos Aires. Warum nicht „ganz legal“ dazuverdienen?

Doch dann, bei einer mitternächtlichen Taxirunde, passiert es. Drei Schüsse fallen. wenig später steigt ein verstörtes Mädchen (Josefina Viton) ins Taxi und sackt blutend zusammen. Was nun? Erst lässt Esteban das Mädchen im Taxi liegen. Aber er ist inkonsequent: Zu Hause holt er ihr eine Kugel aus der Schulter. Aber er ist wieder inkonsequent: Nach der Operation lädt Esteban die unbekannte Schöne dann doch vor dem nächsten Krankenhaus ab.

Wer ist sie? Was ist passiert? Und warum passiert das ausgerechnet mir? Im Grunde erzählt die argentinische Regisseurin Gabriela David eine ganz simple Geschichte. Doch ganz so einfach, wie es sich anhört, ist „Taxi – Eine Nacht in Buenos Aires“ eben nicht. Gabriela David erzählt die schlichte Story mit vielen Vor- und Rückblenden. Einige Stunden Nachtzeit, die der Erzähler zuerst kühn überspringt, er zählt die Regisseurin später geduldig noch einmal nach.

Und wozu das alles? Geht es hier nur darum, eine einfache Geschichte durch eine komplexe Rahmenstruktur aufzumotzen? Oder handelt es sich um einen Diskurs über Wahrheit und Lüge, wie in Kurosawas „Rashomon“, der gelegentlich aufblitzt? Nein, die Erzählsituation macht schon Sinn, aber der tiefere Sinn enthüllt sich erst zum Schluss, und soll darum nicht verraten werden.

Am Rande beobachtet

Darüber hinaus gelingen Gabriela David ganz einfache aber sprechende Beobachtungen am Rande. Manchmal hält sie einfach auch Informationen zurück und enthüllt sie Stück für Stück. Etwa die Episode mit dem nervösen Fahrgast, der sich an seinen Koffer klammert: Steckt da ein Vermögen drin? Oder schreitet er zur Abrechnung? Auch Estebans Vater, der die Szenerie vor seinem Haus im Modellbaukasten nachbaut, erweist sich als ein komplexerer Charakter als zunächst angedeutet. Und so erweist sich auch „Taxi“ als ein Film, der ein zweites und vielleicht auch ein drittes Anschauen lohnt.

Reika
08.08.2002
  
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