Nachrichten und Informationen aus FrankenNuernberger Nachrichten aktuellNuernberger Zeitung aktuell Jetzt aktuelle Videoclips aus aller Welt ansehen
Mi  
-10 | -6
Do  
-7 | -6
Fr  
-7 | -3
E-Paper die elektronische ZeitungRund ums Zeitungs-AboAnzeigen lesenAnzeigen aufgebenZur Anzeigen-Preisliste
Ausgabe 09.02.2010
IHRE ZEITUNG
AKTUELL
SPORT
ANZEIGEN
FREIZEIT
SERVICE
SPECIAL
DER VERLAG

KINO - FILME - STARS - VIDEO ÜBERSICHT ZURÜCK
  

Palermo flüstert

Genre: Dokumentation Land: Deutschland, Italien  2001
Von: Wolf Gaudlitz
FSK: 0

DAS MEINEN UNSERE KRITIKER
  

Eine Stadt mit vielen Fenstern

Filmkritik Logo NZWo ist Palermo, außer im Süden? Palermo liegt da, wo sich ein Köter in Fischabfällen wälzt. Wo eine Silhouette aus verrotteten Palästen im goldgelben Sonnenlicht dem Auge schmeichelt. Wo eine Kirche hemmungslos ihrer Schätze beraubt wird. Wo ein kleiner Streit einen ganzen Straßenzug in Aufruhr versetzt. Und natürlich, Palermo liegt da, wo die «Familie» besonders gerne Autos und Herren zerschießt. In «Palermo flüstert» erzählt der Münchener Regisseur Wolf Gaudlitz von den Wundern dieser heißen und hitzköpfigen Stadt, und er huldigt damit Sizilien, wie es auf der Leinwand wohl zuletzt die Verfilmung von Lampedusas «Leopard» getan hat. Was «sein» Palermo, das nie schweigt, flüstert? Es sind Minimalgeschichten, Charakterskizzen von Menschen. Vom Straßenkehrer, von der jungen Frau, von einem, der im Kleinen gegen die Mafia kämpft.

Es könnte ein Dokumentarfilm sein, der lobenswerterweise kein einziges Klischee vom armen, wonnenreichen Süditalien enthält. Doch Gaudlitz macht sein Werk viel komplexer. Um alle verschiedenen Kamerablicke zusammenzuführen, hat er Mimmo eingesetzt, einen Dichter, der nach seinem Tod in die Stadt zurückkehrt und sie beobachtet. Mit seiner Figur verschwimmen Fiktion, Traum und Realität, immer neue Zeitebenen und Erinnerungen tun sich auf.

Dabei entsteht durchaus atmosphärische Dichte. Nur: Der Erzähler Mimmo kommentiert dermaßen viel und poetisch, dass der Zuschauer mit der Verarbeitung ins Stocken gerät. Die Geschichte des Dichters – sein Vater, einer der Bosse, verbannte ihn, weil der Sohn über die erlebten Gräuel nicht schweigen wollte – geht zum Beispiel unter. Mimmos Stimme aus dem Off (auf Deutsch, der Rest des Films läuft im Originalton) erdrückt auch manches Bild, das allein schon spricht. Und eine mächtige Musik ist immer da, wo es doch nur die aus den Straßen und Häusern getan hätte. Aber ein beachtliches Unikat hat Gaudlitz allemal geschaffen. Vor allem, weil seine sizilianischen Schauspieler sich zum Teil selbst spielen, am Drehbuch mitwirkten und das erzählte große Gedicht somit wieder höchst authentisch machen.

Isa


Filmkritik Logo NN Eine Stadt hat so viele Fenster, und hinter jedem einzelnen wohnen Geschichten und Schicksale. Gerade in Palermo liegen Leben und Tod, Freude und Grausamkeit, Schönheit und Armut so nah beieinander. Das macht diese Stadt zum geeigneten Protagonisten für einen Film, der sich unter Wolf Gaudlitz‘ Regie dokumentarischer Bilder und inszenierter Elemente bedient. Gaudlitz hatte zuletzt in «Taxi Lisboa» die Geschichte Lissabons durch die Augen ihres ältesten Taxifahrers gesehen.

So entfaltet auch «Palermo flüstert» seinen Charme und seine authentische Tiefe in den Episoden, in denen Bewohner dieser Stadt aus ihrem Leben und dem Leben ihrer Stadt erzählen: Diese Szenen sind untertitelt, und so leben die Geschichten von ihrem Erzählrhythmus und dem Dialekt. Doch anders als bei «Taxi Lisboa» werden hier die Episoden durch einen fiktiven Erzähler gebunden: Dieser Dichter (Mimmo Cuticchio) wird bevorzugt auf malerischen Brunnen und Statuen sitzend inszeniert, in seinem Notizbuch schreibend.

Gleichzeitig gibt die Erzählstimme permanent aus dem Off seine Worte und Gedanken wieder. Das soll dem Film wohl eine traumwandlerische, poetische Leichtigkeit verleihen, hat aber leider den Effekt, dass Gaudlitz alles erklärt, anstatt die Bilder einfach für sich sprechen zu lassen. Außerdem funktioniert dieser Text in allzu plumpen poetischen Klischees, was den ganzen authentischen Charme zunichte macht, denn der Autor Gaudlitz ist nun mal kein Schriftsteller. Durch die verworrene, allzu konstruierte Handlung und die unmotivierte Bildregie entsteht letztlich ein oberflächliches Bild dieser Stadt, die eigentlich so viel mehr zu bieten hat.

Flex
16.04.2002
  
  © nordbayern.de Diesen Artikel weiterempfehlen Zur Druckversion dieses Artikels
 Artikel empfehlenZur
Druckversion

ANZEIGE
  
 Aktuelle Videos
video.nordbayern.de
  
 Wintersport
  
  
 Die aktuelle Frage
Wo steht der Club bei Saisonende?
Hier klicken
  
  
 Bildstrecken
Franken im Bild Eindrücke aus den
Städten der Region
Zu den Bildstrecken
  
ANZEIGE
  
 RATGEBER
Diese Seiten sind echtes Geld wert!
Vergleichen Sie hier:
Alle Ratgeber auf einen Blick finden Sie hier:
  
ANZEIGE
  
Alles was wichtig ist rund um die Szene in Nürnberg und noch viel mehr gibt es in der Szene Extra!
Einfach mal reinklicken
  
 Hallenbad-Serie